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Schnelltest in Berlin: Die wichtigsten Infos zur Teststrategie der Hauptstadt

Ein Selbsttest vor dem Besuch auf dem Open-Air, ein Schnelltest vor der Geburtstagsfeier mit Freund:innen: Berlins Schnelltest-Strategie schenkt uns nach und nach unsere Freiheit zurück. Bei knapp 1.300 Teststellen im ganzen Stadtgebiet können sich Menschen in Berlin kostenlos auf Corona testen lassen. Und sogenannte Selbsttests sind seit Anfang März 2021 im freien Handel erhältlich.

Wir klären im Detail auf: Wo kann ich in Berlin einen Selbsttest kaufen? Wo brauche ich für eine Schnelltestung einen Termin, wo nicht? Und welche neuen Perspektiven eröffnen sich für Berlin durch die Schnelltests im Sommer 2021? Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert (Stand 16. Juni 2021)


Kann ich mich selbst auf Corona testen?

Schnelltest Die Coronatestung ist für viele von uns fast schon zur Routine geworden. Durchführen kann man die Tests seit wenigen Monaten auch auf eigene Faust zuhause.
Die Coronatestung ist für viele von uns fast schon zur Routine geworden. Durchführen kann man die Tests seit wenigen Monaten auch auf eigene Faust zuhause. Foto: Imago/Bihlmayerfotografie

Ja. Die sogenannten Selbsttests kamen Anfang März 2021 deutschlandweit in den freien Handel. Die Tests werden, ähnlich wie HIV-Selbsttests, mit einer besonders umfassenden Gebrauchsanweisung verkauft und können auch von Laien zuhause durchgeführt und ausgewertet werden.

Nicht immer erfolgt die Selbsttestung per Abstrich. Es gibt auch andere Methoden, um sich mittels Selbsttest auf das Corona-Virus zu testen. Allerdings sind bisher erst wenige andere Testarten in Deutschland zugelassen. Einige unkompliziertere Selbsttestarten, wie der Gurgel- und der Lutschertest werden derzeit in Deutschland im Rahmen von Pilotprojekten getestet und sollen vor allem die Testung von Kindern, an Schulen und in Kitas erleichtern.

Folgende Testarten existieren bzw. sind in Deutschland zugelassen (Stand 16. Juni 2021):

  • Stäbchentest für den Abstrich in Hals oder Rachen (im freien Handel erhältlich)
  • Spucktest (erst einige wenige Anbieter sind in Deutschland zugelassen)
  • Gurgeltest (erst einige wenige Anbieter sind in Deutschland zugelassen, Pilotprojekte laufen)
  • Lolli- oder Lutschertest (erst einige wenige Anbieter sind in Deutschland zugelassen, Pilotprojekte laufen)

Wo kann ich in Berlin einen Selbsttest kaufen?

Derzeit sind Selbsttests verschiedener Hersteller auf dem Markt, die unterschiedlich viel kosten. Die Preise für Selbsttests sind stark gefallen, das Angebot übersteigt mittlerweile die Nachfrage. Viele Drogerie-Ketten und Supermärkte bieten die Testkits für zuhause an, die Preise sind ebenfalls gefallen – mittlerweile gibt es Selbsttests in vielen Geschäften für einen Euro.


Wo kann ich mich in Berlin kostenlos testen lassen, wenn ich mich nicht selbst testen will?

Seit dem 8. März 2021 können sich Berliner:innen per Antigen-Schnelltest kostenlos auf das Virus testen lassen. Im ganzen Stadtgebiet kann man sich an knapp 1.300 Teststellen wenden, darunter auch einige mobile Teststationen. Wo überall getestet wird, kann man hier bei der zentralen Anlaufstelle für Corona-Tests der Berliner Senatsverwaltung nachlesen. Hier sind auch die Öffnungszeiten jeder Teststelle ersichtlich und man kann nachlesen, ob man für eine Testung einen Termin benötigt, oder nicht.

Für die Schnelltestung sind in Berlin zudem die sogenannten Coronabikes, kleinere mobile Teststationen, unterwegs. Hier findet ihr eine Übersicht über die Standorte der Corona-Bikes.


