Stadtleben

Post von Peymann

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Claus Peymann verschickt gerne
Mails. Kritikern, die nicht ganz so sehr von seinen Regie-Künsten begeistert
sind wie er selbst, teilt er dann zum Beispiel wutschnaubend mit, dass sie in
Zukunft am Berliner Ensemble nur noch Randplätze bekommen werden. Wir werden
Peymanns Theater also nicht mehr aus der Mittelachse ertragen müssen. Ob es
dadurch besser wird, wissen wir aber auch nicht. Mitte Dezember kam schon
wieder eine dieser aufgekratzten Mails aus dem Berliner Ensemble. Thema: Alles
wird schlimmer, besonders das Theater. Nun, am BE werden sie wissen, wovon sie
da reden. Bei einer BE-Veranstaltung hatten sich zwei verbitterte ältere
Herren, der für seinen schlechten Geschmack gefürchtete Feuilleton-Funktionär
Peter Iden und Claus Peymann, über den Lauf der Welt ausgetauscht. Weil sich
das öffentliche Interesse daran möglicherweise in Grenzen hielt, verschickt die
BE-Pressestelle Mails mit den schönsten Zitaten, die wir schon aus alter Treue
zu Claus Peymann hier gerne zum besten geben. Peymann: „Ich beobachte mit
Schrecken, wie sich die Quantität von Theater reduziert.“ Das Problem am BE ist
eher die Qualität. Peymanns Diagnose: „Vielleicht geschieht das auch, weil wir
uns selbst überhaupt nicht mehr ernst nehmen.“ Lustige These, es sei ein
Problem, dass sich die Theaterleute selbst nicht ernst nehmen. Erfahrungsgemäß
nehmen Theaterleute kaum etwas anderes als sich selbst ernst. Und das desto
energischer, desto weniger Grund sie dazu haben. Dass davon ihr Theater nicht
besser wird, beweist jede Peymann-Premiere auf’s neue. So kann man Peter Iden
im Prinzip nur zustimmen, wenn er im BE stöhnt: „Das Theater heute befindet
sich in einem Absturz, in einem Niedergang. Heutiges Theater ist oftmals so
phantastisch schlecht, so widerwärtig falsch, so absichtsvoll die Vorlage
zerstören wollend – entweder aus böser Absicht oder aus Dummheit,
wahrscheinlich aus einer Mischung aus beidem….“ Stimmt. Jedenfalls am
Berliner Ensemble.

Peter Laudenbach 

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