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Neukölln entdecken: Diese 12 Orte sind immer einen Besuch wert

Unglaublich vielseitig mit multikulturellem Flair: das ist Neukölln. Das geschäftige Treiben auf den großen Straßen ist von Hummus-Bars und orientalische Bäckereien umgeben – die Seitenstraßen bieten mit ihren Altbauten und Secondhand-Läden, angesagten Cafés und Bars immer eine gute Anlaufstelle für Studierende und Junggebliebene. Große Wochenmärkte, Blumengärten und kleine Wohnsiedlungen: Was in Neukölln alles zu entdecken ist, erfahrt ihr hier.


Ab ans Maybachufer

Der Markt am Landwehrkanal ist einer der schönsten Berlins. Foto: Imago/Jürgen Held

Mit der Spree können die Menschen in Neukölln nicht viel anfangen, zu weit weg ist der Fluss und zu unwirtlich sind die Gegenden drumherum. Viel wichtiger ist der Landwehrkanal, wo regelmäßig einer der schönsten Märkte der Stadt stattfindet. Aber auch an den Wochentagen, an denen man auf die japanischen Pancakes oder Feinkost aus Italien verzichten muss, fehlt’s hier an nichts. Wer vom Kottbusser Damm kommt, muss sich auf dem Weg Richtung Dreiländereck eigentlich nur entscheiden, ob es eher ein veganer Donut von Brammibal’s sein soll oder einen Muffle – das Kofferwort aus Waffel und Muffin gibt’s bei Tatas, dahinter verbirgt sich ein streetfoodtaugliches Dessert, das nach Herzenslust mit Eis, Kuchen und verschiedenen Toppings zur Kalorienbombe aufgewertet werden kann.

  • Brammibal’s Donuts Maybachufer 8, Neukölln, Mo–Fr 10–20 Uhr, Sa+So 11–19 Uhr, weitere Infos hier
  • Tatas Maybachufer 11, Neukölln, Di–So 12–18 Uhr, weiter Infos hier

Die Berliner Freiheit auf dem Tempelhofer Feld entdecken

Manche sollen auch übers Tempelhofer Feld joggen, warum nicht? Muss ja nicht alles Spaß machen. Foto: Imago/Stefan Zeitz

Das Tempelhofer Feld ist für alle Berliner:innen der ideale Freiluftspielplatz. Ihr braucht natürlich weder Skateboards noch Lenkdrachen, weder Hunde noch Picknickkörbe (vielleicht gefüllt mit herrlichem Schoko-Erdnuss-Kuchen aus dem Café Pomeranze, Leinestraße 48), aber all das steigert den Unterhaltungswert der Freifläche erheblich. Überhaupt ist hier alles möglich. Ob Skateboard fahren, grillen, tanzen oder Yoga – so wie es überhaupt ganz bestimmte Typen gibt, die man nur auf dem Tempelhofer Feld findet.

Wer es flauschig mag, hält sich südlich und bewundert die Skudden-Schafe: Diese natürlichen Rasenmäher halten das Gras auf dem Tempelhofer Feld in Schuss und sind derzeit die besten Tiere, die man in Neukölln beobachten kann – denn der Zugang zu den Eseln und seltenen Tauben im Tierpark Hasenheide ist leider derzeit nicht gestattet.

  • Tempelhofer Feld Tempelhofer Damm, drei Eingänge (Columbiadamm, Tempelhofer Damm und Oderstraße) sind von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet

Neukölln entdecken: Italien im Körnerpark

Immer wieder schön: der Körnerpark. Foto: Dieter Brügmann/CC BY-SA 3.0

Bisschen Urlaubsgefühle gefällig? Dann los Richtung Körnerpark, den wir immer dann empfehlen, wenn die Großeltern wieder fragen, ob Neukölln nicht dieser entsetzliche Problemstadtteil wäre. Denn der kleine Garten liegt zwar einige Meter unter der Straßenebene, ist aber ein echter Höhepunkt. Damit ihr euch in diesem Mini-Versailles, nahe der Karl-Marx-Straße, in die Ferne träumen könnt, empfehlen wir einen Besuch im italienischen Doppel an der Selkestraße: die perfekte Pizza gibt es bei Nini e Pettirosso – auch zum mitnehmen. Direkt nebenan befindet sich das Café Amalia, hier könnt ihr mit Kaffee in den Tag starten und mit dem Lieblingscocktail den Abend beenden.