Wie oft kann ich mich wöchentlich kostenlos testen lassen?

Schnelltest Hunderte Teststellen im ganzen Stadtgebiet erleichtern Berliner:innen ihren Alltag: Darunter auch die mobilen Corona-Bikes.
Hunderte Teststellen im ganzen Stadtgebiet erleichtern Berliner:innen ihren Alltag: Darunter auch die mobilen Corona-Bikes. Foto: Imago/Political-Moments

Die Testkapazitäten wurden in den letzten Wochen enorm nach oben gefahren. Und während zu Beginn nur ein Schnelltest pro Woche für die Menschen in Berlin drin war, ist es längst möglich und erlaubt, täglich einen kostenlosen Corona-Schnelltest durchführen zu lassen (Stand 16. Juni 2021).


Gilt das Angebot von kostenlosen Schnelltests auch für Minderjährige?

Ja. Auch Kinder und Jugendliche können sich kostenlos testen lassen, benötigen dafür jedoch eine Einverständniserklärung ihrer Eltern und müssen ebenfalls einen Identitätsnachweis vorlegen.


Welche Arten von Corona-Schnelltests gibt es? Und wie sicher sind sie?

Es gibt drei verschiedene Arten von Corona-Schnelltests, die sich signifikant unterscheiden.

Antikörper-Schnelltest Bevor die Schnelltests im freien Handel erhältlich waren, wurden bereits sogenannte Antikörper-Tests verkauft. Eine akute Infektion wird durch einen Antikörper-Test jedoch nicht nachgewiesen. Der Antikörper-Test sucht lediglich nach bereits gebildeten Corona-Antikörpern und gibt demnach an, ob man schon mit dem Virus infiziert war.

Antigen-Schnelltest Die Selbsttests, die jetzt im freien Handel erhältlich sind, funktionieren genau wie die Antigen-Schnelltests, die man in Berlin vielerorts kostenlos durchführen lassen kann (siehe Frage 3). Antigen-Schnelltests suchen im Abstrich eines Menschen nach Molekülen, die für das Corona-Virus typisch sind, und geben so an, ob eine akute Infektion vorliegt. Die Vorteile: Ein Antigen-Schnelltest liefert ein Ergebnis bereits nach weniger als 30 Minuten, ein positives Testergebnis muss jedoch immer mittels eines PCR-Tests bestätigt werden. So können auch Falsch-Positiv-Ergebnisse überprüft werden, die bei den nicht ganz so genauen Schnelltests häufiger vorkommen.

Und auch ein negatives Testergebnis muss zudem immer mit Vorsicht behandelt werden: Antigen-Schnelltests können negativ ausfallen, wenn die Virenlast zum Zeitpunkt der Testung noch nicht hoch oder nicht mehr hoch genug war. Also wenn sich ein:e Patient:in im Anfangs- oder Endstadium der Erkrankung befindet. Ein Schnelltest ist daher immer nur eine Momentaufnahme.

PCR-Test Der „genaueste“ der Corona-Schnelltests, der PCR-Test, weist das genetische Material des Virus zu 99,5 Prozent nach, benötigt hierfür jedoch große, hochmoderne Analyseautomaten und eignet sich daher nicht als Selbsttest für daheim.


Kann man auch selbst einen PCR-Test durchzuführen?

Nein. PCR-Tests zur Eigendurchführung anzubieten ist, anders als bei den Antigen-Schnelltests, rechtlich nicht möglich. Die Auswertung dieser sehr sicheren Schnelltests ist zu kompliziert, als dass die Abgabe an Laien mit dem Infektionsschutzgesetz vereinbar wäre. Um sich einem PCR-Test zu unterziehen, muss man also immer eine offizielle Teststelle aufsuchen. Das Ergebnis eines PCR-Tests liegt, anders als bei herkömmlichen Corona-Tests, schon nach rund einem Tag vor.


Und wie sicher sind die Schnelltests?

