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Berliner Legende

Auf Wiedersehen, Riesenrad? Fahrgeschäft im Spreepark wird abgebaut

Es ist schon fast eine Art Denkmal, gut zu sehen selbst aus der Ferne – egal ob von der Oberbaumbrücke oder von Lichtenberg aus. Das Riesenrad im stillgelegten Spreepark gehört zu Berlin. Und auch, wenn es schon seit vielen Jahren keine Passagiere mehr befördert, so dreht es sich manchmal sogar doch noch. Wenn auch nur im Wind. Damit ist nun bald Schluss: Das Riesenrad wird verschwinden. Aber nur vorläufig.

Das 45 Meter hohe Riesenrad im Spreepark Berlin, dem ehemaligen DDR-Kulturpark Plänterwald in Berlin-Treptow. Foto: Imago Images/Heinrich

Das berichtet die „Berliner Zeitung“: 2021 läuft die Zeit für das alte Fahrgeschäft ab, dass nahe dem Treptower Park steht. Denn es ist nicht mehr sicher und stabil genug, vor allem nicht für den Einsatz. Zuletzt hatte es immer wieder begleitete Besucherführungen durch den stillgelegten Freizeitpark vom Veranstalter „Grün Berlin“ gegeben. Im Rahmen dieser sei auch das Riesenrad untersucht worden, berichtet Melanie Huland der „Berliner Zeitung“ – sie ist Projektleiterin der Sanierung des Geländes. Diese hat die Wiedereröffnung des Parks zum Ziel.

„Nicht alle Teile werden erhalten bleiben können. Einzelne Gondeln sind schadhaft und müssen ausgetauscht werden“, sagte sie in dem Bericht. Das Rad werde zerlegt und abgebaut. Ein finaler Abschied ist dies aber nicht.

Denn: 2026 ist die Eröffnung eines neuen Kunst- und Kulturparks geplant – und dann soll sich auch das Riesenrad wieder drehen, sogar idealerweise schon zwei Jahre vorher wieder am gewohnten Platz stehen. Die Kosten für die Wiederbelebung des Fahrgeschäfts inklusive eines Wassergrabens drumherum wurden mit sechs bis sieben Millionen veranschlagt.

Blick auf den Spreepark und das Riesenrad aus der Luft. Foto: Imago Images/Kraehn

Geplant sind neben dem Riesenrad weitere Attraktionen. So solle etwa die Achterbahn „Spreeblitz“ zu einem begehbaren Pfad werden, das Eierhäuschen wieder zum Ausflugslokal. Das finanzielle Volumen für das Projekt neuer Spreepark beläuft sich auf 45 Millionen Euro im ersten Schritt, insgesamt dann 70 Millionen. Die Bauarbeiten haben Mitte August begonnen.

Der Zeitplan in der Übersicht:

  • Für den Bereich rund um das Eierhäuschen ist eine Fertigstellung für 2022 geplant.
  • Der Kernbereich des zukünftigen Spreeparks rund um das Riesenrad soll 2024 eröffnet werden.
  • Der Abschluss des Gesamtprojekts ist für 2026 vorgesehen.

Laborphase: Berliner*innen können neuen Kulturpark ergründen

„Der Spreepark wird zu einem besonderen Park, der Kunst, Kultur und Natur verbindet und ein Ort der Inspiration, Erholung und des Vergnügens für alle Bürger*innen sein wird“, so Schmidt in einer Pressemitteilung. „Projektentwicklung, Projektplanung und Beteiligung wurden gezielt miteinander verzahnt, um einen partizipativen Entstehungsprozess für den Spreepark zu ermöglichen.“

Berlin investiert in den Spreepark, konkret in die „Herrichtung und Entwicklung“. Foto: Imago Images/Mang

Nach Abschluss der Bürgerbeteiligung startet nun die Laborphase, in der interessierte Berliner*innen unter gemeinsam erarbeiteten Rahmenbedingungen zu Akteur*innen vor Ort werden und der Spreepark ein Labor für seine eigene Zukunft wird, teilt die Stadt Berlin mit. So werde der Dialog in der kooperativen Zusammenarbeit im Spreepark kontinuierlich fortgesetzt.

Das Ganze beginnt mit einer Projektwoche, „Labor Spreepark“. Schwerpunkte bei der Veranstaltung vom 10. bis 13. September 2020 sind Musik, Straßentheater, Film- und Talkformate.

  • Probebetrieb – Do 10.9., 13 – 19 Uhr
    Veranstalter: Kollektiv Spieltrieb e.V. feat. Laborwoche Spreepark
    Format: Netzwerkevent, Podiumsdiskussion & Live-Performance
    Schwerpunkt: Freiraumpolitik für Kunst und Kultur – ein Spreepark für alle?
  • Fachveranstaltung – Fr 11.9., 9.30 – 17.30 Uhr
    Spreepark Best Practice – „Kunst trifft Umweltbildung“
    Format: Geschlossenes Netzwerktreffen zur Verzahnung von Kunst und Umweltbildung
  • Probebetrieb – Sa 12.9., 11 – 20 Uhr
    Veranstalter: KULTURspreePARK e.V.
    Format: Movie-Music-Talk
    Schwerpunkt: Vergnügen – Ist das Kultur oder kann das weg? Wie verändert sich Vergnügen? Welche Auswirkungen hat dies auf die Kultur?
    Filme: “Denk ich an Deutschland in der Nacht”, “Dream Boat”
  • Probebetrieb – So 13.9., 14 – 17 Uhr
    Veranstalter: LAFT Berlin
    Format: Open Air Theater im Spreepark – Tag der Darstellenden Künste im öffentlichen Raum
    Inhalt: Auf einer geführten Tour kann das Publikum sechs verschiedene Produktionen von Berliner Performance- und Straßentheater-Künstler*innen erleben.

Der Spreepark gehört zu den beliebten verlassenen Orten in Berlin – auch, wenn es damit dank der ersten Baggerarbeiten inzwischen vorbei ist. Auch drumherum lässt sich in Treptow einiges entdecken. Und auch weitaus mehr als der Treptower Park, der mit Promenade und Ehrenmal aber sicher auch ein Highlight ist.

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