  • Nini e Pettirosso Selkestraße 27, Neukölln, Do–Di 12–22.30 Uhr, weitere Infos hier
  • Café Amalia Selkestraße 27, Neukölln, Do–Di 10–0.30 Uhr

Nüsschen an der Hermannstraße

Jede Filiale von Nuts & Co ist ein Paradies für Trockenfrüchte, Süßigkeiten und Nüsschen aller Art. Foto: Nuts & Co
Jede Filiale von Nuts & Co ist ein Paradies für Trockenfrüchte, Süßigkeiten und Nüsschen aller Art. Foto: Nuts & Co

Wenn in Neukölln große Leistungen philosophischer Natur vollbracht oder tiefschürfende Gespräche geführt worden sind, zeugt ein kleiner Berg weggeworfener Schalen von Sonnenblumenkernen vor der Parkbank davon. Neukölln bringt einem eine Snack-Kultur bei, die das Chips-Angebot im Supermarkt deklassiert. Und es geht noch viel raffinierter: Nüsse und Kerne, kandiert, geröstet, verfeinert mit Sesam und viel Salz findet man zum Beispiel an der Hermannstraße in einem Geschäft, das immer nach Jahrmarkt riecht. Auch toll: die Nussrösterei Kugu am Kottbusser Damm, die aber ganz knapp schon auf Kreuzberger Gebiet liegt.

  • Nuts & Co Hermannstraße 52, Neukölln, Mo–Sa 9–22 Uhr, weiter Infos hier

Einen Tag am Herrfurthplatz verbringen

Schöne Schillerpromenade – der Herrfurthplatz im Schillerkiez in ein besonderer Ort in Neukölln. Foto: Imago/Schöning

Einen richtig guten Samstag in Neukölln verbringt man am besten im Schillerkiez – auf dem Wochenmarkt am Herrfurthplatz. Hier gibt es portugiesische Spezialitäten, afrikanische Delikatessen und richtig gute Fischbrötchen mit Wels oder Lachs. Den Wochenmarkt findet ihr hier nur samstags. Sonntags müsstet ihr auf den Kranoldplatz ausweichen, um tolle Schätze auf dem Flohmarkt zu ergattern. Richtig gute Tipps für Marktstände in anderen Gegenden haben wir hier für euch.

Was sich aber jeden Tag lohnt: das Warten aufs Eis, vielleicht sogar die leckere pechschwarze Käsekucheneissorte „Darth Vader“. Die ist eine der (nicht jeden Tag verfügbaren) Spezialitäten von Mos Eisley. Im „Star Wars“-Universum heißt so der unwirtliche Wüstenplanet, der als Umschlagplatz für intergalaktisches Diebesgut fungiert. Im Neuköllner Mikrokosmos hingegen ist das eine der besten Eisdielen in Berlin.

  • Mos Eisley Herrfurthplatz 6, Neukölln, bis März noch in der Winterpause, weitere Infos hier

Welterbe in Neukölln entdecken: Hufeisensiedlung

Helle Wohnungen im Grünen: Die Hufeisensiedlung im Neuköllner Ortsteil Britz ist ein Architektur-Highlight in Berlin. Foto: Imago/Philipp Schilf
Helle Wohnungen im Grünen: Die Hufeisensiedlung im Neuköllner Ortsteil Britz ist ein Architektur-Highlight in Berlin. Foto: Imago/Philipp Schilf

Wenn man angesichts seelenloser weißer Klötze am Spreeufer und diverser Business-lastiger Bauprojekte, die Berlin verändern werden, zur Überzeugung gelangt ist, dass der Gründerzeit-Altbau der Gipfel der Baukunst ist, bringt ein Trip nach Britz einen auf andere Gedanken. Gefühlt steht der ganze Neuköllner Ortsteil unter Denkmalschutz, das fängt schon bei den eleganten Bahnhöfen der U7 an.

