Kein MyFest

Kreuzberg am 1. Mai – einfach trotzdem hin? Das sagt die Polizei

Zum 1. Mai gehört für viele – neben politischem Protest – inzwischen auch die große Party in Kreuzberg. Das MyFest ist Corona-bedingt allerdings abgesagt. Was nun?

Nur noch eine Erinnerung: 1. Mai in Kreuzberg vor Corona. Foto:  Imago/Pemax
Nur noch eine Erinnerung: 1. Mai in Kreuzberg vor Corona. Foto: Imago/Pemax

Anzunehmen ist, dass sich, spätestens wenn die Sonne scheint, doch einige auf den Weg machen werden, um zum Beispiel etwas Zeit im Görlitzer Park zu verbringen. Und wie man die Berliner*innen kennt, wird es aus irgendwelchen Fenstern um den Park herum auch wie sonst Musik geben. Und das ein oder andere Park-nahe Restaurant die passenden Cocktails zum Mitnehmen reichen.

Wird am Ende das MyFest doch gefeiert? Nur eben ohne den offiziellen Namen und ohne Touristen?

Kein MyFest – aber trotzdem nach Kreuzberg in den Görlitzer Park?

Zumindest die Polizei plant nicht, nur wegen des Feiertages ihr Einsatzkonzept zu ändern. Gegenüber tipBerlin erklärte ein Sprecher: „Wir beobachten ganz genau, was in Kreuzberg geschieht – das betrifft auch die Parks.“ Denn auch, wenn die Einwohner*innen in den Park dürfen, um etwa Sport zu treiben, gilt weiterhin: Größere Zusammenkünfte sind weiterhin nicht erlaubt. Und auch das Herumhängen im Park des Herumhängens wegen ist nicht gern gesehen.

„Wir haben in den vergangenen Wochen immer wieder dahingehend kontrolliert und werden dies auch am 1. Mai tun“, sagt der Behördensprecher.

Corona-Ordnung gilt auch am 1. Mai – und auch in Kreuzberg

Laut der Corona-Ordnung des Senats dürften Menschen aus anderen Stadtteilen auch gar nicht in Kreuzberg auflaufen, insofern des dafür keinen triftigen Grund gibt – etwa geteiltes Sorgerecht, Pflege von Angehörigen oder ähnliches.

Denn: Unnötige Wege sollen weiterhin vermieden werden, die Polizei ist kontrollberechtigt. Und auch, wenn viele Punkte der Verordnung einen gewissen Interpretationsspielraum zulassen, ist doch fragwürdig, ob nun Menschen aus dem Wedding am 1. Mai unbedingt im Görli Sonne tanken müssen. Angesichts der vielen schönen Parks im ganzen Stadtgebiet Berlins sicher nicht.

2016 im Görlitzer Park: Damals der ganz normale Wahnsinn. Dann kamen Einlassbeschränkungen, dann Corona. Foto: Imago/Zuma
2016 im Görlitzer Park: Damals der ganz normale Wahnsinn. Dann kamen Einlassbeschränkungen, dann Corona. Foto: Imago/Zuma

Wird die Polizei am 1. Mai härter durchgreifen in Parks?

Zumal die Polizei möglicherweise etwas weniger entspannt ist als sonst oft in vielen Parks – denn es geht am 1. Mai nicht nur um die, die ein bisschen Spaß haben wollen, sondern auch um die Aktivisten und Linksradikalen, die auch in Zeiten der Pandemie in Kreuzberg einige Protestaktionen planen.

Allein, um die Situation zu entzerren, ist es gut möglich, dass die Einsatzleitung härtere Kontrollen in der Frage anberaumt, was die ganzen Leute im Park denn so wollen. Kommentieren will dies der Polizeisprecher nicht. Er betont nur abermals, dass es die Vorgaben gibt, die einzuhalten sind.

Wer lieber etwas Abstand nehmen will – es gibt in und um Berlin tolle Ziele für Ausflüge. Und der ein oder andere Lost Place will auch noch (natürlich im Rahmen der Gesetze) entdeckt werden. Und wer doch eher in den Stadtteilen unterwegs ist: Hier gibt es die besten Drinks to go.

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