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Schöne Laufstrecken in Berlin von Profis empfohlen

Hupsi (bürgerlicher Name Dirk Przyllok) Seit 2008 Leiter und Betreuer von Hupsis Lauftreff, Motivationstrainer, Langstreckenläufer, Triathlet, Extremläufer: längste Strecke: 182 km Nonstop-Lauf durch Teneriffa

Strecke (8,1 km): Warschauer ­Straße, Friedrichshain > Hauptbahnhof, Mitte
Ich laufe in der Oberbaum City los und biege dann nach rechts in die Mühlenstraße, um die East Side Gallery entlang zu joggen. Je näher ich dem Yaam komme, umso mehr Nachtschwärmer kommen mir dabei für gewöhnlich entgegen. Ich laufe die Strecke nämlich gerne früh am Morgen. Dann geht es immer geradeaus, vorbei an der Jannowitzbrücke auf der linken Seite und dem Alexa auf der rechten. Die rote Farbe des Gebäudes macht auch den müdesten Jogger wach.
Anschließend geht es an der niederländischen Botschaft vorbei, wo ich versuche, die Sprüche zu entziffern, die auf das Gebäude gesprayt sind. Am Molkenmarkt/Mühlendamm laufe ich dann links und blicke auf die Berliner Wasserbetriebe. Im April geht hier der Berliner Halbmarathon entlang, deshalb ruft dieser Ort bei mir immer angenehme Gefühle hervor. Danach biege ich rechts ins idyllische Nikolaiviertel. Hier laufe ich die erste Biegung links und komme somit ans Spreeufer. Gegenüber erscheint die Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
Ein paar Meter weiter bin ich am Schlossplatz und bewundere eine weitere Großbaustelle Berlins, das Berliner Schloss. Über die Schlossplatzstraße komme ich dann zum Werderschen Markt, wo sich das Auswärtige Amt befindet. Nun geht es die Französische Straße entlang bis zur Friedrichstraße, wo die zahlreichen Schaufenster einen gut vom anstrengenden Laufen ablenken.
An der Ecke Friedrichstraße/Unter den Linden führt mein Weg links Richtung Brandenburger Tor, vorbei an der französischen  und der amerikanischen Botschaft, dem Adlon und dem Pariser Platz.
Hinter dem Brandenburger Tor halte ich mich auf der rechten Seite, vorbei am sowjetischen Ehrendenkmal mit seinen russischen Panzern. Mit Blickrichtung Goldelse laufe ich dann rechts in die Yitzhak-Rabin-Straße. Von hier aus sieht man bereits den Hauptbahnhof, wo man nach dem Laufen wunderbar frühstücken kann.

Hupsis Lauftreff
jeden Donnerstag um 19.10 Uhr am
Brandenburger Tor, Teilnahme kostenlos

Lina-Kristin-SchinkLina-Kristin Schink
Triathletin, Radsportlerin, Marathonbestzeit: 3.12 Stunden, Deutsche Meisterin in der Team­verfolgung 2012, 3. Platz im Mannschaftszeitfahren bei der Universiade 2011, Diplom-Sportwissenschaftlerin

Strecke (3,5 km): Gustav-Meyer-Allee?/?Brunnenstraße > Park Boyenstraße?/ Chausseesetraße
Ich beginne meinen Lauf an der Ecke Gustav-Meyer-Allee/Brunnenstraße neben der Himmelfahrtskirche. Nach rund einem halben Kilometer auf angenehm sandigem Boden biege ich links ab in Richtung Rosengarten, um die Humboldthöhe, einen ehemaligen Bunker aus dem zweiten Weltkrieg, hinaufzujoggen. Es geht 300 Meter bergauf bis zur Abzweigung zu den Aussichtsplattformen. Weniger gut Trainierte können an dieser Stelle wieder umkehren. Wer sich jedoch im Berglauf üben will, rennt das letzte Stück auch noch hoch. Insgesamt sind 80 Höhenmeter zu nehmen.

Hier oben steht auch das Denkmal für die deutsche Wiedervereinigung, eine Aluminiumskulptur, die von vielen Plumpenpickel genannt wird. Nachdem ich kurz durch­geatmet und den Ausblick genossen habe, geht es die Humboldthöhe wieder runter. Unten angekommen laufe ich immer geradeaus unterhalb der Humboldthöhe weiter. Ich passiere das Schwimmbad und jogge kurzzeitig über Steinplatten, bis der Boden wieder aus Asphalt besteht. Anschließend geht es auf dem Park-Hauptweg weiter, bis ich die Wiesenstraße erreiche. Hier biege ich rechts ab, laufe am S-Bahnhof Humboldthain vor­bei und in die Kolberger Straße. Entlang der ­Panke jogge ich dann gen Süden bis zur Kreuzung Chausseestraße/Boyenstraße. Hier ist meistens weniger los als im Volkspark. Deshalb kann man den Lauf an der Panke gut ausklingen lassen. 