Architekturfreund:innen zieht’s natürlich zur Hufeisensiedlung – in den 1920er-Jahren als Berliner Paradebeispiel des Neuen Bauens errichtet: ein so simples wie spektakuläres Gebäude, das zusammen mit den sachlichen Reihenhäusern als Ensemble von bemerkenswerter Klarheit von besseren Zeiten im Städtebau erzählt, als den durchschnittlichen Stadtbewohner:innen wahre Paläste gebaut wurden. Die Hufeisensiedlung hat es auf die Liste des Unesco-Welterbes geschafft, die Idee der sozialen und bezahlbaren Stadt leider nicht.


Weserstraße: Hier bietet Neukölln besonders viel

Die Manege auf dem Campus Rütli. Neben dieser Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche gibt es in der Weserstraße auch im Nachtleben viel zu sehen. Foto: Imago/F. Anthea Schaap

Die Weserstraße lieben wir dank der hohen Dichte an Bars, Restaurants, Geschäften. Zuletzt hatten die alle mit Schließungen und Beschränkungen gut gelitten, noch immer ist die Straße nicht ganz so lebendig wie sonst. Umso lieber unterstützen wir die ansässigen Geschäftsleute. Ein paar Platten, gute Bücher, fair gehandelte Mode und mehr gibt es rund um die Weserstraße in nicht ganz alltäglichen Geschäften.

Danach geben sich einige hier gern dem Rausch hin. Ob Späti-Bier, Cocktails oder andere Rauschmittel, geliefert werden die zum Beispiel vom straff organisierte Kokstaxi-Service. Muss aber natürlich alles nicht sein. Falafel auf die Hand und danach eine Limo im Tier geht auch.


Hummus ist ein Muss!

Liebesgrüße aus dem Libanon: In Neukölln schmeckt uns Hummus bei Azzam richtig gut. Foto: Paul Goyette
Liebesgrüße aus dem Libanon: In Neukölln schmeckt uns Hummus bei Azzam richtig gut. Foto: Paul Goyette

Glück braucht, wenn ihr uns fragt, folgende Zutaten: Kichererbsen, Öl, Sesam, Salz, Zitrone und Knoblauch. Das ergibt Hummus, und Hummus bei Azzam ist richtig gut. Was sonst auf dem Speiseplan des kleinen Ladens an der Sonnenallee steht? Foul, Taboulé, perfekte Falafel und leckere Suppen. Das nehmt ihr euch einfach mit und spaziert die Sonnenallee entlang, die früher ein Feldweg war und voller Geschichte steckt. Noch mehr israelische Restaurants findet ihr hier.

  • Azzam Sonnenallee 54, Neukölln, tgl. 8–24 Uhr, weitere Infos hier

Raus in die Hasenheide

Hasenheide: Hier findet sich nicht nur eine Plastik von Friedrich Ludwig Jahn, sondern auch viel Platz zum Entspannen. Foto: Imago/Jürgen Held

Kleine Geschichtsstunde: Friedrich Ludwig Jahn, Politiker und Pädagoge, gilt als Begründer des Turnens, das in Deutschland nicht nur Breitensport wurde, sondern im 19. Jahrhundert auch politisch war. In Turnvereinen organisierte sich die deutsche Nationalbewegung, die von den autoritären Fürsten und unabhängigen Kleinstaaten wenig hielt – aber auch nicht viel fürs Judentum übrig hatte, weshalb die Jahn-Statute in der Hasenheide, wo die Bewegung ihren Ursprung hat, unbedingt Kontext braucht.

Es sitzt sich hier trotzdem gut, am besten mit einer Curry von Hamy (Hasenheide 10) und Blick auf den buddhistischen Tempel, dessen Bau seit Jahren nur langsam Fortschritte macht. Mehr zur Hasenheide lest ihr hier, und der Park ist auch abseits vom Turnen ein guter Ort für Sport: Ihr könnt zum Beispiel die Slackline zwischen Bäume spannen oder euch am Columbiadamm im Skatepark die Knie aufschürfen. Mehr Neuköllner Parks findet ihr hier.