Erst ein Schnelltest und dann mit gutem Gewissen zum Date ins Restaurant: Die Corona-Selbsttests haben eine durchschnittliche, tatsächliche Aussagekraft von 90 bis 95 Prozent. Foto: Imago/Held

Die Corona-Schnelltests haben eine durchschnittliche, tatsächliche Aussagekraft von 90 bis 95 Prozent. Allerdings konnten in den letzten Wochen nur rund zwei Drittel der bei den Berliner Gesundheitsämtern eingegangenen Positiv-Meldungen mit einem PCR-Test bestätigt werden. Dies lässt laut dem Berliner Senat den Schluss zu, dass die Rate der falsch positiven Selbsttestergebnisse derzeit bei rund 31,5 Prozent liegt.

Das Testergebnis eines Selbsttests kann auch durch Anwendungsfehler verfälscht werden, zum Beispiel, wenn man vorher isst, trinkt oder sich die Zähne putzt. Auf der offiziellen Test-Webseite der Berliner Senatsverwaltung wird empfohlen, „15 Minuten vor der Testung nicht zu essen, zu trinken, zu rauchen oder Kaugummi zu kauen“.


Wie kommen die Preisunterschiede für Corona-Schnelltests zustande?

So wie die Kosten für andere andere ärztliche Leistungen von Praxis zu Praxis variieren können, gibt es auch Unterschiede in der Preisgestaltung der Corona-Schnelltests. Wie die Ärztekammer Berlin auf Anfrage erklärt, ergeben sich die unterschiedlichen Preise aus dem jeweils verwendeten Material und aus den Leistungen, die nach der Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ) und dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) errechnet werden.


Was ist Berlins Schnelltest-Strategie?

In einem Wort: testen, testen, testen. Getestet wird in Berlin so viel es geht und so oft es geht, damit sich alles möglichst wieder nach normalem Alltag anfühlt.

Allerdings wurde die Testpflicht in den letzten Wochen in einigen Bereichen wieder aufgehoben: In den Zoo und zum Shopping kann man mittlerweile auch ohne negativen Testnachweis. Auch in der Außengastronomie gilt keine Testpflicht mehr. Wer auf Nummer sicher gehen will, fragt vorher am besten am gewünschten Zielort nach, ob ein negativer Testnachweis für den Besuch erforderlich ist.


Belebt die Schnelltest-Strategie auch die stillgelegte Kultur wieder?

Schnelltest Berlin will wieder feiern: Und dank sinkender Inzidenzen und einer umfassenden Teststrategie könnte sich der Sommer 2021 in der Hauptstadt nach Normalität anfühlen.
Berlin will wieder feiern: Und dank sinkender Inzidenzen und einer umfassenden Teststrategie könnte sich der Sommer 2021 in der Hauptstadt nach Normalität anfühlen. Foto: Imago/Contini

Ja. Und vor allem im Bereich Musik ist es auch höchste Zeit. Denn angesichts der niedrigen Inzidenzen suchen sich feierwütige Berliner:innen schon eigene Mittel und Wege, um gemeinsam Musik zu hören und das Leben zu begießen. Wie bei dem kleinen Open-Air auf dem Tempelhofer Feld im Bild. Ab dem 18. Juni 2021 wird Berlin langsam zum Partyleben zurückkehren. Dann sind Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Menschen unter freiem Himmel, in Innenräumen mit bis zu 250 Anwesenden erlaubt. Voraussetzung für eine Teilnahme ist ein negativer Testnachweis.

Für den Besuch der meisten Berliner Museen und Galerien ist die Testpflicht auch aufgehoben.


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Impfung in Berlin: Es geht endlich voran und seit einigen Tagen ist der Impfausweis auch in digitaler Form erhältlich. Neue Lockerungen ab 18. Juni: Weniger Masken und Open-Air-Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Menschen möglich. Und: Gute Nachrichten für Berlins Festival-Sommer! Momentan stehen die Chancen ganz gut, dass wir aufgestaute Tanzenergie auf einigen Festivals in der näheren Provinz entladen können. Wir haben auch schon Abenteuer erlebt: So unterschiedlich geht es in den Testzentren zu.

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