Stadtleben

Noch eine Kunsthalle

„Die Quantum GmbH“, so heißt es in einer Pressemitteilung, „Eigentümer des ehemaligen Stadtbads, plant die Umwandlung der als Kunst- und Kultur-Zentrum genutzten Badeeinrichtung zur Kunsthalle. Seit April 2009 beherbergt das ehemalige Stadtbad auf ca. 8000 qm Gesamtnutzfläche Ausstellungen für urbane Kunst, Ateliers für Künstler aus aller Welt und Galerien für Street-Art. Mit einem Investitionsvolumen von rund 5 Millionen Euro soll der provisorische Betrieb der Kunststätte repräsentativ werden. Arne Piepgras, Firmensprecher der Quantum Immobilien- und Projektentwicklungs GmbH, ist überzeugt von der Eignung der 1907 gebauten Badeeinrichtung: „Die vorhandene Substanz des Stadtbads kann mit geringem Investitionsbedarf in eine repräsentative Einrichtung für die Präsentation von Kunst umgewandelt werden.“

Die Schwimmhallen, Badewannen-Etagen, Umkleidetrakte, Kellerräume, Penthouse-Wohnungen, Foyer, Cafeteria und die ca. 300 qm große Außenterrasse sind für eine flexible Nutzung ideal. Mit einem überschaubaren Umbaubedarf lassen sich unverwechselbare Flächen zur Schau zeitgenössischer Kunst schaffen. Gerade der Standort in einem ehemaligen Arbeiterbezirk schafft einen reizvollen Raum für die Präsentation aktueller Kunst.“ Wenn ich das also richtig verstanden habe, wird das ehemalige Stadtbad bereits von Künstlern genutzt als Atelier und Ausstellungsmöglichkeit für die Street-Art.

Das ist doch schön, nur lässt sich damit wahrscheinlich nicht so viel Geld verdienen wie mit einer Umwidmung zur Kunsthalle, wo der Senat dann doch bitte schön das ganze Geld für eine neue Kunsthalle hineinstecken könnte. Nur, was wird dann aus den Weddinger Künstlern, wenn dort die internationale Berliner Kunst gezeigt werden soll? Nur, dass es noch einen Raum gibt, in den eine Kunsthalle einziehen könnte, rechtfertigt keineswegs eine Diskussion, die schon an anderen Orten unfruchtbar geplatzt ist.

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