Stadtleben

Ortsbegehung O2 World in Berlin

O2_Panorama_Foto_von_Harry_Schnitger
Draußen, hinter den großen Glas­fronten, verlischt der Tag. Flockiger Abendlichthimmel, eine dunkle Wolke schiebt sich heran, ein Krähenschwarm steigt um das Dach herum auf. Drinnen dagegen schwillt die Helligkeit an. Scheinwerfertest. Das Innere der O2 World, Berlins neuer Multifunktionshalle, wird binnen Sekunden von gleißendem Licht durchflutet.

Alles ist erleuchtet in diesem Moment: der achteckige Videowürfel unter dem Dach, so groß wie ein Einfamilienhaus, von 14 bis 28 Metern Höhe variierbar; der Innenraum, 30 mal 60 Meter groß, Kantholzplatten mit Kautschukschicht über dem ewigen Eis­hockey-­Eis, permanent dreieinhalb Zentimeter stark; das weite Rund der tiefblauen Sitze, bis zu 17.000 Plätze. Als kämen gleich die Eisbären um die Ecke, oder Alba. Oder der Herr Grönemeyer.

Mit der O2 World bekommt Berlin die zweitgrößte Halle in Deutschland. Nur die Kölnarena, die neuerdings den Zungenbrechernamen Lanxess tragen muss, ist noch größer. Glaubt man den Machern der Anschutz Entertainment Group (AEG), definiert ihr üppig dimensionierter Showkas­ten jedoch das neue Maß aller Dinge. Der Entertainment- Archipel.

Beim AEG-Europa-Manager Detlef Kornett passt das Selbstbewusstsein zur Erscheinung. Der gebürtige Cuxhavener ist ein rund zwei Meter großer, bulliger Hüne. „Wir haben Multifunktionalität an den Anfang unserer Planungen gestellt, um Sport- und Musik­events zu inszenieren, und eine Veranstaltungsarena gebaut, die einmalig ist“, sagt er. „Im Sinne von Kundenzufriedenheit, technischer Möglichkeiten, Plattform für Weltklassesport und Entertainment braucht Berlin eine solche Arena.“ Die O2 World sei stark als Kommunikationsplattform für Un­ternehmen ausgelegt: „Das ist mehr als Sponsoring, mehr als Werbung. Es ist komplexer.“An diesem Abend sind es noch drei Wochen bis zur Eröffnung am 10. September und dem ersten Konzert drei Tage darauf. Herbert Grönemeyer spielt dann auf einer Bühne in der Mitte der Halle, nicht in der Kurve. Hartnäckigen Gerüchten zufolge reizt einen Tag vor Herbi Metallica schon mal die Schallobergrenzen aus: bei der Record-Release-Party ihres neuen Albums „Death Magnetic“. Noch aber wird gesägt, gehämmert, geschweißt. …

Den ganzen Bericht über die Super-Arena lesen Sie im tip 18/08, Seite 14 bis 16, eine Bildergalerie mit Fotos von Harry Schnitger finden Sie hier

Rund um die O2-World: Wohin nach dem Konzert?

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