Stadtleben

Park am Weißen See

Park am weißen SeeWeißensee als Stadtteil Berlins zu verorten, ist für so manchen Hauptstadtbewohner ein Problem. Was hinter Prenzlauer Berg kommt, so die häufige Meinung, sei oft nur noch Umland.

Der Weiße See ist zwar bekannt, aber einen Park vermuten hier die wenigsten. Dabei ist das Gelände mit seinen knapp 21 Hektar nicht gerade klein. Die Anlage punktet mit großzügigen und gepflegten Freiflächen, es gibt zwei Spielplätze, einen Bootsverleih, eine Freilichtbühne mit regelmäßigem Kinoprogramm und sogar ein Wildgehege. Umso erstaunlicher, dass selbst an den sonnigsten Tagen wenig Besucherverkehr herrscht, so dass es im Vergleich zu anderen Parks hier verhältnismäßig ruhig ist. Selbst der Lärm der Straßenbahn dringt nicht durch.

Um den See schlängelt sich eine 1,3 Kilometer lange Rundstecke, auf den Wiesen wird ein wenig Fußball gekickt oder Frisbee gespielt. Schwimmen ist zwar nur im Freibad erlaubt, viele hält das trotzdem nicht davon ab, sich direkt von den Liegewiesen ins Wasser zu stürzen. Wer den Freibadeintritt sparen möchte, für den lohnt sich ein Besuch in den frühen Abendstunden: Ab 19 Uhr wird kein Eintritt mehr erhoben, und man kann gemütlich bis in die Nacht schwatzen, Bier und Cock­tails trinken oder den Blick auf die ausladende Fontäne mitten im See genießen.

Genau gegenüber des Freibads liegt das „Milchhäuschen“. Das Terassencafй vermittelt mit seinem Schrägdach, der großen Glasfront und trotz Renovierung noch immer den Charme sozialistischer Alltagsarchitektur. Das ostalgische Menü besteht aus einem kleinen Salat, einem Schweineschnitzel „Wiener Art“ mit fettigen Pommes und einem Dessert, wahlweise ein schokoladiger Mohrenbecher oder ein Früchtetraum mit Sahne obenauf.

Text: Martin Daßinnies

Grillen:
Nicht erlaubt, wird trotzdem gemacht.

Spiel & Sport: Zwei große Spielplätze, einer direkt am See, der andere hinter dem Bootsverleih.

Gastronomie: Café Milchhäuschen.

Schönster Platz: Die große Aussichtsterrasse gegenüber des Freibads mit Blick auf die Fontäne des Sees.

Sauberkeit: Da recht wenig gegrillt wird, sind die Rasenflächen auch nur selten verschmutzt. Der Park und die Spielplätze sind sehr sauber.

Besser nicht: Unangenehm sind die vielen Hundebesitzer, die an den wilden Badestellen ihre Hunde baden lassen.

Mehr über Cookies erfahren