Miteinander

Soziales Engagement in Berlin: Von Sprachcafé bis Straßenfeger

Wenn ihr euch in Berlin sozial engagieren wollt, findet ihr viele Möglichkeiten. So viele, dass ihr schnell den Überblick verlieren könntet. Das ist ein Problem: Freiwillige wollen sich einbringen, wissen häufig aber nicht, wo genau. Manche Erfahrung könnte sich so als frustrierend herausstellen, worauf das Interesse an guten Taten schnell verpufft. Deshalb stellen wir einige Organisationen für soziales Engagement vor, bei denen ihr euch beteiligen könnt. Mit ein paar Hintergrundinfos dürfte das Ehrenamt gleich eine Bereicherung für euch und die Menschen werden, denen ihr helfen möchtet.

Aufgrund der Pandemie ist das Angebot für Freiwillige der einzelnen Stellen beschränkt oder auf Online-Formate umgestellt. Aktuelle Informationen dazu erhaltet ihr auf den jeweiligen Webseiten beziehungsweise durch telefonische Nachfrage. Falls ein persönlicher Einsatz momentan nicht möglich sein sollte, könnt ihr die gemeinnützigen Projekte finanziell unterstützen.


Serve the City

Dank Serve the City findet ihr leicht Zugang zu Hilfsorganisationen. Foto: Imago/Pacific Press Agency

Die gemeinnützige Organisation Serve the City bietet vielfältige Möglichkeiten für soziales Engagement in Berlin. Freiwillige können sich in den monatlich stattfindenden Aktionstagen oder in spezifischen Einzelprojekten praktisch einbringen. Dabei werden hauptsächlich bestehende soziale Einrichtungen und Initiativen der Stadt unterstützt. Dazu gehören unter anderem regelmäßige Besuche in Seniorenheimen und Obdachlosen-Cafés, das Verteilen von Essen oder Aktivitäten mit Kindern. Hier kann jede:r einfach und unverbindlich als Einzelperson oder Gruppe mitmachen.

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Über den Tellerrand

Über den Tellerrand verbindet soziales Engagement und gemeinsames Essen in Berlin.
Über den Tellerrand verbindet soziales Engagement und gemeinsames Essen in Berlin. Foto: Laura Fiorio

Gemeinsames Essen verbindet. Seit 2013 bringt die Berliner Initiative „Über den Tellerrand“ Menschen mit und ohne Fluchterfahrung zusammen an den Herd und an den Tisch. Mittlerweile ist aus den multikulturellen Kochabenden ein großes, deutschlandweites Netzwerk entstanden mit vielfältigen Begegnungsveranstaltungen. Wer mitmachen möchte, kann sich an Kochevents, Picknicks oder Wanderungen beteiligen. Kochmuffel bringen sich im Sprachcafé ein oder lernen beim Gärtnern im Kiezgarten Berliner:innen aus Syrien, Libyen oder Gambia kennen. Willkommen sind auch eigene Ideen für neue Begegnungsformate.

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Schülerpaten

Kinder haben wirklich so viel Spaß an Hausaufgaben wie hier dargestellt. Foto: Imago/Shotshop

Noch immer haben nicht alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland die gleichen Chancen für einen erfolgreichen Bildungsweg. Hier setzt Schülerpaten e.V. an. Der Verein vermittelt Patenschaften zwischen Ehrenamtlichen und Schüler:innen mit vorwiegend arabischem Migrationshintergrund. Als Pate oder Patin gebt ihr einmal die Woche Nachhilfe. Darüber hinaus unterstützt ihr euer Patenkind bei Fragen des alltäglichen Lebens oder auch der Berufsfindung und unternehmt hin und wieder etwas zusammen. Der Verein veranstaltet auch gemeinsame Feste und unterstützt Pat:innen durch themenspezifische Seminare.

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Rückenwind

Bei Rückenwind werden Fahrräder wieder auf Vordermann gebracht. Foto: Imago/Westend61

Ihr schraubt gerne an Fahrrädern herum und wollt Geflüchteten helfen? Dann seid ihr bei Rückenwind richtig. Der Verein betreibt eine Selbsthilfewerkstatt, in der Menschen mit und ohne Fluchterfahrung gemeinsam Fahrräder reparieren. Zudem werden gespendete Fahrräder an Geflüchtete ausgegeben. Ob ihr euch als Schrauber, Fahrradspender oder organisatorisch als Teammitglied einbringen wollt – bei Rückenwind gibt es viel zu tun.

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GLADT

Vielleicht habt ihr den Begriff Intersektionalität schon einmal gehört. Er beschreibt grob die Überlappungen und Wechselwirkungen unterschiedlicher Diskriminierungsformen und damit einhergehenden spezifischen Erfahrungen. Damit setzt sich der Verein GLADT auseinander, eine Selbstorganisation von Schwarzen, Indigenen und Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*, Inter* und Queeren Menschen of Color in Berlin. Sie freuen sich über euren Einsatz, ob bei Übersetzungstätigkeiten, inSprach-Tandems, bei Begleitung zu Ämtern oder Unterstützung bei Gruppenaktivitäten und Veranstaltungen. Bis zum Jahresende gibt es zwar eine coronabedingte Pause, aber danach soll es gewohnt weitergehen.

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In&Out – Lesbische Schwule Bi Trans* Queere
Jugendliche beraten Jugendliche

Du bist jung, queer und möchtest dich sozial engagieren in Berlin? Beim Lambada Bund setzen sich junge Queers für eine Verbesserung ihrer Lebenssituation ein. Ihr Berliner Beratungsprojekt In&Out ist stets auf der Suche nach Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 16 bis 27 Jahren, die Gleichaltrige bei sämtlichen Fragen zu Liebe, Diskriminierung, Coming-Out und Familie beraten. Hier werdet ihr von erfahrenen Berater:innen und Psycholog:innen schrittweise auf eure Tätigkeit vorbereitet. Ihr könnt euch aber auch in der Öffentlichkeitsarbeit einbringen. Derzeit befindet sich der Verein in einer Winterpause. Ab dem 9. Januar ist er zurück.

