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Schnelltest in Berlin: Wo es kostenlose Tests gibt und weitere wichtige Infos

Ein Selbsttest vor dem Corona-Spaziergang, ein Schnelltests vor der Präsentation im Büro und ein negatives Testergebnis, um eine neue Hose zu shoppen: Berlins Schnelltest-Strategie soll mehr Freiheit und zugleich Sicherheit ermöglichen.

Bei rund 440 Teststellen im ganzen Stadtgebiet, darunter auch Apotheken und Arztpraxen, können sich Menschen in Berlin kostenlos auf Corona testen lassen. Und sogenannte Selbsttests sind seit dem 6. März 2021 auch in Supermärkten und Drogerien erhältlich und online bestellbar.

Wir haben immer den aktuellen Überblick zu Berlins Schnelltest-Situation. Welche Schnelltests gibt es? Wie sicher sind sie? Und wo kann ich mich testen lassen? Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert (Stand 3. Mai 2021).

Welche Schnelltests gibt es? Wie sicher sind sie? Und wo kann ich mich testen lassen? Unsere Übersicht für Berlin. Foto: Imago/A. Friedrichs

Kann ich mich in Berlin selbst auf Corona testen?

Ja. Die sogenannten Selbsttests kamen deutschlandweit am 6. März 2021 in den freien Handel. Insgesamt 15 verschiedene Corona-Selbsttests wurden im Eilverfahren vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen. Die Tests werden, ähnlich wie HIV-Selbsttests, mit einer besonders umfassenden Gebrauchsanweisung verkauft und können auch von Laien zuhause durchgeführt und ausgewertet werden.

Nicht immer erfolgt die Selbsttestung per Abstrich. Es gibt auch andere Methoden, um sich mittels Selbsttest auf das Corona-Virus zu testen. Allerdings sind bisher erst wenige andere Testarten in Deutschland zugelassen. Welche Arten von Selbsttests es gibt, und welche bereits eine Zulassung erhalten haben, listen wir euch hier auf (Stand 3. Mai 2021):

  • Stäbchentest für Abstrich in Hals oder Rachen
  • Spucktest (In Deutschland ist erst eine Art des Spucktests zugelassen)
  • Gurgeltest (In Deutschland noch nicht als Selbsttest zugelassen)
  • Lutschertest (In Deutschland noch nicht als Selbsttest zugelassen)

Wo kann ich die Selbsttests in Berlin kaufen?

Die Supermarktkette Rewe verkauft auch in Berlin Corona-Selbsttests.
Die Supermarktkette Rewe verkauft auch in Berlin Corona-Selbsttests. Foto: Imago/teutopress

Als die Corona-Selbsttests in Berlin in den freien Handel kamen, war die erste Charge innerhalb von Stunden ausverkauft. Aktuell sind in Berlin wieder vielerorts Selbsttests verfügbar. Die Nachfrage nach Selbsttests ist allerdings weiterhin sehr hoch, die individuelle Verfügbarkeit schwankt also sehr stark.

Hier kann man aktuell in Berlin Corona-Selbsttests kaufen (Stand 3. Mai 2021):

  • dm
  • Rossmann
  • Rewe
  • Penny
  • Aldi
  • Lidl
  • Netto
  • Kaufland

Die Start-ups Gorillas und Flink liefern Selbsttests zudem innerhalb von zehn Minuten nachhause.

Derzeit sind einige Selbsttests verschiedener Hersteller auf dem Markt, die unterschiedlich viel kosten. Die Preise für Selbsttests liegen bei zwischen 4,50 und 6,50 €.


Wo kann ich mich in Berlin kostenlos testen lassen, wenn ich mich nicht selbst testen will?

Seit dem 8. März 2021 können sich Berliner:innen per Antigen-Schnelltest kostenlos auf das Virus testen lassen.

Stadtweit kann man sich bei über 600 Teststellen, darunter viele Apotheken, offizielle Teststellen und Arztpraxen, für einen kostenfreien Antigen-Schnelltest anmelden. Wo überall getestet wird, kann man bei der zentralen Anlaufstelle für Corona-Tests der Berliner Senatsverwaltung nachlesen.


Brauche ich für eine kostenlose Corona-Schnelltestung einen Termin?

