Stadtleben

Paragrafenland

Deutschland, tapfer Paragrafenland. Irgendwie war es den Verordnungskloppern, den Gesetzesmachern, den Ordnungshütern doch zu langweilig und einfach zu öde. Ist das doch mit dem Rauchverbot viel zu glatt durch­gegangen, keine Demonstrationen bürgerlichen Ungehorsams, keine erkleck­lichen Bußgelder, die während der abendlichen Tour durch Restaurants und Bars eingesackt werden konnten. Jetzt muss mehr her, um so richtig Stimmung zu machen, bei den Gästen und Wirten der Berliner Res­tau­rants. Heizpilze vor der Tür? Verboten! Blumenkästen? Verboten! Und was sollen im Winter überhaupt Stühle und Tische draußen? Wie, die Raucher sollen sich draußen wohlfühlen? Nicht mit den Berliner Stadt­räten. Die fahren jetzt die knallharte Tour! Große Schirme mit Werbeaufschriften? Auch verboten! Fackeln? Ja, wo kommen wir denn hin?

Es könnte ja gemütliche Stimmung auf öffentlichen Bürgersteigen aufkommen, es könnte soziale Kontrolle geben auf der dunklen Straße, weil man sich drau­­ßen vor der Tür aufhält und einiges mitbekommt. Alles verboten! Himmel, vielleicht sollten wir wieder anfangen zu rauchen, damit Verordnungsklopper, Gesetzesmacher sowie Ordnungshüter eine sinnvolle Aufgabe bekommen! Dieser Vorschriftenwahn kann doch nicht politische Zielsetzung in der Stadt sein, die vom Tourismus, also von Gästen lebt. Ob die Arrangements nun so geschmackvoll sind, wie es sich unsere Stadträte wünschen? Es kann und darf sich wohl jeder sein Res­taurant wählen, das er besuchen will. Damit ist dann wohl die Geschmacksfrage geklärt, und unsere Bezirkspolitiker haben wieder Gelegenheit, zukunftsfähige Stadtpolitik zu realisieren! Sich vielleicht um die Schüler und deren Mit­tag­essen zu kümmern??Denn gerade da liegt ja wohl einiges im Argen!   

foto: Gerd Altman/Pixeilio 

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