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Solidarität und Hilfe

Obdachlosen Menschen in Berlin helfen: Anlaufstellen, Telefonnummern und Orte

Für obdachlose Menschen ist der Winter besonders heikel. Niedrige Temperaturen sorgen für lebensbedrohliche Bedingungen. Hinzu kommt die noch immer anhaltende Corona-Pandemie, die Betroffene vor noch schwierigeren Herausforderungen stellt. 3G-Regelungen nehmen ihnen etwa viele Rückzugsmöglichkeiten. Gerade jetzt ist es besonders wichtig, Menschen ohne Wohnung in Berlin zu helfen.

Die Situation für Menschen ohne Wohnung verschlimmert sich während des Winters extrem. Wir haben Infos zu den Möglichkeiten gesammelt, obdachlosen Personen zu helfen. Foto: Imago/Bernd Elmenthaler

Welche Anlaufstellen gibt es in der Krise? Wie können wir obdachlosen Menschen helfen? Viele Einrichtungen sind, wenn auch mit minimierter Platzzahl, weiterhin geöffnet. Unsere Liste zur Unterstützung von obdachlosen Menschen mit Informationen zu wichtigen Anlaufstellen rund um Schlafplätze, medizinische Versorgung und Essensausgaben.


Kältebus und Wärmebus

Der Kältebus ist eine seit 1995 existierende Initiative der Berliner Stadtmission, um obdachlose Menschen vor dem Kältetod zu bewahren und denen zu helfen, die es nicht mehr aus eigener Kraft in Kältenotunterkünfte schaffen.

Der Wärmebus ist das Äquivalent des Deutschen Roten Kreuzes. Die Kälte- und Wärmebusse fahren jährlich zwischen dem 1. November und 31. März von abends bis nachts. Sprecht obdachlose Menschen an und fragt sie, ob sie Hilfe benötigen oder in eine Notunterkunft gebracht werden wollen. Falls ja, meldet euch telefonisch beim Kälte- oder Wärmebus. Bei akuter Lebensgefahr unbedingt den Notdienst anstelle der Kältehilfe kontaktieren.

  • Kältebus (Berliner Stadtmission) 1. November – 31. März, Tel. 030/690 33 36 90, täglich erreichbar von 20 bis 3 Uhr
  • Wärmebus (Deutsches Rotes Kreuz) 1. November – 31.März, Tel. 030/60 03 00 10 10, täglich erreichbar von 18 bis 24 Uhr

Notübernachtungen: Kältehilfe für alle

Notunterkünfte helfen obdachlosen Menschen. Neben Schlafplätzen stellen die meisten auch Duschen, medizinische und soziale Beratung bereit und bieten Aufenthalt im Warmen an. Foto: Imago/Koall

Im Rahmen der Kältehilfe werden von Ende Oktober bis März/April Notunterkünfte für wohnungs- und obdachlose Menschen geöffnet. An zahlreichen Standorten in Berlin werden Notübernachtungen im Warmen ermöglicht und Essen ausgegeben. Teilweise helfen die Einrichtungen obdachlosen Menschen auch, indem sie medizinische Betreuung oder Körperpflege anbieten. Hier findet ihr eine Übersicht zu allen geöffneten Notunterkünften in Berlin.

  • Notübernachtung Lehrter Straße 68 Mitte, Einlass täglich ab 20 Uhr (1.11-15.4), Soziale Beratung Mo-Fr ab 7 Uhr, Medizinische Betreuung Mo-Fr 21-24 Uhr, Tel. 030/69 03 35 29, haustierfreundlich
  • Notübernachtung Storkower Straße 133a Pankow, ganztägig geöffnet vom 8.11 bis zum 30.4, Psychosoziale und sozialpädagogische Betreuung, Kapazität: 80 Personen, Tel. 030/53 15 68 50
  • Notübernachtung der Johanniter Ohlauer Straße 22, Kreuzberg, Einlass täglich ab 19 Uhr (1.11-30.4), Medizinische Betreuung immer Di-Fr 17-21 Uhr, Kapazität: 76 Personen, Tel. 030/50 56 25 40, haustierfreundlich
  • Notübernachtung Berlin Wannsee Bergstraße 4, Wannsee, Einlass täglich ab 19 Uhr (1.11-30.4), Kapazität: 18 Personen, Tel. 0178/887 77 29, haustierfreundlich
  • Notübernachtung Neustart Otto-Rosenberg-Straße 8-8a, Marzahn, Einlass täglich ab 20 Uhr (1.11-31.3), Kapazität: 8 Männer, 2 Frauen, Tel. 030/93 66 87 39
  • Notübernachtung Jugendkulturzentrum „Pumpe“ Lützowstraße 42, Mitte, Einlass täglich ab 20 Uhr (4.11-27.3), Kapazität: 26 Frauen, 14 Männer, Tel. 0151/68 82 87 82, haustierfreundlich

