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Corona-Risiko-Rechner: TU Berlin bietet Analyse zur Gefahr in Räumen

Es ist die Frage, die so viele umtreibt: Wann ist derzeit eigentlich wo das Ansteckungsrisiko mit Covid-19 am höchsten? Mediziner und Wissenschaftler sind im Austausch, versuchen, aus Erfahrungen und Studien mit und zu Corona Empfehlungen abzuleiten. Auch an der Technischen Universität Berlin ist die Ansteckungswahrscheinlichkeit in geschlossenen Räumen weiter Forschungsthema. Nun wurde ein Online-Rechner zum potentiellen Risiko veröffentlicht.

Wie hoch das Ansteckungrisiko mit Corona in geschlossenen Räumen ist, zeigt ein Online-Rechner der TU. Foto: Imago Images/STPP

Corona-Risiko: Web-Anwendung berechnet Infektions-Wahrscheinlichekit

Die webbasierte Anwendung ermöglich, diverse Umstände einzugeben und so zu ermitteln, wie hoch die Ansteckungsgefahr durch Aerosole ist, sobald eine infizierte Person anwesend ist. So müssen unter anderem Größe des Raumes, Belüftungsmöglichkeiten und natürlich die Personenzahl angegeben werden.

Wichtig für die Ermittlung ist dabei auch, was die Menschen tun, also ob sie einfach sitzen, Sport treiben oder singen. Und auch, wie sie sich schützen, ob Mund und Nase bedeckt sind oder nicht.

Anhand der eingegebenen Informationen wird berechnet, wie viele Menschen in bestimmten Zeiträumen angesteckt werden können. Das Ansteckungsrisiko wird mit einem Diagramm dargestellt. „Dieses Tool kann dazu beitragen, das Infektionsrisiko über Aerosole in Innenräumen vorauszusagen“, heißt es auf der Seite.

Die Berechnungen basieren demnach auf der gemeinsamen Veröffentlichung Predicted Infection Risk for Aerosol Transmission of SARS-CoV-2  von Wissenschaftlern der Technischen Universität Berlin, der Charité, dem Robert-Koch-Institut und einem Gesundheitsamt in Berlin.

Corona-Risiko-Rechner: Für eine Ermittlung müssen einige Angaben gemacht werden. Screenshot: TU Berlin
Corona-Risiko-Rechner: Für eine Ermittlung müssen einige Angaben gemacht werden. Screenshot: TU Berlin

Wie schnell würden andere sich anstecken, wenn einer Corona hat?

Die Berücksichtigung des Tragens einer Maske basiert allein auf den Untersuchungen des Hermann-Rietschel-Instituts der TU Berlin. Dort betont man aber auch, dass solche Tests keine grundsätzliche Gültigkeit haben, sondern maximal eine Gefahrenanalyse ermöglich: „Alle Angaben sind ohne Gewähr. Für die hier dargestellten vorausgesagten Infektionsrisiken wird keine Haftung übernommen.“

Dass diese Einschränkung notwendig ist, liegt auch daran, dass selbst unter Eingabe einiger Parameter einiges nicht immer vorhergesagt werden kann. „Die virenbeladenen Partikel aus den Atemwegen der infizierten Person verteilen sich unmittelbar im gesamten Raum“, erklären die Forscher zu dem Rechner.

Covid-Gefahr in Räumen: Schwebeteilchen verteilen sich schnell

Diese Annahme könne getroffen werden, weil sich derartige Schwebteilchen in kurzer Zeit, also in wenigen Minuten überall im Raum verteilen. „In Realität schweben die luftgetragenen Partikel (inklusive der anhaftenden Viren) in Abhängigkeit der Raumluftströmung sehr unterschiedlich und es entstehen Gebiete, die weniger Virenlast als andere haben.“

Heißt: Vorsicht ist weiter besser als Nachsicht. Aber zumindest können so Menschen, die mit anderen Menschen in Räumen zusammen sein wollen oder müssen – auch mit Blick auf Klassenräume, Büros und anderen öffentlichen Einrichtungen – eine Prognose bekommen, wie viele Menschen wohl betroffen sein könnten, wenn sich eine infizierte Person im Raum befindet.

  • Den Corona-Risiko-Rechner der TU findet ihr hier.

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