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Hangar 1

In Hangar1 gibt es sogar einen Tennisplatz. Foto: Imago/Claudio Gärtner

Während zahlreiche Geflüchtete in den Hangars des Flughafen Tempelhof wohnten, entstand in Hangar 1 ein vielfältiges Angebot an Aktivitäten und Unterstützung für diese Menschen. Um dieses Engagement auch nach Schließung der Hangars für Geflüchtete 2017 zu erhalten, wurde der gemeinnützige Träger Tentaja ins Leben gerufen, der Hangar1 als Ort der Begegnung organisiert. Hier bieten unterschiedliche Organisationen, Vereine und einzelne Ehrenamtliche ein kostenfreies und offenes Angebot in den Bereichen Sport, Kultur, Bildung und Beratung für alle Menschen an. So könnt ihr euch bei bestehenden Projekten einklinken oder eigene Ideen vorschlagen.

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Strassenfeger e.V.

Ein Dach über dem Kopf und mehrere Mahlzeiten am Tag – für die meisten von uns ist das selbstverständlich. Der Verein Straßenfeger kümmerst sich um diejenigen, bei denen es nicht so ist. Hier können die vielen Obdachlosen der Stadt in einer Notunterkunft übernachten und werden in der sogenannten Übrigküche mit gesunden Mahlzeiten versorgt. Das geht nur mit zahlreichen freiwilligen Helfer:innen. Ob in der Unterkunft, in der Küche, auf einer Straßen-Tour oder bei der Organisation von Veranstaltungen – es gibt vielfältige Möglichkeiten zu helfen.

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Lebenshilfe Berlin

Bei der Berliner Lebenshilfe gibt es viele Möglichkeiten sich zu engagieren.
Bei der Berliner Lebenshilfe gibt es viele Möglichkeiten, sich zu engagieren. Foto: Lebenshilfe Berlin

Seit mehr als 20 Jahren setzen sich bei Lebenshilfe Berlin Menschen für Menschen mit geistiger Behinderung jeden Alters ein. Dabei gibt es für Freiwillige vielfältige Möglichkeiten, sich einzubringen: von verbindlichen Patenschaften über Lauftreffs bis hin zur Unterstützung bei Veranstaltungen. Wie ihr euch engagieren könnt, wird ganz individuell mit Blick auf eure Kapazitäten und Interessen abgesprochen. Grundsätzlich ist man hier auch für eure eigenen Vorschläge offen.

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Gute-Tat

Bei Gute-Tat erfahrt ihr, wo gerade Hilfe benötigt wird. Foto: Imago/Maskot

Ob mit großen oder kleinen Taten – jede Hilfe zählt. Das Stiftungsprojekt Gute-Tat vereint auf seiner Plattform vornehmlich kleine und mittlere Hilfsprojekte. Da kann man schnell und unkompliziert online nachgucken, wo gerade Spenden oder ehrenamtliches Engagements in der Stadt benötigt werden. Eine Suchmaschine schlägt euch nach vorher bestimmten Kriterien wie Zielgruppe, Tätigkeit und Zeit passende Projekte vor. Einfacher geht’s nicht.

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Freiwilligenagenturen der Stadtteile

Mittels Freiwilligenagenturen bekommt ihr viele Möglichkeiten, ehrenamtlich auszuhelfen. Foto: Imago/McPhoto

Nahezu jeder Stadtteil hat eine eigene Freiwilligenagentur. Hier gibt es die volle Bandbreite an Möglichkeiten für soziales Engagement in Berlin: Kochen für Obdachlose, Freizeitaktivitäten mit Senior:innen, Sprachpatenschaften oder Musizieren mit geistig behinderten Menschen und vieles mehr. Die Dauer variiert von einmaligen Einsätzen bis zu längerfristigem Engagement. Oftmals werden auch Fortbildungen und Qualifizierungen im Rahmen des ehrenamtlichen Engagements angeboten. Die jeweiligen Freiwilligenagenturen informieren euch über passende Tätigkeiten in eurer Nähe.


Give something back to Berlin (GSBTB)

Auch ohne Deutschkenntnisse funktioniert soziales Engagement in Berlin wunderbar.
Auch ohne Deutschkenntnisse funktioniert soziales Engagement in Berlin wunderbar. Foto: GSBTB

Die Mitglieder von GSBTB bezeichnen sich selbst als „50 shades of immigrants“ und haben sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Migrant:innen – ob Expat oder Geflüchteter – und langansässige Berliner:innen in sozialen Projekten zusammenzubringen. Gerade wer der deutschen Sprache nicht mächtig ist, erhält in dieser englischsprachigen Organisation die Möglichkeit, in der Stadt anzukommen und anderen dabei zu helfen. Dazu gehören Angebote wie Jobcoachings, bilinguale Sprachcafés oder künstlerischen Projekte.

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Mehr zum Thema:

Ihr sucht noch mehr Angebote? An diesen Orten wird obdachlosen Menschen in Berlin geholfen. Falls ihr einfach nur etwas abgeben wollt, findet ihr hier Einrichtungen für Sachspenden. Und falls ihr in letzter Minute etwas Gutes tun wollt: Zu Weihnachten in Berlin Gutes tun: Spenden, schenken, zuhören. Was in der Stadt noch passiert, wo ihr helfen könnt, welche Fragen es rund um Berlin gibt, findet ihr mit unseren Stadtleben-Texten heraus.

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