Hilfe für obdachlose Menschen: Ganzjährig geöffnete Notunterkünfte

Die Wärmelufthalle der Berliner Stadtmission am Containerbahnhof. Foto: Berliner Stadtmission

Außerhalb des Kältehilfeverbandes stehen wohnungs- und obdachlosen Menschen ganzjährige Notunterkünfte an verschiedenen Standorten in Berlin zur Verfügung. Neben medizinischer Hilfe gibt es bei vielen Einrichtungen die Möglichkeit zum Waschen und Duschen.

  • Notübernachtung am Containerbahnhof 1 (hinter dem Ring-Center Frankfurter Allee), Friedrichshain, Einlass täglich ab 20 Uhr, Soziale Beratung 4-5 Mal wöchentlich, medizinische Versorgung Mo-Do 20-23 Uhr, Tel. 030/66 62 87 70, haustierfreundlich, barrierearm
  • Notübernachtung Franklinstraße 27a, Charlottenburg, Einlass täglich ab 18 Uhr, Kapazität: 56 Plätze für Männer, 6 Plätze für Frauen, Tel. 030/391 27 22, barrierearm
  • Notunterkunft für wohnungslose Familien Wrangelstraße 12, Kreuzberg, ganztägig geöffnet, Kapazität: 30 Männer/Frauen, Tel. 030/61 07 32 56

Notunterkünfte und Einrichtungen für Frauen

Obdachlosen helfen in Berlin: Haustierfreundliche Notübernachtungszimmer für Frauen in Berlin. Foto: imago images/Christian Mang
Haustierfreundliche Notübernachtungszimmer für Frauen in Berlin. Foto: Imago/Christian Mang

Neben ganzjährig und im Rahmen der Kältehilfe geöffneten Unterkünften sind Einrichtungen für obdach- und wohnungslose Frauen von besonderer Wichtigkeit. Diese richten sich an obdachlose Frauen und unterscheiden sich somit von Frauenhäusern.

Sollte jemand euren Rat oder Hilfe benötigen, lohnt es sich einige Anlaufstellen zu kennen, die ihr weiterempfehlen könnt – oder um vorab telefonisch die Kapazitäten zu erfragen. Frauen werden hier ebenfalls mit Hygieneprodukten ausgestattet. Mit dabei: ein Hostel, das einige Zimmer für obdachlose Frauen zur Verfügung stellt.

  • Winternotübernachtungen für wohnungslose Frauen Großbeerenstraße 17a, Friedrichshain-Kreuzberg, Einlass täglich ab 18 Uhr (6.10-30.4), Kapazität: 10 Frauen, Tel. 0151/14 86 64 22
  • Notübernachtung „Evas Obdach“ Fuldastraße 9, Neukölln, Einlass Mo-Fr ab 17 Uhr, Sa + So ab 19 Uhr, Kapazität: 17 Frauen, Tel. 030/477532670, ganzjährig geöffnet
  • Frauentreff OLGA Anlauf- und Beratungsstelle für drogenkonsumierende Frauen, Trans*frauen und Sexarbeiterinnen Kurfürstenstraße 40, Schöneberg, Mo-Sa 14-20 Uhr. Tel. 030/262 89 59, ganzjährig geöffnet
  • Notübernachtung für Frauen ‚Mitten im Kiez‘ Petersburger Straße 92, Friedrichshain, Einlass täglich ab 18 Uhr. Psychosoziale und sozialpädagogische Betreuung, Kapazität: 7 Frauen, Tel. 030/29 35 05 57, Aufenthalt bis zu 14 Tage möglich

Kleiderkammern und Kleiderspenden

Obdachlosen helfen in Berlin: Spendenübergabe einer Kleiderkammer an einen Mitarbeiter des Kältebusses. Foto: Imago Images/Revierfoto
Spendenübergabe einer Kleiderkammer an einen Mitarbeiter des Kältebusses. Foto: Imago/Revierfoto

Neben den großen Trägern wie der Caritas, dem Deutschen Roten Kreuz oder der Berliner Stadtmission gibt es im Raum Berlin weitere Anlaufstellen, bei denen Kleiderspenden abgegeben werden können. Kleidung bitte nicht einfach vorbeibringen, sondern vorab online nachsehen, wo welcher Bedarf liegt, um obdachlosen Menschen gezielt zu helfen.

