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Lockerungen?

Die neuen Corona-Beschlüsse Berlin: Was wir bald dürfen – und was nicht

Die Corona-Beschlüsse in Berlin wurden heute (Donnerstag, 16.4.2020) vorgestellt. Sie decken sich weitestgehend mit denen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Tag zuvor präsentiert hatte. Lockerungen gibt es vor allem für den Einzelhandel. Bereits ab Mitte kommender Woche dürfen viele Geschäfte wieder öffnen. Allerdings nur unter strengen Auflagen. Große Events wie Konzerte und Festivals bleiben auf lange Sicht nicht genehmigungsfähig. Zumindest nicht bis Ende August dieses Jahres.

Die neuen Corona-Beschlüsse Berlin: Masken bleiben weiterhin freiwillig, sind aber teils empfohlen. Foto: Imago/Seeliger

Corona-Beschlüsse Berlin – das steht uns in den kommenden Wochen bevor

Angela Merkel hatte bei der Vorstellung des bundesweiten Fahrplans am Mittwochabend die Regelung bekanntgegeben, dass die Geschäfte, die wieder öffnen können, nicht mehr als 800 Quadratmeter Fläche haben dürfen. Vor allem große Ketten und Kaufhäuser fallen damit heraus. Müller geht davon aus, dass ab „Mittwoch oder Donnerstag“ geöffnet werden kann. Er sucht nach einem Weg, die 800-Quadratmeter-Formal auch auf Warenhäuser anzuwenden.

Auch dürfen sich Menschen, die nicht zusammenleben, weiterhin nicht zu nahe kommen. Die 1,5-Meter-Abstandsregel bleibt bestehen. „Der Schutz von Menschenleben ist unser oberstes Gebot. Daran messen wir weiterhin unsere Entscheidungen“, erklärte der Regierende Bürgermeister Michael Müller bei einer Radioansprache. „Wir werden als Senat weiterhin genau abwägen, was wir den Menschen in der Stadt zumuten müssen. Und was wir tun können, um so schnell wie möglich wieder in unser normales Leben zurückzukehren.“ Denn alle eint: „Wir wollen unser Berlin wieder zurückhaben. Vielfältig, quirlig, spannend, liebenswert, stark und begeisternd.“

Die Corona-Beschränkungen in Berlin sehen weiterhin keine Öffnung von Restaurants und Cafés über Abholung hinaus vor. Foto: Imago/Steinert

Corona-Beschlüsse in Berlin: Friseure bald offen, Geschäfte mit Einschränkungen

Das sind die Beschlüsse der Bundesregierung, die voraussichtlich so auch in Berlin gelten werden:

  • Die Öffnung von Einzelhandelsgeschäften wird größtenteils im Laufe der nächsten Woche wieder erlaubt. Mittwoch oder Donnerstag ist realistisch – die Geschäfte bräuchten laut Müller Zeit, sich vorzubereiten. Man stimme sich mit Brandenburg ab, die 800-Quadratmeter-Regel gelte weiter.
  • Schulen werden für die Abschlussjahrgänge wieder geöffnet. Auch Abiprüfungen können dadurch stattfinden. Sie finden ab kommenden Montag statt. MSA-Jahrgänge starten ab dem 27. April – sechste Klassen plus qualifizierende Jahrgänge dürfen ab Anfang Mai wieder ran.
  • Kitas: Die Notbetreuung soll ausgebaut werden.
  • Die gewohnten mindestens anderthalb Meter Abstand zu den Menschen, mit denen man nicht zusammenwohnt, sind weiter einzuhalten.
  • Rausgehen nur, wenn es unbedingt sein muss – Müller betonte, dass dem Senat bewusst sei, dass Berlin als Metropole mehr Mietwohnungen als Häuser mit Garten hat, lobte aber auch, dass es bisher gut gelingt. Einzelaktivitäten seien weiter in Ordnung, nur eben keine großen Outdoor-Events. Die Ausgangssperre „will ich vermeiden“. Man müsse auch an häusliche Gewalt, an die psychischen Folgen sozialer Isolation denken.
  • In einzelnen Bereichen wie dem Einzelhandel und ÖPNV ist es sicherer, eine Schutzmaske zu tragen.
  • Geschlossen haben weiter Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen sowie Theater, Opern und Konzerthäuser. Von Clubs bis Oper setzen damit viele Kultur-Betriebe weiter auf Streaming. Müller sagte, das nächste Rock-Konzert und der nächste Club-Besuch in weiter Ferne lägen.
  • Dienstleistungen, die mit Nahkontakt verbunden sind, bleiben verboten – zum Beispiel Maniküre, Massage etc.
  • Ausnahme: Friseure – unter strengen Regeln dürfen sie ab 4. Mai wieder öffnen. Das dürfte einige freuen, die sich selbst die Haare schneiden wollten – und unsere Tipps nicht kannten.
  • Großveranstaltungen sind vorerst kein Thema, bis Ende August wird es keine Fußballspiele in Stadien geben, keine Festivals, keinen Christopher Street Day. Müller benutzte angesichts des Datums 31. August die Formulierung „mindestens“.
  • Auch Religionsgemeinschaften sind betroffen. Wie die Glaubensausübung bald wieder möglich ist, werde beraten. Ereignisse wie das Fastenbrechen dürften voerst nicht groß gefeiert werden. Man müsse sehen, wie man sicherstellen könnte, dass etwa Gottesdienste den Sicherheitsregeln entsprechen.
  • Über Museen und die Handhabung für kleinere Kulturveranstaltungen soll zeitnah entschieden werden.

Je nachdem, wie sich die Zahlen entwickeln, evaluieren Bundesregierung und die Länder die Lage immer wieder neu. Eine generelle Lockerung vor Anfang Mai haben alle Seiten aber vorerst ausgeschlossen.

Für den Kulturbetrieb ist das eine Katastrophe, viele Geschäftsleute dürfen aber leichte Hoffnung schöpfen, bald wieder regulär Geld zu verdienen. Viele versuchen, mit dem Verkauf von Gutscheinen Löcher zu stopfen. tip-Redakteur Erik Heier verspricht in seinem Kommentare zu Corona: Wir holen das alles nach! Und da Rausgehen mit Vorsicht und Verstand weiter erlaubt ist: Dies sind die schönsten Parks Berlins. Der Senat informiert über die Corona-Entwicklungen in Berlin.

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