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Sicher wie das Kanzleramt: So geht effektiver Schutz gegen Online-Kriminalität und Datenklau

Online-Banking, Geschenke-Shopping und das Streamen von Filmen und Serien – viele alltägliche Geschäfte werden online abgewickelt und viele Freizeitbeschäftigungen sind mit dem Internet verknüpft. Das ist praktisch und eröffnet jede Menge neuer Möglichkeiten. Allerdings reißen die Meldungen über Internetkriminalität und sonstige Online-Gefahren nicht ab. Wir verraten Ihnen daher, wie Sie sich effektiv vor vielen Online-Gefahren schützen. So erfolgen Shoppen, Surfen und Online-Banking fast genauso sicher wie im Berliner Kanzleramt.

Fake-Shops und Datenklau: Nutzer müssen auf mehr Sicherheit beim Surfen achten.
Foto: pixabay.com © pixelcreatures (CCO Creative Commons)

Auch das Kanzleramt reagiert auf Online-Gefahren

Nicht alle Hacker haben Gutes im Sinn oder wollen die Demokratie verteidigen. Das weiß man auch im Berliner Kanzleramt. Nach diversen Cyberangriffen, auch auf die Netzwerke des Bundestages, wendet das Kanzleramt daher neue Standards der Datensicherheit an. Bei der Datenkommunikation wird sogenannte Quantenkommunikation verwendet: Die so übermittelten Daten sollen selbst für besonders versierte Hacker nicht mehr ausles- oder beeinflussbar sein.

Einziger Haken an der neuen Sicherheitstechnik: Ihre Reichweite ist bisher auf etwa 100 Kilometer begrenzt. Jeden Einzelnen kann sie somit im Alltag nicht gegen Cyberkriminalität oder Bestellbetrug im Internet einsetzen.

Allerdings bestehen mehrere Möglichkeiten, den eigenen Schutz vor Datenklau und Onlinebetrug aktiv zu erhöhen. Das richtige Bestellverhalten oder zuverlässige VPNs leisten einen wichtigen Beitrag zur Onlinesicherheit für zu Hause und unterwegs.

Mehr Datensicherheit durch VPNs

Filme streamen, Einkaufen oder Nachrichten lesen – all diese Dinge finden daheim oder unterwegs online statt. Gemeinsam ist ihnen: Teils wissentlich und teils ahnungslos geben Nutzer dabei verschiedenste persönliche Informationen preis. Insbesondere beim Surfen über öffentliche WLAN-Verbindungen in Cafés oder Hotels besteht oft keinerlei Datenkontrolle. Schließlich lassen sich hier selbst sensible Informationen von Dritten mitlesen oder speichern.

VPN-Anbieter bieten hier eine Lösung: Mithilfe spezieller VPN-Tools wird das Surfen quasi durch einen sicheren Tunnel möglich. Spuren hinterlässt der Nutzer dabei nicht und trägt somit erheblich zur eigenen Datensicherheit bei.

VPNs helfen, auch in öffentlichen Netzwerken sicher zu surfen.
Foto: pixabay.com © Madskip (CCO Creative Commons)

Das versteht man unter VPN

Die Abkürzung VPN steht für „Virtual Private Network“ – also virtuelle, private Netzwerke. Verschiedene Anbieter stellen dabei weltweit Server zur Verfügung. Über diese leiten die Anbieter Anfragen ihrer Nutzer zu den gewünschten Zielseiten weiter.

Der Grund: Surft man im Internet, ist man prinzipiell über die einzigartige IP-Adresse seines verwendeten Geräts identifizierbar. Ruft man eine Website auf, ist der Server der aufgerufenen Seite auf diese IP-Adresse angewiesen, um die Anfrage beantworten zu können. Allerdings wird es dem Server der Zielseite so prinzipiell auch möglich, ein Profil des jeweiligen Nutzers zu erstellen. Er kann also beispielsweise Rückschlüsse auf die Interessen, Aufenthaltsorte oder den Beruf des Nutzers ziehen.

Verwendet man aber einen VPN-Client, verwischt das die digitalen Spuren. Durch die Einwahl in das virtuelle Privatnetzwerk wird bei allen Online-Anfragen nämlich die IP-Adresse des VPN-Servers übermittelt. Es erfolgt also erst einmal lediglich ein Datenaustausch zwischen VPN-Anbieter und der Zielseite. So erhält die Zielseite keine Daten des Nutzers, sondern lediglich die des VPN-Servers. Der VPN-Server wiederum sendet die Daten versschlüsselt an den Nutzer weiter, sodass dieser die gewünschte Seite quasi anonym besuchen kann.