  • Kleiderkammer der Berliner Stadtmission Lehrter Straße 68, Mitte, Mo-Fr 8-14 Uhr, Mail, überwiegend Annahme von Männerkleidung
  • Kleiderkammer der Franziskaner/Franziskaner Kloster Wolkanstraße 18, Pankow, Di, Do, Fr 12.30-14.30 Uhr (Öffnungszeiten für Gäste), Di-Sa 8.30-11.30 Uhr sowie Di-Fr 12.30-14.30 (Öffnungszeiten für Kleiderspender:innen), Tel. 030/48 83 96 60
  • Gesundheitszentrum für Obdachlose/Jenny de la Torre Pflugstraße 12, Mo, Di, Do 8-14 Uhr, Mi & Fr 8-13 Uhr, Mitte, Sach- und Kleiderspenden nur nach telefonischer Anmeldung vorbeibringen, Tel. 030/288 84 59 86, weitere Infos hier
  • Kleiderkammer des DRK-Kreisverband Berlin-Zentrum e.V. Gotzkowskystraße 8, Tiergarten, Di, Do 9-12 Uhr (Öffnungszeiten für Gäste), Mo, Di, Do 9-12 Uhr (Öffnungszeiten für Kleiderspender:innen), Tel. 030/60 03 00 51 32, weitere Infos hier

Ärztliche Hilfe, Versorgung und Hygiene

Obdachlosen helfen in Berlin: Ein Arztmobil der Caritas auf winterlichen Berliner Straßen. Foto: Imago Images/Koall
Ein Arztmobil der Caritas auf winterlichen Berliner Straßen. Foto: Imago/Koall

Einige Notunterkünfte bieten vor Ort medizinische Versorgung an. Ärztliche Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung wird jedoch auch an vielen weiteren Standorten angeboten – darüber hinaus können mobile Services für medizinische Versorgung oder Körperhygiene in Anspruch genommen werden.

  • Ambulanz der Berliner Stadtmission Lehrter Straße 68, Mitte, Di 14-20 Uhr, Fr 11-15 Uhr, Tel. 030/69 03 35 72
  • Arztpraxis am Stralauer Platz Stralauer Platz 32, Friedrichshain, Allgemeinmedizinische Versorgung Mo-Do 9-14 Uhr, Fr 8-13 Uhr, Tel. 030/29 66 85 36, weitere Infos hier
  • Caritas Arztmobil ist ein als Behandlungsraum umfunktionierter Kleintransporter, diverse Standorte, medizinische Versorgung und Pflege, Tel. 0172/307 39 85, die Caritas stellt ebenfalls Kranken-Wohnungen für obdachlose Menschen zur Verfügung, in denen diese sich auskurieren können
  • Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung Aachener Straße 12, Wilmersdorf, Offene Sprechstunde Di-Fr 9-14 Uhr sowie Terminsprechstunden zu den Fachgebieten: Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Orthopädie, Kinderheilkunde, Zahnmedizin, Dermatologie (Öffnungszeiten können variieren), Tel. 030/82 72 21 02, weitere Infos hier
  • Drogenkonsummobil Stuttgarter Platz, Charlottenburg sowie weitere Standorte, Mo-Fr 14-18 Uhr, Vergabe von Utensilien, injizierender Konsum mitgebrachter Drogen unter medizinischer Aufsicht, Soforthilfe bei Überdosierungen, medizinisch-pflegerische Beratung, Tel. 0170/794 87 45
  • KARUNA SUB – Buslinie für obdachlose Menschen Bezirksübergreifende Buslinie für obdachlosen Menschen sowie Fahrten und fachliche Einschätzung von potentiell covid-infizierten obdachlosen Menschen, Mo-Fr 9-16 Uhr, Tel. 0157/86 60 50 80
  • Duschmobil für Frauen an verschiedenen Standorten, Mo-Fr und jeden zweiten Samstag 12-16 Uhr, Ausgabe von Hygieneartikeln und Lunchpaketen, Tel. 0151/14 64 87 56, weitere Infos und alle Standorte hier
  • Hygienecenter (Stadtmission) Jebensstraße 5 (Bahnhofsmission Zoo), Charlottenburg-Wilmersdorf, Mo-So 10-18 Uhr, Einlass zum Duschen um 16 Uhr, Tel. 030/313 80 88

Essensausgabe und Tagesaufenthalt

Neben heißer Suppe werden in vielen Einrichtungen mehrmals täglich Mahlzeiten ausgeteilt und die Möglichkeit geboten, einige Stunden im Warmen zu verbringen. Foto: Imago/Gottfried Czepluch

Nicht nur die Nächte sind lang und kalt, die Tage sind es gleichermaßen. An diesen Standorten in Berlin werden teilweise mehrmals täglich Mahlzeiten und Getränke ausgeteilt.

