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Petition zum Erhalt des Karnevals der Kulturen

Karneval der Kulturen

Ausgerechnet in einer Zeit, in der Gruppen wie die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) und deren Nachahmer, selbsternannte „Montagsdemonstranten“ in Marzahn und „Hooligans gegen Salafisten“ ihre Fremdenfeindlichkeit und ihr unreflektiertes Selbstmitleid verbreiten, steht der kommende Berliner Karneval der Kulturen, eines der größten, fröhlichsten und vor allem internationalsten Straßenfeste Deutschlands auf der Kippe. Trotz siebenstelliger Besucherzahlen – 2014 besuchten 1,4 Millionen Menschen das Fest – wird die seit 1996 existierende, einmal jährlich an Pfingsten stattfindende Veranstaltung vom Senat finanziell extrem kurz gehalten. Während der Polizeieinsatz für ein einziges Fußballbundesligaspiel rund 300.000 Euro kostet, erhält der auch aus touristischen Gründen sehr attraktive Karneval der Kulturen gerade mal 270.000 Euro. Eine Summe, mit der die Werkstatt der Kulturen, der Veranstalter, die gestiegenen Unkosten nach eigenen Aussagen nicht mehr bezahlen kann.
Perry Ottmüller, Berliner Reggae-Aktivist und seit dem Jahr 2000 mit einem Wagen beim Umzug des Karnevals der Kulturen vertreten, hat deshalb auf change.org eine Petition gestartet, mit der der Berliner Senat aufgefordert werden soll, sich auch finanziell stärker für das völkerverbindende Ereignis einzusetzen. „Derzeit ist der Karneval der Kulturen wichtiger denn je“, heißt es in der Petition, die – erst mal – bis zum 6.Januar läuft. „Es kann nicht sein, dass, während zehntausende Rechtsgesinnte in ganz Deutschland demonstrieren, das wichtigste Event für eine multikulturelle Gesellschaft gefährdet ist.“
Dem ist, bis auf eine Unterschrift, nichts mehr hinzuzufügen.

Text: Eva Apraku

Foto: Daniela Incoronato

change.org/karnevalderkulturen

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