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12 Berliner Queer-Pride-Songs, die wir lieben: Von Pet Shop Boys bis Peaches

Der Juni ist Queer Pride Month: Ein guter Anlass, um euch 12 Berliner Queer-Pride-Songs vorzustellen, die sich selbstbewusst gegen Diskriminierung, klassische Geschlechterrollen und soziale Ausgrenzung stellen. Denn auch im 21. Jahrhundert sind noch längst nicht alle Kämpfe gewonnen. Zum Glück gibt es einzigartige Künstler:innen, die ihre Musik nutzen, um Hoffnung, Kraft und Stolz zu versprühen und ein Sprachrohr für diejenigen zu werden, die viel zu oft noch ungehört bleiben. Damit kämpfen sie für eine Gesellschaft, die für freie Selbstbestimmung steht und einsteht. Lennart Koch und Stefan Hochgesand stellen euch 12 Queer-Pride-Songs vor, die derzeit ihre Favoriten sind.


Sam Vance-Law: Gayby“

Sam Vance-Laws Debütalbum Homotopia“ erschien 2018 und feiert das queere Leben. Immer wieder wird hierbei jedoch deutlich, dass noch nicht alle Kämpfe gewonnen sind. Foto: Imago/Martin Müller

In seinem Song Gayby“ richtet sich der kanadische Wahlberliner Sam Vance-Law an sein zukünftiges Adoptivkind. Er verspricht ewige Liebe, Unterstützung, Verständnis und Trost, egal welchen Weg sein Kind auch gehen wird. Normalerweise sollten das perfekte Voraussetzungen für einen Vater sein, in unserer Gesellschaft geht es jedoch leider häufig immer noch nicht nur um positive Charaktereigenschaften, sondern um die Erfüllung veralteter Gesellschaftsideale und stumpfe Labelisierung von Menschen.

Genau darüber macht sich Sam Vance-Law auf bittersüße Art lustig, wie so häufig auf seinem grandiosen Debütalbum Homotopia“, das 2018 erschienen ist: Ein Kind homosexueller Eltern mag teilweise auch heute noch stigmatisiert werden, mag in der konservativen Abstempelung sogar – schön überspitzt – zum Gayby“ werden, könnte doch aber auch einfach das wunderbare Kind von liebenden Eltern sein. Warum denn auch nicht?!

Genau diesen Gedanken feiert Sam Vance-Law. Er ist stolz auf seine Homosexualität und sein zukünftiges Kind, egal ob es eines Tages Mann, Frau oder girl-turned-man“ sein wird, und jedes gleichgeschlechtliche Paar, das eine Familie gründen will. Denn nicht Geschlecht, Sexualität, Status und Schubladendenken sollten eine Familie definieren, sondern einfach all das, was ein Mensch von seinem Umfeld braucht, um glücklich und frei zu sein. (Lennart Koch)


Baby Of The Bunch: Chapstick Girl“

Aufgedreht, wild, aggressiv, selbstbestimmt und individuell: Das feministische Riot-grrrl-Movement, das in den 1990er-Jahren populär wurde, kämpft mit Hilfe von Punkmusik und provokativem Auftreten gegen das Patriarchat, Sexismus, Geschlechterrollen, Diskriminierung, sexuelle Gewalt und all die anderen Schrecklichkeiten, denen Frauen in unserer Gesellschaft ausgesetzt sind. Baby Of The Bunch definiert sich eindeutig als Teil dieser Bewegung. Mit ihrem krachigen und gleichzeitig funkigen Sound, der durchaus an die feministischen Punk-Legenden the Slits erinnert, dem eindringlichen Gesangsstil und den selbstbewussten Texten versprühen die vier Musikerinnen, die zum Teil in Berlin wohnen, pures Empowerment.

