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Tag des offenen Denkmals 2010: Eisfabrik

EisfabrikNahrungsmittel durch Einfrieren beziehungsweise Kühlung haltbar zu machen oder im Sommer einfach nur genussvoll ein Eis zu schlecken: In der westlichen Welt des 21. Jahrhunderts sind diese Dinge eine Alltäglichkeit. Dabei ist die künstliche Erzeugung von Eis eine vergleichsweise junge Erfindung. Die Eisfabrik der einstigen Norddeutschen Eiswerke AG in Berlin-Mitte jedenfalls – eine der ältesten noch erhaltenen Eisfabriken in Deutschland, die bis 1991 Stangeneis unter anderem zur Kühlung für Lebensmittel in Privathaushalten, Obsthandlungen, Kneipen oder der Milch auf den Wagen der Meierei C. Bolle produzierte – hat gerade mal 114 Jährchen auf dem Buckel.
Ein echtes Relikt also aus einer Zeit, in der das moderne Leben erst noch in den Startlöchern stand. Entsprechend prächtig war das Gebäude konzipiert: Errichtet in neoklassizistischer Ziegelarchitektur mit tempelartigem Kesselhaus, einem Wasserturm und mehrstöckigen Kühlhäusern beeindruckt es trotz seiner durch einen Brand im Jahre 1995 entstandenen Baufälligkeit bis heute. Doch obwohl das Ensemble denkmalgeschützt ist, droht die Abrissbirne. Wie groß der Verlust wäre, weiß nicht nur die Initiative zum Erhalt der Eisfabrik, sondern lässt sich auch am 11. und 12. September, dem Tag des Offenen Denkmals, ermessen. Aus Sicherheitsgründen darf man das Gebäude dann zwar nicht betreten, sich aber bei der Außenbetrachtung über seine historische Bedeutung aufklären lassen.    

Text: ras/ EA
Foto: Oliver Wolff

Eisfabrik Köpenicker Str. 40/41, Mitte
Tag des offenen Denkmals
11.9., 8-18 Uhr,
12.9., 8-16 Uhr,
Tel. 96 51 33 16,
Programm unter: www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/denkmaltag2010

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