Feiertag

Frauentag 2022 in Berlin: Demos, Events und Veranstaltungen

In diesem Jahr jährt sich der Internationale Frauentag zum 111. Mal. In Berlin ist er seit 2019 sogar ein Feiertag. Genug Zeit also, um sich für die Rechte der Frauen und Gleichberechtigung einzusetzen. Unter anderem geht das bei einer der vielen Demos in ganz Berlin. Die Kundgebung „Frauen:kampftag 2022“ ist dabei sicherlich eine Pflichtveranstaltung. Aber auch sonst gibt es viele spannende Aktivitäten rund um die Frau.


Ansage zum 8. März – Kundgebung Frauen:kampftag 2022

Demonstration zum Internationalen Frauentag 8. März 2021 für Frauenrechte, Gleichberechtigung und Gleichstellung in Berlin. Foto: Imago/Snapshot/KM Krause

Es war zuvor eine große Demo geplant, doch durch die Pandemie kann das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ nur eine Kundgebung veranstalten. Um trotzdem ihre Botschaft zu verbreiten, sind für den 8. März viele Redebeiträge und künstlerische sowie musikalische Aktionen vorgesehen. Das Bündnis dahinter besteht seit 2012 aus mehr als 40 feministischen Gruppen und setzt sich für das Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität und eine aufgeklärte Familienpolitik ein.

  • Nettelbeckplatz Wedding, Di 8.3., 11 Uhr

Mit Frauen in die Pedale treten

Lila als Kampffarbe: Der „Purple Ride“ ab Mariannenplatz ist eine Fahrrad-Demo. Foto: Imago/Contini

Auch Fahrräder können eine politische Botschaft haben. Um am internationalen Frauentag ein Statement zu setzen, ruft die Aktion „Purple Ride“ zu einer Fahrrad-Demo auf. Das Hauptthema ist die Diskriminierung von Frauen, Lesben, Inter-, Nonbinary- und Trans-Menschen. Daher können auch nur diese Menschen an der Demo teilnehmen. Cis-Männer sind aber zu eigenen Aktionen aufgerufen. Der Aktion entsprechend können die alten lilafarbenen Sachen wieder aus dem Schrank rausgekramt werden, egal ob Schal oder Rucksack. Also ab aufs Fahrrad und los strampeln.

  • Mariannenplatz Kreuzberg, Di 8.3., 12 Uhr

Gleichberechtigung am Becken: Demos gegen Pisskriminierung

Pinkeln  – normalerweise ein recht privates Unterfangen, so es denn Toiletten in der Nähe gibt. Das ist bei Demos und an Feiertagen besonders nicht immer der Fall. Dazu kommt, dass die meisten Sanitäreinrichtungen gebührenpflichtig sind. Da kann es für Frauen, Menschen mit Behinderung und Menschen, die kein Geld haben, schon mal eng werden. Darauf wollen die Mitglieder der Aktion „Piss-In“ nun aufmerksam machen. Die Aktion findet bereits am Vorabend des Frauentags statt – am 7. März im 17 Uhr vor der Toilette des Roten Rathauses. Unsere Autorin hatte die neuen öffentlichen Toiletten in Berlin als sexistisch angeprangert. Bei der Demo am Nettelbeckplatz am 8. März (siehe oben) wird übrigens das Frauenurinal Missoir vorgestellt.

  • Rotes Rathaus Mitte, Mo 7.3., 17 Uhr

Gegen Kapitalismus am Frauentag

Mit den Parolen “We break youer borders. We smash your fascism” gehen am Dienstag die Mitglieder der „Alliance of Internationalist Feminists“ und „Kali Feminists“ auf die Straße. Demonstriert wird gegen die Ausbeutung und Unterdrückung durch Kapitalismus und Patriachat. So soll für mehr Gerechtigkeit und Selbstbestimmung gekämpft werden. Selbstgemachte Plakate und Transparente sind dabei herzlich willkommen.

  • Leopoldplatz Wedding, Di 8.3., 15 Uhr

Feiern gegen Frauenfeindlichkeit

Seit 2019 ist der Internationale Frauentag – in diesem Jahr wird er zum 111. Mal begangen – in Berlin ein Feiertag. Ein Grund mehr, es in der Forum Factory bei einer Frauenversammlung mit Fete ordentlich krachen zu lassen. Mit dabei sind die Tanzperformerin Mwenda Mayer aus Sambia, die Kabarettostin Sigrid Grajek, die Filmemacherin Naomi Beukes aus Namibia und viele weitere Künstlerinnen. Zur Einstimmung werden gemeinsam frauenfeindliche Sprüche zerschreddert.