In ihrem neuen Song Chapstick Girl“ geht es um die Nichterfüllung von Weiblichkeitsklischees (girls are making fun of me that I can’t walk in highheels“), sexuelle Belästigung (boys in club are treating me like I’m a sextoy“) und lesbisches Begehren: (I wanna give you all a man can’t give / I wanna be your girl“). Baby Of The Bunch machen, was sie wollen. Sie sind laut, wütend und unbequem. Und das völlig zu Recht! (Lennart Koch)


Pet Shop Boys (feat. Years & Years): Dreamland“

Die Pet Shop Boys sind wahre Elektro-Pop-Legenden, die in ihrer nun fast schon 40-jährigen Karriere unzählige Welthits abgeliefert haben. Obwohl sich Sänger Neil Tennant erst 1994 öffentlich als schwul definierte, verhandelte das britische Duo auch vorher schon Thematiken schwulen Lebens und damit einhergehende gesellschaftliche Ausgrenzung sowie den Konflikt mit Männlichkeitsstereotypen in seinen Songs, Musikvideos und Performances. Hierbei vermieden die Pet Shop Boys stets plakative Statements, sondern setzten lieber auf Doppeldeutigkeit, ausdrucksstarke Metaphorik und musikalische Stilmittel.

So kann das religiöse Symbol der Sünde in It’s a Sin“ aus dem Jahr 1987 beispielsweise als Kritik an gesellschaftlicher Tabuisierung von Homosexualität verstanden werden. Durch die feierlichen Synthbläser und den tanzbaren Drumcomputer-Beat wird diese vermeintliche Sünde jedoch stolz zelebriert.

Ähnlich verhält es sich in ihrem Song Dreamland“, für den sich das Pop-Duo Unterstützung von dem britischen Pop Sänger Olly Alexander von Years and Years geholt hat. Es handelt sich hierbei um die erste Singeveröffentlichung ihres aktuellen Albums Hotspot“, das 2020 erschienen ist. Im Dreamland“ gibt es keine Probleme und Sorgen, die Menschen leben in Freiheit und genießen ihr Leben, wie und mit wem sie wollen. Leider existiert diese perfekte Welt nur in den Träumen. Ein Chor wiederholt die Zeile I don’t wanna wake up!“ mehrmals, es wird deutlich, wie wunderbar dieses Land sein muss.

In typischer Pet-Shop-Boys-Manier ist die Musik perfekt zum Tanzen geeignet, die Melodien sind eingängig und die typischen Synthbläser erzeugen ein Disco-Feeling. Harmonisch betrachtet, ist der Song jedoch sehr dramatisch und düster. Genau diese heftigen Kontraste machen die Pet Shop Boys zu so einer unglaublich guten Band.

Olly Alexander von Years and Years setzt sich stark für LGBTQ+-Rechte ein und nutzt seine Konzerte für wichtige politische Statements.
Foto: Imago/ Pacific Press Agency

Der Albumgast Olly Alexander ist nicht zufällig gewählt worden: Der britische Sänger ist sehr aktiv in der LGBTQ+-Bewegung und spricht sich immer wieder öffentlich gegen Rassismus, Ableismus und Sexismus aus. Das Online-Magazin Queerty“ zählte Alexander 2020 zu den wichtigsten Aktivist:innen für Gleichheit, Akzeptanz und Stolz für alle Menschen. Aktuell spielt er die Hauptrolle in der Channel-4-Serie „It’s A Sin“, die von einer schwulen Clique in den 1980er-Jahren erzählt.

Das Pet-Shop-Boys Album wurde übrigens in den legendären Hansa Studios in Berlin aufgenommen. Als Kulisse für das Musikvideo zu Dreamland“ diente der U-Bahnhof Alexanderplatz. Hierbei erscheint der Songtext auf Werbeplakaten, den typischen Bahnhofsfliesen und einfahrenden Zügen. (Lennart Koch)


Valentin: Queen“

Die Berliner Newcomerin Valentin steht für Empowerment pur. Ihr Song „Queen“, der Ende 2020 erschienen ist, strotzt nur so vor Selbstbewusstsein und überzeugt durch einen eindringlichen Text, der von einem wild vorantreibenden Stampfbeat untermalt wird. Die erste Strophe beginnt mit den Worten: „Weg mit deiner Hand, Boy, ich fahre immer zu schnell“.