Ja. Bei den meisten Teststellen ist eine Terminvereinbarung erforderlich. Es gibt derzeit jedoch einige Schnellteststellen, für die man keine Anmeldung benötigt.

Zu den offiziellen Schnelltest-Zentren ohne Voranmeldung zählen diese Einrichtungen:

  • Max Taut OSZ, Fischerstraße 36, Lichtenberg, tgl. 9 bis 21 Uhr
  • Poststadion Mitte, Lehrter Straße 59, Moabit, tgl. 9 bis 21 Uhr
  • Kurt-Weiss-Sporthalle, Franzensbader Straße 16, Wilmersdorf, tgl. 9 bis 21 Uhr

Gilt das Angebot von kostenlosen Schnelltests auch für Minderjährige?

Schnelltest Auch Kinder und Jugendliche dürfen sich in Berlin kostenlos auf das Coronavirus testen lassen – allerdings nur im Einverständnis der Eltern.
Auch Kinder und Jugendliche dürfen sich in Berlin kostenlos einem Schnelltest auf eine Infektion mit dem Coronavirus unterziehen – allerdings nur mit dem Einverständnis der Eltern. Foto: Imago/Tack

Ja. Auch Kinder und Jugendliche können sich kostenlos testen lassen, benötigen dafür jedoch eine Einverständniserklärung ihrer Eltern und müssen ebenfalls einen Identitätsnachweis vorlegen.

Die Einverständniserklärung für Familien kann auf der offiziellen Seite der Senatsverwaltung heruntergeladen werden.


Welche Arten von Corona-Schnelltests gibt es? Und wie sicher sind sie?

Derzeit gibt es drei verschiedene Arten von Corona-Schnelltests, die sich signifikant unterscheiden.

Antikörper-Schnelltest Der Drogeriemarkt dm verkauft seit einigen Monaten sogenannte Corona-Antikörper-Tests für daheim. Eine akute Infektion wird durch einen Antikörper-Test jedoch nicht nachgewiesen. Der Antikörper-Test sucht lediglich nach bereits gebildeten Corona-Antikörpern und gibt demnach an, ob man schon mit dem Virus infiziert war.

Antigen-Schnelltest Die Selbsttests, die seit dem 6. März 2021 im freien Handel erhältlich sind, funktionieren wie die Antigen-Schnelltests, die in Berlin kostenlos verfügbar sind. Antigen-Schnelltests suchen im Abstrich eines Menschen nach Molekülen, die für das Corona-Virus typisch sind, und geben so an, ob eine akute Infektion vorliegt. Die Vorteile: Ein Antigen-Schnelltest liefert ein Ergebnis bereits nach weniger als 30 Minuten, ein positives Testergebnis hat zudem eine tatsächliche Aussagekraft von 90 bis 95 Prozent, muss jedoch immer mittels eines PCR-Tests bestätigt werden.

Ein negatives Testergebnis muss zudem immer mit Vorsicht behandelt werden: Antigen-Schnelltests können negativ ausfallen, wenn die Virenlast zum Zeitpunkt der Testung noch nicht hoch oder nicht mehr hoch genug war. Also wenn sich ein:e Patient:in im Anfangs- oder Endstadium der Erkrankung befindet. Ein Schnelltest ist daher immer nur eine Momentaufnahme.

PCR-Test Der „genaueste“ der Corona-Schnelltests, der PCR-Test, weist das genetische Material des Virus zu 99,5 Prozent nach, benötigt hierfür jedoch große, hochmoderne Analyseautomaten und eignet sich daher nicht als Selbsttest für daheim.


Und wie sicher sind die Selbsttests?

Die Corona-Selbsttests, die Anfang März auch für die Durchführung durch Laien freigegeben wurden, sind Antigen-Schnelltests. Eigentlich haben Antigen-Schnelltests eine tatsächliche Aussagekraft von 90 bis 95 Prozent.

Wie jedoch die „Berliner Zeitung“ berichtet, seien bei den Berliner Gesundheitsämtern zwischen dem 22. März und dem 11. April 2035 positive Meldungen eingegangen. Nur zwei Drittel der positiven Coronaergebnisse konnten durch einen PCR-Test bestätigt werden.

Dies lässt laut dem Berliner Senat den Schluss zu, dass die Rate der „falsch positiven“ Schnelltestergebnisse derzeit bei 31,5 Prozent liegt.