  • AWO Kiez-Café Petersburger Straße 92, Friedrichshain. Die Tagesstätte bietet Essensausgaben, Duschmöglichkeiten, eine Kleiderkammer und Freizeitaktivitäten an. Das Kiez-Café dient als Anlaufstelle im Krisenfall, aber auch als Treffpunkt. Tagesstätte Mo-Fr 10-16 Uhr, Sozialberatung derzeit nur mit Termin möglich, Kleider- und Essensspenden sind willkommen, Tel. 030/29 35 05 56
  • Aktion Warmes Essen Pauluskirche, Kirchstraße 6, Zehlendorf. Von Oktober bis März wird an drei Tagen der Woche warmes Essen in der Pauluskirche angeboten. Darüber hinaus werden seelsorgerische Gespräche und soziale Beratung angeboten. Mo, Mi, Fr 12-13.30 Uhr, Tel. 0176/41 80 24 03
  • TagesTreff für Wohnungslose und Bedürftige Weitlingstraße 11, Lichtenberg, Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa-So 9.30-15.30 Uhr, Aufenthaltsräume, Duschen, Computerzugang, Essensausgabe Mo-Fr, Frühstück 8-9.30 Uhr, Mittagessen 11.30-13 Uhr, Abendessen 15-16 Uhr, Tel. 030/52 69 56 38
  • Seeling Treff Seelingstraße 9, Charlottenburg, Tagesstätte für obdachlose Menschen, Essensausgabe, Mo, Di, Mi, Sa 9-11.30 Uhr & 12-14.30 Uhr, Do 9-11 Uhr, Sa 9-14.30 Uhr, Tel. 030/30 83 94 40
  • Suppenküche der Franziskaner (Franziskanerkloster) Wollankstraße 18, Pankow, Essensausgabe Di-So 12.45-14.30 Uhr, Aufenthalt im Saal möglich, Tel. 030/48 83 96 60
  • Tagesstätte ‚Am Wassertor‘ (Diakonisches Werk) Segitzdamm 46, Kreuzberg, Aufenthaltsort, Essensausgabe, Mo, Fr, (Sa, So ein Mal im Monat) 9-13.30 Uhr, Tel. 030/615 63 24

Natürlich gibt es noch viele weitere Angebote, die wir nicht alle nennen können. Sollte ihr Alternativen suchen, bekommt ihr hier eine noch detailliertere Auflistung.


Corona-Hotline kann obdachlosen Menschen in der Pandemie helfen

Diese Telefonnummer kann obdachlosen Menschen in der Pandemie helfen: die Corona-Hotline ist 24/7 erreichbar. Foto: Imago Images/Alexander Limbach
Diese Telefonnummer kann obdachlosen Menschen in der Pandemie helfen: die Corona-Hotline ist 24/7 erreichbar. Foto: Imago/Alexander Limbach

Neben Transportmöglichkeiten, Notunterkünften und ärztlicher Versorgung gibt es eine zentrale Hotline mit Informationen über das Coronavirus für obdachlose Menschen, erreichbar 24/7, Tel. 01578/80 59 78 70


Ehrenamt und Engagement, um obdachlosen Menschen in Berlin zu helfen

Viele Einrichtungen und Institutionen sind ehrenamtlich organisiert oder auf die Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter:innen angewiesen. Kleider-, Essens- und Geldspenden sind bei fast allen hier aufgelisteten Einrichtungen willkommen. Informiert euch bitte vorher über den Bedarf der jeweiligen Institution.

Wer darüber hinaus aktiv werden möchte, um sich an Essensausgaben, täglichen Abläufen und Hilfsprogrammen zu beteiligen oder um obdachlosen Menschen anders zu helfen, sollte auf den Websites der jeweiligen Einrichtungen nachsehen oder anrufen. Unterstützung wird überall benötigt.

An zahlreichen Standorten der Stadt finden sich außerdem sogenannte Gabenzäune, an denen Sach-, Kleider- und Hygienespenden für Bedürftige angebracht werden können. Hier findet ihr eine interaktive Karte zu den Standorten der Berliner Gabenzäune.


Mehr zum Thema

Damit ihr Einblicke in das Leben einer Person in Not zu bekommt, hat unser Autor Sebastian Scherer einen obdachlosen Menschen in Berlin begleitet. Außerdem haben wir für euch noch die Geschichte einer Berliner Suchthelferin aufgeschrieben. Unser Autor Tim Kröplin hat zudem aufgeschrieben, warum die 3G-Regelung an U-Bahnstationen für obdachlose Menschen problematisch ist.

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