Valentin selbst beschrieb den Song als Produkt von eigenen diskriminierenden Erfahrungen in der Musikbranche und allgemeinen Problemen, mit denen ihre Freund:innen aus der LGBTQ+-Community täglich konfrontiert werden. Ihr geht es darum, mit ihrer Musik Kraft zu spenden und Mitmenschen davon zu überzeugen, gegen den Strom zu schwimmen, niemals aufzugeben und sich selber treu zu bleiben, auch wenn dies in unserer Gesellschaft häufig nicht leicht fällt.

Das Musikvideo erinnert stark an Lady Gaga, im positiven Sinne natürlich. Valentin steht in einem blau beleuchteten Raum, ein verzierter Kopfschmuck verdeckt ihr halbes Gesicht, der Körper bleibt still, die Arme liegen selbstbewusst angewinkelt auf der Hüfte, und das ernste Pokerface verleiht beängstigende Autorität. Neben der Sängerin, die in dem Video extrem mächtig wirkt, tanzen unter anderem die Berliner Dragqueens Cupcake, Purrja und Fantasy. Das Musikvideo funktioniert in seiner Direktheit und überzeichneten Ästhetik perfekt zu dem beeindruckenden Empowerment-Song „Queen“ und Valentins Mission, den Menschen Rückenwind im Kampf gegen Ungerechtigkeiten und Diskriminierung zu geben.

Valentin bezeicht ihren Stil als „Mix aus Fashion-Techno, Electro-Pop und Fusion und feministischer Attitüde“. Genau diese Kombination macht „Queen“ zu einer perfekten Queer-Pride-Hymne. (Lennart Koch)


Everything And Everybody: Lifequake“

„Everybody’s a girl, everybody’s a boy“. So einfach könnte es sein. In ihrem lustig-poppigen Queer-Pride-Song „Lifequake“, der 2020 erschienen ist und stilistisch stark an funkige 90s-Dance-Tracks erinnert, zählt das Berliner Trio Everything and Everybody Geschlechterstereotype auf. Die erste Strophe richtet sich an weibliche Klischees. Immer wieder wird hierbei gefragt: „Are you a girl?“ Rasierte Körper, Träume von einem starken Partner, hübsches Aussehen, „Everybody’s Darling“ und perfektes Makeup – sind das wirklich Dinge, die eine Frau definieren sollten?

Auch die Männlichkeitsbilder, die in der zweiten Strophe besprochen werden, kommen bekannt vor: Streben nach Geld, Ruhm und Macht, besser sein als alle Konkurent:innen, gefasst, kontrolliert, keine Schwäche zeigend… „Are you a boy“ wegen all dem Quatsch? Natürlich nicht. Allerdings werden diese Geschlechterklischees auch heutzutage weiterhin unterbewusst oder ganz bewusst weitertransportiert und sind in vielen Bereichen unserer Gesellschaft gefestigt. Sei es durch mediale Übertragung, falsche Vorbilder oder gewollte Unterdrückung. Everything and Everybody ist es mit ihrem Song „Lifequake“ gelungen, eine komplexe Problematik durch humoristische Überspitzung, zum Schmunzeln bringende Beispiele und einen pointierten Songablauf auf den Punkt zu bringen, ohne die Moralkeule zu schwingen. Vielmehr zeigen die unkommentierten Bilder, die die Sängerin Josephin Thomas mit ihren Worten erzeugt, ganz von selbst, wie lächerlich all diese Stereotype im Endeffekt sind.

Im Refrain ist dann Frau einfach Mann, Mann einfach Frau, jeder jede und jede jeder. Everything and Everybody zelebrieren also die Individualität und das selbstbewusste Ausbrechen aus sinnlosen Geschlechterrollen auf sehr gewitze und effektive Art. (Lennart Koch)


Planningtorock: Transome“

Planningtorock ist eine nichtbinäre Person, die mit Hilfe von elektronischen Effekten Musik produziert, die frei von Geschlechtsmerkmalen ist.
Foto: Imago/snapshot

Nicht nur über die Songtexte, Performances und Musikvideos kann Queer Pride verkörpert werden. Die nichtbinäre Person Planningtorock verwendet hierfür größtenteils soundtechnische Stilmittel. Im Berliner Studio produziert sier (Planningtorock bevorzugt diese deutsche geschlechtsneutrale Neuform aus „sie“ und „er“ als persönliches Pronomen) Musik, die frei von Geschlechtsmerkmalen ist oder Geschlechtsmerkmale ineinander vereint. Das zentrale Element dieser Androgynisierung ist die maschinelle Verfremdung der Singstimme. Seit 2014 arbeitet Planningtorock intensiv an dieser musikalischen Idee und knüpft damit unter anderem an die roboterhaften Sound- und Ästhetikexperimente der Elektropioniere von Kraftwerk an.