Kann man auch selbst einen PCR-Test durchzuführen?

Nein. PCR-Tests zur Eigendurchführung anzubieten ist, anders als bei den Antigen-Schnelltests, rechtlich nicht möglich. Die Auswertung dieser sehr sicheren Schnelltests ist zu kompliziert, als dass die Abgabe an Laien mit dem Infektionsschutzgesetz vereinbar wäre.

Um sich einem PCR-Test zu unterziehen, muss man also immer eine offizielle Teststelle aufsuchen. Das Ergebnis eines PCR-Tests liegt, anders als bei herkömmlichen Corona-Tests, schon nach rund einem Tag vor.


Wie kommen die Preisunterschiede für Corona-Schnelltests zustande?

So wie die Kosten für andere andere ärztliche Leistungen von Praxis zu Praxis variieren können, gibt es auch Unterschiede in der Preisgestaltung der Corona-Schnelltests.

Wie die Ärztekammer Berlin auf Anfrage erklärt, ergeben sich die unterschiedlichen Preise aus dem jeweils verwendeten Material und aus den Leistungen, die nach der Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ) und dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) errechnet werden.


Wo kommen Corona-Schnelltests bisher zum Einsatz?

Am 19. April 2021 wurde die Berliner Schnelltest-Strategie noch umfassender.
Am 19. April 2021 wurde die Berliner Schnelltest-Strategie noch umfassender. Foto: Imago/Future Image

Corona-Antigen-Schnelltests werden seit Mitte Oktober 2020 in Kliniken und Pflegeheimen sowie Obdachlosenunterkünften eingesetzt. Vor dem Beginn des zweiten Lockdowns in Berlin, Mitte Dezember 2020, wurden Schnelltests außerdem für die Verwendung an Kitas und Schulen freigegeben.

In den letzten Frühjahrswochen wurde die Schnellteststrategie an Schulen und Kitas noch umfassender gestaltet, um die Auswirkungen der dritten Pandemie-Welle einzudämmen.

Seit dem 19. April 2021 gilt nun eine Testpflicht in der Schule. Schüler:innen müssen sich unter Aufsicht des Lehrpersonals zweimal in der Woche testen. Die Lehrer:innen unterstützend und beratend zur Seite (Stand 3. Mai 2021).

Eine Testpflicht gilt in Berlin seit dem 31. März 2021 zudem beim Shoppen. Wer Dinge einkaufen will, die nicht lebensnotwendig sind, muss nicht nur einen Termin im Geschäft seiner Wahl vereinbaren, sondern auch einen negativen Corona-Test vorlegen. Eine wirkliche Verbesserung der Situation ist das dies nicht – im Gegenteil, meint tipBerlin-Redakteur Sebastian Scherer (Stand 3. Mai 2021).

Die Testpflicht greift auch bei anderen Freizeitaktivitäten, wie einem Besuch des Zoologischen Gartens.


Könnte die Antigen-Schnelltest-Strategie auch die stillgelegte Kultur wiederbeleben?

Das ist zumindest die Hoffnung.

Im Bereich Kultur und Sport fanden in Berlin bereits Pilotprojekte statt, bevor die Inzidenzen wieder in die Höhe schnellten. So durften die Berliner Philharmoniker am 20. März 2021 beispielsweise ihr erstes Konzert seit Monaten vor 1000 Menschen geben. Weitere Öffnungsschritte liegen derzeit jedoch auf Eis (Stand 3. Mai 2021).

Auch in Mitte plante man ein Pilotprojekt mit Apps und Schnelltests, um Restaurants zu öffnen. Sollte die von der Bundesregierung angestrebte Notbremse in Berlin in nächster Zeit greifen, sind auch solche Pläne vom Tisch.

Grundsätzlich können Schnelltests aber dazu dienen, das Kulturleben abzusichern. Bereits Mitte Oktober 2020, als das Thema Schnelltests medial aufflammte, hatte ein Teil der Berliner Kulturlandschaft seine Chance gewittert. Die Berliner Clubcommission plädierte schon damals dafür, Antigen-Schnelltests für die schnelle Gewissheit an der Clubtür einzuführen. Ein Wunsch, der bis heute mehr Wunschtraum als Realität geblieben ist.


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