  • Forum Factory Besselstr. 13-14, Kreuzberg, Di 8.3., 18-23.45 Uhr, Tickets: 15/10 €, ahoi-kultur.de

Zeiß-Großplanetarium würdigt Frauen in der Astronomie

Frauen bekommen in der Astronomie noch nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Das soll sich im Zeiss-Großplanetrarium ändern. Foto: Imago/Bernd Friedel

„Hidden Stars: Wie Frauen die Sterne entdeckten“ im Zeis-Großplanetatium beschäftigt sich mit der Geschichte der Frauen in der Astronomie. Denn auch wenn Frauen besonders im 19. Jahrhundert nicht für die Wissenschaft fähig galten, gab es doch wissensdurstige Frauen, welche die Wissenschaft der Sterne prägten. Genau diese Frauen sollen nun unter den Sternenhimmel des Planetariums geehrt werden.

  • Zeiss-Großplanetarium Prenzlauer Allee 80, Prenzlauer Berg, Di 8.3., 17 Uhr, Tickets: 9/ 7 €, planetarium.berlin

Die Geschichte der Frauenbewegung vor dem Amerika Haus

Laut dem „Gender Gap Report“ des Weltwirtschaftsforums von 2020 würde es bei dem jetzigen Tempo noch 100 Jahre dauern, bis Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Doch im Gegensatz zum 19. Jahrhundert hat sich schon viel getan. Mehreren Ausstellungstafeln auf dem gepflasterten Außengelände neben dem Amerika Haus blicken nun auf diese 150 Jahre Frauenbewegung zurück. Auch mehrere Porträts werden durch Interviews von verschiedenen Zentren und Organisationen vorgestellt.

  • Amerika Haus Hardenbergstr. 22-24, Charlottenburg, 6.3.-Sommer 22, Rund um die Uhr, Eintritt frei

Eine mutige Frau sorgt für Aufsehen und wird jetzt geehrt

Feministin Hedwig Dohm galt als unscheinbar und hatte einen wachem Verstand. Bild: gemeinfrei

„Was die Pastoren von den Frauen denken“, so hieß der erste feministische Essay von Hedwig Dohm aus dem Jahre 1872. Später folgten weitere Aufsätze über Gleichberechtigung, für ihre Zeit auf ziemlich radikale Weise. Trotzdem prägte sie die Berliner Frauenbewegung. Um sie am internationalen Frauentag gebührend zu ehren, bietet das Angebot „Cross Roads“ eine Führung durch die wichtigsten Stationen ihres Lebens, von ihrer Kindheit bis zu ihrer ersten Unterkunft. Auf diesem Weg soll sich am Ende der Lebensweg einer der „Urmütter des Feminismus“ erschlossen werden. Mehr Berliner Frauen, die die Stadt prägten und Geschichte schrieben, findet ihr hier.

  • Friedrichstr. 235 Kreuzberg, Di 8.3., 14-16 Uhr, crossroads-berlin.com

Wie Bertolt Brecht mit dem Kampf für die Frauen zusammenkommt

Als Bertolt Brecht 1926 das Epische Theater einführte, sollte sich von tragischen Einzelschicksalen abgewandt und dafür große gesellschaftliche Konflikte und soziale Ungerechtigkeiten wieder in den Mittelpunkt gerückt werden. Die dabei genutzten Mittel machen sich nun die Leute von der Brotfabrik direkt aus dem Stehgreif zu eigen. Das politische Improtheater beschäftigt sich mit aktuellen, aber vom Publikum gewählten Frauenthemen wie die Gender Pay Gab oder Frauen-Power und soll gleichzeitig zum Denken anregen. 

  • Brotfabrik Berlin Caligariplatz 1, Weißensee, Mo 7.3., 20 Uhr, Tickets: 15/ 10 Uhr, brotfabrik-berlin.de

Feministische Emanzipationsfeier im ://about blank

Den zehnten Geburtstag musste das blank in der Pandemie feiern, jetzt geht es mal wieder richtig los. Foto: ://about blank

Das about blank lädt zum „Sexed Power“-Tagesevent am 8. März ab 12 Uhr mittags mit FLINTA*-Lineup ein. Alle Eintrittseinnahmen gehen an die queerfeministischen Projekte „Lila Bunt“ und Trans*-Sexarbeiter:innen.

  • ://about blank Markgrafendamm 24c, Friedrichshain, Di 8.3., ab 12 Uhr

Mehr zum Thema

Die Playlist zum 8. März: Berliner Songs zum Frauenkampftag. So lebten Frauen im Berlin der 1920er-Jahre: Schick, mutig, modern. Feministische Geschichte in Berlin ist auch die Geschichte der Begine: Wie das Frauenprojekt aus einer Hausbesetzung wuchs. Mehr politische Themen aus Berlin findet ihr hier.

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