  • Hamy Hasenheide 10, tgl. 11–23 Uhr, weitere Infos hier

Neues Hobby? Lernt Zaubern in Neukölln

Die Chefinnen vom Zauberkönig versprechen auch im Lockdown Spaß. Den ein oder anderen Scherzartikel kauft ihr in Neukölln einfach an der Tür. Foto: F. Anthea Schaap
Die Chefinnen vom Zauberkönig versprechen Spaß. Den ein oder anderen Scherzartikel kauft ihr in Neukölln einfach an der Tür. Foto: F. Anthea Schaap

Das Geschäft lebt von Geheimnissen. Wie dieser eine unerklärliche Trick funktioniert, bei dem eine mehrfach gefaltete und zerrissene Spielkarte sich nahtlos wieder zusammenfügen lässt, würden gute Zauberkünstler:innen nie einfach so verraten. Aber wenn man das drauf hat, rasten alle aus. Die Einführungsvorlesung in Magie und Illusionen halten Karen German und Kirsi Hinze nicht, verkaufen aber vom Juckpulver bis zum Zubehör für die größten Zaubertricks ungefähr alles, was Spaß macht. Den Zauberkönig gibt es schon seit 1884.

  • Zauberkönig Herrfurthstr. 6a, Neukölln, Mo – Sa 11 – 19 Uhr, Tel. 030/49 20 57 51, weitere Infos hier

In Neuköln kann man überall gute Bücher kaufen

Einer der schönsten Buchläden in Neukölln: Pequod mit internationaler Auswahl. Foto: Pequod
Einer der schönsten Buchläden in Neukölln: Pequod mit internationaler Auswahl. Foto: Pequod

In die Helene-Nathan-Bibliothek in den eher tristen Neukölln-Arcaden wollen wir euch nicht schicken, um eure Bücher auszuleihen. Stattdessen könnt ihr einfach mal bei den besten Buchläden in Neukölln vorbeischauen: Da wäre beispielsweise die dezidiert queerfeministische Buchhandlung She said am Kottbusser Damm, die internationale Second-Hand-Fundgrube Pequod Books und zwei weitere unserer liebsten Buchhandlungen in Berlin: Die Buchkönigin an der Friedelstraße und der Buchhafen an der Okerstraße.

  • She Said Kottbusser Damm 79, Neukölln, Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa 10–18 Uhr, weiter Infos hier
  • Buchkönigin Hobrechtstraße 65, Neukölln, Di–Fr 11–19 Uhr, Sa 11–17 Uhr, weiter Infos hier
  • Pequod Books Selchower Straße 33, Neukölln, Mo–Sa 13–19 Uhr, weitere Infos hier
  • Buchhafen Okerstraße 1, Neukölln, Mo–Fr 11–19 Uhr, Sa 12–18 Uhr, Tel. 030/23 94 85 08, weitere Infos hier

Blumen schauen im Britzer Garten

Neukölln kann auch Blumen: Der Britzer Garten ist immer einen Besuch wert. Foto: Imago/Rolf Kremming

Erst 1985 wurde der Britzer Garten für die Bundesgartenschau angelegt – erweckt aber heute den Eindruck, schon immer da gewesen zu sein. So hübsch und zeitlos ist das Areal. Die Britzer Seeterrasse, das merkwürdig hobbithöhlenhafte Restaurant im Park, ist immer eine gute Anlaufstelle für Kaffee und Kuchen. Im Frühling schlendert man also durch die Sonne an sprießenden Pflanzen vorbei, blickt von der Rhizomatischen Brücke aufs Wasser und vergisst darüber ganz die Probleme, die man sonst so hat.

Aber auch sonst ist im Park immer was los: So findet Anfang März, zum Start der Saison, der jährliche „Lauf der Neuköllner Sportfreunde“ statt. Von Osterfeuer bis Klassik-Open Air ist hier immer etwas los.

  • Britzer Garten Sangerhauser Weg 1, Neukölln, tgl. ab 7 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit, Eintritt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro, weitere Infos hier

Woanders was erleben? Tipps für andere Stadtteile


Mehr Neukölln

Die Karl-Marx-Straße ist eine soziale Schlagader. Ihr habt noch Hunger? In Neukölln gibt es diese tollen Restaurants. Bereit für das Neuköllner Nachtleben? Gute Bars findet ihr hier. 12 Orte für köstlichen Kaffee in Neukölln kennen wir natürlich auch. Und richtig ländliche Gegenden gibt es hier sowieso: Einer der alten Dorfkerne ist hier noch intakt. Immer aktuelle Tipps und Texte über Neukölln findet ihr hier bei uns.

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