Feiertag

Frauentag: Wer ihn eingeführt hat, was 2021 in Berlin los ist

Am Montag, den 8. März 2021 ist Frauentag. In Berlin wird dieser am Montag zum dritten Mal als gesetzlicher Feiertag begangen. Er ist ein internationaler Tag für die Frauenrechte und ein Symbol für Gleichberechtigung. Weltweit demonstrieren Frauen gegen Diskriminierung. Wir informieren über seine Geschichte und zu den Veranstaltungen 2021.

Frauentag in Berlin
Bei den Demonstrationen zum Frauentag in Berlin am 8. März 2020 fordern Frauen sexuelle Selbstbestimmung und protestieren gegen sexuelle Gewalt an Frauen. Foto: Imago Images/Ipon

Der Internationale Frauentag nur in Berlin ein Feiertag

Der Internationale Frauentag ist in Berlin gesetzlicher Feiertag, in den übrigen 15 Bundesländern jedoch nicht. 2019 bestätigte das Berliner Abgeordnetenhaus einen entsprechenden Beschluss. Der Weltfrauentag wurde als gesetzlicher Feiertag in das „Gesetz über die Sonn- und Feiertage” aufgenommen. Weltweit ist der Frauentag in 26 Ländern gesetzlicher Feiertag.

2019 und 2020 gab es zum Frauentag in der Hauptstadt jeweils zahlreiche Veranstaltungen sowie Demonstrationen. Dabei kamen 10.000 bis 12.000 Teilnehmer*innen zur jeweils größten Demo. In Berlin wird es zum Frauentag in diesem Jahr Pandemie-bedingt keine größeren Demos geben. 

Veranstaltungen zum Frauentag am 8. März 2021 in der Hauptstadt

Mehrere Initiativen kündigen in diesem Jahr unter dem Motto “Frauen*kampftag2021” kleinere Kundgebungen in der Stadt und virtuelle Aktionen an. Um Solidarität mit allen Pflegeberufen zu zeigen, sehen die Initiativen es als gegeben an, keine potentiellen Massenansteckungen zu provozieren.

Frauentag
Das ist ein Bild von den Demonstrationen in Berlin am 8. März 2019. „Ich bin meine eigene Frau“ steht auf einem der vielen Plakate, die sexuelle Selbstbestimmung und Gleichberechtigung fordern. Foto: Imago Images/Ipon

Das FrauenNetz Marzahn-Hellersdorf will am 8. März traditionell am Clara-Zetkin-Denkmal Blumen niederlegen, um der deutschen Frauenrechtlerin und Politikerin zu gedenken. Diesmal können Teilnehmer*innen im Rahmen einer digitalen Veranstaltung am Nachmittag nur virtuell ihre Blumen niederlegen. 

Das Deutsche Historische Museum bietet um 12.30 Uhr eine digitale Führung an. Um zehn Uhr und um 15 Uhr werden zudem zwei Telefonführungen angeboten. Das Thema lautet “Herstory”. Innerhalb der Führungen soll der Satz “Männer machen Geschichte” hinterfragt und ein neuer Blick auf die Dauerausstellungen, welche 1.500 Jahre deutsche Geschichte zeigen, geworfen werden. Tickets sind für drei Euro erhältlich. Das Jüdische Museum bietet um 18 Uhr ebenfalls eine kostenlose, virtuelle Führung an. Der Eintritt ist frei. 

Frauentag
Bei den Demonstrationen zum Weltfrauentag 2015 hielt eine Demonstrantin dieses Plakat von Frauenrechtlerin Clara Zetkin und der Kommunistin Ivana Hoffmann in der Hand. Foto: Imago Images/Ipon

Vor dem Amerika-Haus am Zoo wird es eine Open-Air-Ausstellung unter dem Namen “Die Hälfte Berlins” geben und das Zeiss-Großplanetarium bietet um 19 Uhr einen kostenlosen Livestream zum Thema “Entdeckerinnen des Kosmos” an.  

Deutschlandweite Veranstaltungen am Weltfrauentag

Deutschlandweit finden rund um diesen Tag Veranstaltungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der DGB-Frauen statt. Der diesjährige Frauentag steht natürlich auch unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. Frauen trifft die Krise besonders hart, etwa wegen der Zunahme an Fällen häuslicher Gewalt gegenüber Frauen.

Häufig übernehmen Frauen den überwiegenden Teil der Haus- und Familienarbeit und reduzieren dafür ihre Arbeitszeit. Zudem arbeiten vor allem Frauen in systemrelevanten und zugleich unterbezahlten Berufen. In der Krise sind sie zudem durch Kurzarbeit, Freistellung oder Arbeitslosigkeit besonders von Einkommensbußen betroffen. Darauf weisen der DGB und seine Gewerkschaften unter dem Motto “Mehr Gewerkschaft, mehr Gleichstellung, mehr denn je” am 8. März hin. 

Die Geschichte des Internationalen Frauentages

Der Weltfrauentag entstand als Initiative einer sozialistischen Organisation vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Sozialistin Clara Zetkin schlug auf der zweiten internationalen Frauenkonferenz in Kopenhagen am 27. August 1910 die Einführung vor. Erstmals wurde dieser dann am 19. März 1911 in Dänemark, Österreich, Deutschland, der Schweiz und den USA gefeiert. Die politischen Forderungen waren das aktive und das passive Wahlrecht für Frauen. 

Frauentag
Das Clara-Zetkin-Denkmal steht in Berlin am Prerower Platz 14 in Hohenschönhausen. Foto: Imago Images/Christian Ditsch

Am internationalen Frauentag geht es um die Gleichberechtigung. Im Arbeitsleben, in der Gesellschaft und vor dem Gesetz. Übrigens sind nur neun Prozent aller Bürgermeister*innen in Deutschlands Frauen – ein leichter Rückgang zu den vergangenen Jahren.

Mehr als 100 Jahre machen Frauen am Weltfrauentag bereits darauf aufmerksam, in welchen Bereichen des beruflichen und gesellschaftlichen Lebens sie weiterhin benachteiligt werden. Seit dem 8. März 1921, Montag also genau seit 100 Jahren, findet der Weltfrauentag jährlich statt. 


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Einmal wöchentlich stellt der Podcast „Clever Girls“ Berlinerinnen und Brandenburgerinnen vor, die starke und feministische Vorbilder verkörpern. In Neukölln befindet sich die Frauenbuchhandlung „She Said“. Wir sprachen mit Emilia von Senger, die sie eröffnet hat. Frauen haben weltweit und in Berlin nicht selten mit sexueller Belästigung zu tun. Wie sich Opfer fühlen und wie man sich dagegen wehren kann, erfahrt ihr hier.

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