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Brodelnde Kessel: Warnstreik in der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei

Die Verhandlungen zwischen der Radeberger-Gruppe und den Berliner Beschäftigten in der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei sind festgefahren. Nun ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Warnstreik auf.

Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei in Alt-Hohenschönhausen. Die Beschäftigten sind zum Warnstreik aufgerufen. Foto: Imago/Joko

An der Indira-Ghandi-Straße in Alt-Hohenschönhausen befindet sich eine der traditionsreichsten Berliner Brauereien – und während anderswo in ehemaligen Brauereianlagen Konzerte stattfinden oder gefeiert wird, ist dieses Industriedenkmal weiterhin in Betrieb. Die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei GmbH produziert an diesem Standort Biere der Marken Berliner Pilsner, Berliner Kindl und Schultheiss. Das Unternehmen gehört zur Radeberger Gruppe, die wiederum Teil des Großkonzerns Oetker ist. Und in den Kesseln brodelt es.

Brauerei-Warnstreik bis 28. Mai

Die Beschäftigten der Berliner Brauerei sind zu einem 25-stündigen Warnstreik aufgerufen, vom 27. Mai bis zum folgenden Tag um 22 Uhr. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) verhandelt mit der Radeberger Gruppe über höhere Löhne für die Angestellten in der Brauerei und setzt sich zudem für die finanzielle Gleichstellung der Beschäftigten im Logistikbereich ein, die finanziell schlechter dastehen. Der bisherige Tarifvertrag ist Ende März ausgelaufen, bislang hat die Radeberger-Gruppe ein einziges Angebot vorgelegt: 2,2 Prozent mehr Lohn für 2025, 2 Prozent mehr für 2026. Schon in den bisherigen Verhandlungen pochte die Gewerkschaft auf „die 3 vorm Komma“ und bezeichnete das Angebot als „dünn wie Radler“.

Verhandlungsführer Uwe Ledwig von der NGG führt aus: „Das Wohnen und Leben in der Stadt wird immer unbezahlbarer. Wir wollen, dass Berliner Bier auch weiterhin hier gebraut wird. Dafür müssen sich die Beschäftigten ein gutes Leben in der Stadt aber auch leisten können.“

Am 15. Mai begann die dritte Verhandlungsrunde, ein neues Angebot der Radeberger-Gruppe liegt nicht vor. Nun soll für 25 Stunden die Produktion stillstehen, laut Brauerei-Angaben können üblicherweise 100.000 Flaschen stündlich abgefüllt werden. Die Gewerkschaft hofft auf ein neues Angebot und macht deutlich, dass weitere Streiks möglich seien. „Wenn sich die Radeberger-Gruppe nun nicht zügig um ein verhandlungsfähiges Angebot bemüht, werden wir vor der vierten Verhandlung nachlegen müssen“, so Ledwig.


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