Auf dem 2018 veröffentlichten Song „Transome“ wechselt Planningtorocks Stimme zwischen Brust- und Kopfstimme und wird durch Pitch-Shifter und Auto-Tune so stark verfremdet, dass sich die Frage überhaupt nicht mehr stellen muss, wer hier singt. Der entspannte, von warmen Synthesizern dominierte R&B-Groove liefert einen perfekten Rahmen, der genug Raum für die Entfaltung der elektronisch verfremdeten Gesangsmelodie lässt. Im Songtext geht es nicht nur um eine stolze queere Person, sondern auch um Intimität zwischen nichtbinären Personen: „Kissing my genders, in our bedroom light”. Planningtorock hat mit „Transome“ einen musikalisch wie textlich starken Queer-Pride-Song geschrieben, der frei von Geschlechtermerkmalen eine utopische Welt voller Selbstbestimmung und Leidenschaft erzeugt. (Lennart Koch)


Luna: „Blau“

Luna, die gerade ihr Abi gemacht hat, wohnt schon so halb in Berlin, wo ihre musikalische Karriere zeitnah durch die Decke gehen wird – da sind wir uns ganz sicher. Ihr Videoclip zum Song „Verlierer“ geht bei Youtube auf die acht Millionen Kicks zu. Holla, das ist ja mal eine Hausnummer. Der Song, auf den gerade alle gespannt sind, ist die kommende Single „Blau“. Einen Auszug hat Luna schon bei Instagram geteasert.

Wer ein Herz hat, sollte Taschentücher für die naheliegenden, überfälligen Tränen bereithalten. Luna erzählt über puristischen Pianoakkorden davon, wie sie ihrer besten Freundin und sogar sich selbst was vorgemacht hat – zwar war sie immer schon anders, wollte aber lang nicht recht raus damit, was da wohl in ihr los ist.

Der Gesang von Luna ist eine spannende Melange aus der Intonation der australischen Pop-Queen Lorde und der der Berliner Rapperin Haiyti – und die Lyrics davon, dass Mama letztlich Mut zusprach, zu sich zu stehen, ja, das hat dann auch schon was von Lady Gagas „Born This Way“, bloß auf Deutsch. An der Stelle erinnert uns Luna auch daran, wie wichtig das ist, dass Eltern ihre queeren Kindern zu sagen, dass sie sie so lieben wie sie sind. Danke dafür! Diese Luna ist ein leuchtender Stern am jungen queeren Pop-Himmel, zweifellos, und vielleicht ja das deutsche Pendant zur jungen Norwegerin Girl In Red. (Stefan Hochgesand)


Lie Ning: „Shame“

„Shame“, das klingt auf den ersten Klick nicht, als würde es zu einer Liste mit Queer-Pride-Songs passen, aber das Gegegnteil ist der Fall. denn Lie Ning, wie Luna aufstrebender Stern am jungen queeren Berliner Pop-Himmel, singt hier davon, dass er sich von der Scham befreit – denn diejenigen, die wollen, dass wir uns schämen (als Queers, als PoC) haben es gar nicht verdient, dass wir das tun. Dass dieses Ablegen der Scham kein leichtes Unterfangen ist – davon zeugten in den letzten Jahren so einige Bücher, von Didier Eribon, Edouard Louis und Ocean Vuong. Neben vielen anderen. Lie Ning bringt es mit voller Seele auf den Punkt mit seinem souligen Avant-Pop. Fans dürfen sich schon freuen: Lie Ning spielt dieses Jahr auch auf dem Pop-Kultur Festival in Berlin. (Stefan Hochgesand)