Körner Sports
Röntgenstraße 12, Charlottenburg,
Tel. 382 76 98, www.koerner-sports.com
Lina-Kristin Schink arbeitet hier als Personal Coach für die Bereiche Rad- und Laufsport, Fitness, Gymnastik und Ernährung

Niels-bubelNiels Bubel hat mit 18 Jahren mit dem Laufen angefangen, trainiert seit acht Jahren intensiv. Bestritt bisher 133 Wettkämpfe. Ziel: den Marathon unter 2.15 Stunden zu laufen. Deutscher Meister über 42,195 km, 50 km und 100 km

Strecke (10 km): <> Rüdesheimer Platz, Wilmersdorf
; Verlängerungsmöglichkeit über die Domäne Dahlem und den Breitenbachplatz
Nachdem ich am U-Bahnhof gestartet und rechts in die Wiesbadener Straße abgebogen bin, sehe ich die Schlange – eine 600 Meter lange und fast 50 Meter hohe Autobahn­überbauung, die zu den größten zusammen­hängenden Wohnbauten Europas gehört. Ich behalte die Laufrichtung bei, in die Breite Straße, eine Art „Dorfstraße“ von Schmargendorf. Sehr schön ist hier die 700 Jahre alte Dorfkirche aus Granitfindlingen. Dann biege ich rechts in die Berkaer Straße, wo
ich an einem Gebäude im Stil märkischer ­Backsteingotik vorbeikomme: dem Rathaus Schmargendorf. Ein Stück weiter am Hohenzollerndamm fällt mir immer das expressionistische Sakralbauwerk der Kreuzkirche ins Auge. Am Flinsberger Platz angekommen streife ich das Schulgelände des Evangelischen Gymnasiums zum Grauen Kloster, das älteste Gymnasium Berlins. Weiter geht es zum Hubertussee. Hier befinde ich mich in einer eiszeitlichen Rinne, in der sich eine Seenkette gebildet hat, der ich nun folge.
Über die Winkler Straße komme ich ans Gleis 17 des S-Bahnhofs Grunewald, ein Mahnmal, das daran erinnert, dass in der Zeit des Nationalsozialismus unzählige Menschen von hier aus deportiert wurden. Ich setze meinen Weg parallel zu den Bahngleisen in südlicher Richtung fort und erreiche das Steffi-Graf-Stadion, in dem viele Jahre die German Open ausgetragen wurden. Den Hundekehlesee lasse ich hinter mir und folge der Königsallee stadteinwärts, bis ich zum Grunewaldsee gelange. Hier folge ich dem breiten Uferweg bis zur Pücklerstraße. Diese von stilvollen Villen gesäumte Straße durchlaufe ich bis zur Hausnummer 17, wo der Bundespräsident wohnt.

www.niels-bubel.de

ManfredReschkeManfred Reschke seit 49 Jahren Mitglied in der Leichtathletik-­Abteilung des SCC, seit über 15 Jahren Leiter der Marathonkurse für Nichtmitglieder, 70 bewältigte Marathons, darunter 25 Mal der Berlin-­Marathon

Strecke (3,5 km): > Parkplatz Friedenstraße?/ Landsberger Allee
Der Volkspark Friedrichshain ist Berlins zweitgrößte Parkanlage und wurde 1848 als Gegenstück zum Tiergarten gestaltet. Ich betrete den Park über den Parkplatz Friedenstraße Ecke Landsberger Allee. Von hier aus geht es leicht bergan. Nach 100 Metern biege ich links in den Weg, der zwischen dem Teich auf der linken Seite und der Freilichtbühne auf der rechten Seite entlangführt.
Im Sommer gibt es hier oft Konzerte oder auch Filmvorführungen, sodass sich mein Schritt an dieser Stelle immer etwas verlangsamt, um der Musik zu lauschen. An der nächsten Gabelung laufe ich geradeaus weiter am Gelände des Krankenhauses entlang bis zur Kreuzung Virchowstraße. Hier geht es dann nach links, wo ich auf einen Sandweg gelange, zuvor war der Weg noch asphaltiert. Die unterschiedlichen Bodenbeläge, auf die man im Volkspark Friedrichshain trifft, machen das Laufen dort für die Füße sehr angenehm. Nach weiteren 200 Metern biege ich kurz hinter dem Denkmal
für den gemeinsamen Kampf polnischer Soldaten und deutscher Antifaschisten wieder links ab und laufe parallel zur Straße am Friedrichshain an den Sportplätzen vorbei Richtung Märchenbrunnen, einem neubarocken Bauwerk aus dem Jahr 1913, das mit Figuren aus den Erzählungen der Gebrüder Grimm verziert ist. Vor dem Tor des Märchenbrunnens geht es dann wieder links auf einen breiten Fußweg, der parallel zur Friedenstraße verläuft. Hier kommt man schließlich an der Gedenkstätte der 3?000 Inter­brigadisten des Spanischen Bürgerkriegs vorbei, einer sechs Meter hohen Kämpfer­figur aus Bronze.
Unweit dieses Denkmals befindet sich der große Bunkerberg, im Volksmund auch Mont Klamott genannt. Er wurde nämlich mit Trümmern aus dem Zweiten Weltkrieg aufgeschüttet. Hier jogge ich dann den spiralförmigen Weg zur Aussichtsplattform hoch und genieße anschließend den schönen Blick über Friedrichshain. Der große Bunkerberg ist mit seinen 78 Metern die höchste Erhebung in Friedrichshain.

Manfred Reschke
Der Athlet trainiert jeweils zweimal pro Woche unterschiedliche Leistungsgruppen. Treffpunkt ist jeweils am Mommsenstadion. Mehr Infos über Teilnahme, Kosten und genaue Zeiten unter
www.marathon-reschke.de

 


Protokolle: Henrike Möller
Fotos: Petra-Bork/Pixelio, Manuel Woepke, Andreas Schwarz

 

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