Der Vorteil: Durch die Verschlüsselung bei der Datenweitergabe werden Informationen und Identität des VPN-Nutzers vor den Blicken Dritter geschützt. Der VPN-Client übernimmt dabei eine Vermittlerrolle zwischen den Geräten seines Nutzers und den aufgerufenen Zielseiten. Häufig ist bei einer klassischen VPN-Verbindung daher auch von einem VPN-Tunnel die Rede. Damit ist gemeint, dass der VPN-Client einen virtuellen, sicheren Tunnel erschafft, durch den sich der Internetnutzer online bewegen kann. Nicht einmal der eigene Internetprovider erfährt, welche Informationen der VPN-Client an den Nutzer überträgt.

Wer braucht ein VPN?

Ein VPN braucht nur, wer etwas zu verbergen hat? Kritiker anonymisierten Surfens führen oft an, dass VPN-Tunnel für illegale Machenschaften an Tauschbörsen und ähnliche Online-Aktivitäten genutzt würden. Das trifft so allerdings nicht mehr zu. Schließlich gibt es viele gute Gründe, die für eine komplett legale Nutzung von VPN-Clients sprechen:

  • Schutz der Privatsphäre – Immer mehr Nutzer legen Wert darauf, beim Surfen oder Shoppen möglichst wenige digitale Spuren zu hinterlassen. Schließlich werden Nutzerdaten nicht selten gesammelt und für lästige Werbemaßnahmen verwendet. Außerdem können Daten gerade beim Surfen über offene WLAN-Verbindungen am Flughafen oder im Hotel ausgelesen werden. Wer hier ohne VPN surft, ist sich nicht sicher, ob Dritte eventuell mitlesen oder Passwörter abgreifen.
  • Internetnutzung im Ausland: Wer viel unterwegs ist und beispielsweise nach China reist, muss feststellen, dass sein Zugang zum Internet und den sozialen Netzwerken eingeschränkt ist. Um beispielsweise WhatsApp dennoch nutzen zu können und uneingeschränkten Zugriff auf weitere Inhalte zu haben, ist ein VPN-Dienst notwendig.

Oft wird die Frage gestellt, ob die Nutzung dieser VPN-Vorteile legal ist. Prinzipiell lautet die Antwort hier: Ja. Surfen und Herunterladen von Inhalten über einen VPN-Client ist legal. Das Ausführen von illegalen Handlungen (z. B. der Tausch von urheberrechtlich geschützten Inhalten) bleibt aber natürlich auch bei Nutzung eines VPN-Clients verboten. Allerdings kann die Nutzung von VPN-Clients im Ausland (z. B. in Nordkorea oder im Irak) verboten sein.  

Schutz vor Fake-Shops

Neben der Frage nach der sichersten Online-Zahlungsmethode gehört die Angst vor Betrug durch Fake-Shops zu den größten Online-Sorgen vieler Nutzer. Zu Recht: Der Polizeistatistik zufolge wurden allein 2018 über 7.300 Fälle nicht gelieferter oder extrem mangelhafter Onlineshopping-Waren allein in Berlin angezeigt. Allerdings bestehen auch hier Mittel und Wege, um sich vor Fake-Shops und Schlechtlieferung zu schützen:

Fake-Shops lassen sich nicht immer auf den ersten Blick enttarnen. Die Verkaufsplattformen wirken oft seriös und zeichnen sich zunächst nur durch besonders günstige Preise aus. Nach erfolgter Bestellung erhält der Kunde dann aber minderwertige Waren oder gar keine Lieferung. Oft werden auch Lieferschwierigkeiten vorgetäuscht, um Bestellern keine Möglichkeit mehr zu geben, getätigte Überweisungen zurückzuholen.

Vor dem Kauf in einem unbekannten Web-Shop sollte deshalb ein genauerer Blick insbesondere auf Preise und Zahlungsmöglichkeiten geworfen werden:

Bei besonders niedrigen Schnäppchenpreisen ist stets Skepsis geboten. Hinter dem vermeintlichen Niedrigpreis könnte sich ein Fake-Shop verbergen. Außerdem ist ein Blick auf die möglichen Zahlungswege wichtig. Wird allein Vorauskasse angeboten und ist ein Kauf auf Rechnung oder eine Zahlung per PayPal nicht möglich, ist die Wahl eines anderen Anbieters sinnvoll.

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