Stereo Total: „Liebe zu dritt“

Wir vermissen unsere geliebte Françoise Cactus (1964-2021), die uns dieses Jahr im Februar verlassen hat gen Jenseits. Aber mit diesem Lied, „Liebe zu dritt“, macht Françoise auf ewig unser Diesseits besser. Liebe zu dritt gibt’s nicht in hetero. „Isch liebe Liebe zu dritt“, singt Françoise laut und proud. Scheiß auf die Konventionen. Im letzten Drittel wird lasziv gestöhnt. Ach, dieses Lied macht gute Laune wie sonst nix. Man nimmt sich vor, es diesmal wirklich nur drei Mal hintereinander zu hören, und dann wird doch wieder eine Gangbang-Listening-Session draus! Für dieses Lied von Stereo Total wurde an Stereoanlagen die Repeat-Forever-Taste erfunden. (Stefan Hochgesand)


Rufus Wainwright: „Sanssouci“

Okay, Schloss Sanssouci steht in Potsdam. Gönnen wir den Brandenburger:innen auch mal einen Queer-Pride-Song von Weltformat. Teilzeit-Berliner Rufus Wainwright, seit zwei Dekaden große Gay-Ikone, träumt hier auf Schloss Sanssouci von den „boys that made me lose the blues / and then the eyesight“. Ansonsten ist das zugehörige Album „Release The Stars“ (2007), co-produziert von Neil Tennant von den oben schon erwähnten Pet Shop Boys, nicht bloß das bis dato erfolgreichste von Rufus Wainwright, sondern auch sein großes Berlin-Album. Schon auf dem Album-Cover (siehe Videofenster) findet sich ein Detail aus dem Pergamon-Altar. Ein großes schwules Schmankerl ist auch der Song „Tiergarten“ über den Berliner Park, in dem gerne Männer Sex mit Männern haben. (Stefan Hochgesand)


Wallis Bird: Woman Oh Woman!

Die irische Berlinerin Wallis Bird, die unweit vom Hermannplatz wohnt, hat eine große queere, insbesondere lesbische Fancrowd. Zurecht. Wie sie hier in „Woman Oh Woman!“ ihre Frau von ganzer Seele aus anschmachtet – da bleibt kein Auge (und möglicherweise auch keine Vagina) trocken. Da Wallis Bird vor vielen Jahren einen Finger im Rasenmäher verloren hat (autsch!), hat sie sich auf der Gitarre übrigens eine ganz eigene Technik zugelegt. Insgesamt ist die Musik von Wallis Bird also ein großes Statement dazu, selbstbewusst den eigenen Weg zu gehen – und Andersartigkeit als Stärke zu begreifen. (Stefan Hochgesand)


Peaches: „Flip This“

Peaches hat so richtig Bock auf Gender-Trubel. Der überdimensionierte transparente Plastik-Schwanz bei ihren Live-Shows fickt den Schmerz weg, so wie Peaches auch in ihrem Song „Fuck The Pain Away!“ Im Grunde ist jeder Peaches-Track ein Queer-Pride-Song, aber wir haben uns diesmal für die 2020er Single „Flip This“ entschieden, mit der Peaches uns dazu verführt, die Säulen des Systems, das uns wehtut, stürzen zu lassen. „I don’t wanna be fuckin‘ treated like that / You don’t wanna be fuckin‘ treated like that / No one wants to be fuckin‘ treated like that!“ So ist es. Schluss mit dem Hass auf Menschen, die lieben! „We are the voice coming through /We can’t avoid bring the truth.“ So sieht’s nämlich aus. Happy Pride Month! Happy Proud Life! (Stefan Hochgesand)


Mehr queeres Berlin

Ihr wollt passende Bücher zum Berlin Pride Sommer? Queere Literatur in Berlin kaufen: Buchläden, Geschäfte und Onlineshops. Viele Menschen zieht die lebendige queere Szene und liberale LGBTQIA+ Politik in die Hauptstadt. Hier erzählen zwei geflüchtete, queere Syrer:innen ihre Geschichte. Die Community hat in Berlin außerdem eine geschichtsträchtige Partyszene: Gayhane – ein opulenter Bildband feiert die queere Multikulti-Partyreihe. Die richtige Cocktail-Mixtur aus Fun und Drama: „All You Need“ ist Deutschlands erste schwule TV-Serie.

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