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Tag des offenen Denkmals 2025: 12 Tipps für seltene Einblicke

Text: Ruta Dreyer
Veröffentlicht am: 12.09.2025
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Mit zahlreichen Führungen, offenen Toren und seltenen Einblicken gehört der Tag des offenen Denkmals zu den spannendsten und größten deutschlandweiten Events. Allein in Berlin gibt es mehr als 300 Orte zu besichtigen. Daher nimmt man sich in der Hauptstadt gleich zwei Tage Zeit. Wir zeigen euch zwölf Architektur-Highlights, die ihr euch am 13. und 14. September nicht entgehen lassen solltet.


Tag des offenen Denkmals 2025: 49h ICC

Internationales Congress Centrum Berlin. Foto: Kasa Fue/CC-BY-SA-3.0/Wikimedia Commons

Spaciges Raumschiff oder riesige Schwimmhalle? Von den Architekten wurde das ICC, also das Internationale Congress Centrum Berlin, zumindest nach dem Vorbild eines Schiffs gebaut. Tatsächlich war es jedoch Tagungsort – und damit zeitweise eines der weltweit beliebtesten. Aufgrund teurer Betriebskosten, einer unökonomischen Raumaufteilung und Asbestverseuchung steht der Bau seit Jahren leer. Als Erinnerungsstück vergangener Zeiten thront das High-Tech-Gebäude mit Aluminiumfassade neben der Haltestelle Messe Nord/ZOB und zählt zu den mysteriösesten Sehenswürdigkeiten Berlins. Nur für 49 Stunuden öffnet es seine Türen für Führungen, Ausstellungen und neugierige Nasen. Ein Highlight für Architektur-Fans. Die Tickets sind begehrt: So könnt ihr das ICC besichtigen.


Spannender Lost Place: Die ehemalige Abhörstation auf dem Teufelsberg

Radarkuppel auf der ehemaligen Abhörstation auf dem Teufelsberg. Foto: Imago/PIC ONE/Ben Kriemann

Die Nachkriegszeitstimmung ist auf dem Teufelsberg deutlich spürbar. Wo die Golfkugeln ähnelnden Kuppeln sich über die Dächer der Stadt erheben, sind Gänsehaut, Lost-Place-Feeling und das Gefühl urbaner Romantik vorprogrammiert. Gleichzeitig beheimatet die ehemalige Abhörstation der Alliierten die größte Street-Art-Galerie der Welt. Noch bis zum 3. Oktober ist die Ausstellung „Declassified“ zu sehen, die anhand von Installationen, Audiostationen und Zeitzeugenberichten die Rolle des Teufelbergs im Kalten Krieg beleuchtet. Ein Ort für alle, die über die Vergangenheit lernen, aus der Gegenwart fliehen und sich in die Zukunft träumen wollen. Führungen gibt es auf deutsch und englisch. Weitere spannende Lost Places in Berlin findet ihr hier.


Ehem. Zentralvieh- und Schlachthof Berlin: „Eine Stadt in der Stadt“

Blankensteinpark auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Börse, Werkstätten, Verkaufshallen, Heizhaus – was gab es auf dem Gelände des ehemaligen Zentralvieh- und Schlachthofs eigentlich nicht? Kein Wunder, dass dieser in dem 1996 erschienenen gleichnamigen Buch „Eine Stadt in der Stadt“ genannt wurde. 1881 eröffnet, größtenteils im Zweiten Weltkrieg zerstört, in der DDR wiederaufgebaut, dann von Investoren aufgeteilt und bebaut. Die Narben der Stadtgeschichte zeichnen sich auch hier ab. Historisch angehaucht fühlt sich ein Gang durch die Streben der alten Auktionshalle an. Heute ist das Gelände ein geschätzter Wohn- und Arbeitsort.


Tag des offenen Denkmals 2025: Frauengefängnis Lichterfelde

Ehemaliges Frauengefängnis Lichterfelde. Foto: Imago/Sabine Gudath

Früher ein Gefängnis, heute ein Restaurant: So sieht die über hundertjährige Geschichte des im Stil der Neorenaissance erbauten ehemaligen Frauengefängnis Lichterfelde aus. Die bekanntesten Inhaftierten des ursprünglich für Männer und Frauen konzipierten Gefängnis waren der Box-Europameister Bubi Scholz, der im Vollrausch seine Ehefrau erschoss, sowie Michael „Bommi“ Baumann, der die anarchistische Bewegung „2. Juni“ mitgündete.

Auch nach der Schließung des Gefängnis blieben prominente Gäste nicht aus: Til Schweiger, Moritz Bleibtreu und George Clooney nutzten die Kulisse zum Filmdreh. Zudem entstanden hier die Gefängnisszenen aus „Babylon Berlin“. Heute dient das Gebäude als Veranstaltungs- und Kulturstätte inklusive Restaurant „The Knast“. In der aktuellen Ausstellung „Unbound“ präsentieren über 50 queere Künstler:innen ihre Werke mit einem Fokus auf Fetisch und queerer Ästhetik.


Baerwaldbad: Baden für alle

Baerwaldbad Kreuzberg. Foto: Klamueller/CC BY-SA 3.0/Wikimedia Commons

Paläste für die Arbeiter! Der Stadtbaurat Ludwig Hoffmann errichtete die Volksbadeanstalt von 1898 bis 1901 für den Arbeiterbezirk Kreuzberg: Ziel war es, die Hygiene in den ärmeren Vierteln zu verbessern und das Schwimmen als Schul- und Vereinssport zu entwickeln. Orientiert an italienischen Renaissance-Palästen, ranken Ornamente die Bögen hoch, während Sandsteinquader die Sockelfassade verkleiden. Die Führung zum Tag des offenen Denkmals stellt nicht nur das Gebäude, sondern auch mögliche Entwicklungsperspektiven vor.


Menschenfresser und Riesentochter am Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain

Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain. Foto: Imago/Schöning © Imago/Schöning

Der noch aus der Kaiserzeit stammende Märchenbrunnen in Friedrichshain ist sowohl künstlerisch als auch ingenieurstechnisch ein Wunderwerk. Eine eigene mit Strom betriebene Pumpenstation ist am Werk – Aschenbrödel, Rotkäppchen und viele mehr zieren den Rand des Bauwerks. Nicht nur zum Bestaunen von außen: Bei der Führung tauchen die Besucher:innen in das System unterirdischer Leitungen ein. Vielleicht verstecken sich hier die am Brunnen verschwundenen Gestalten Menschenfresser und Riesentochter?


Ehemaliger Airport mit Zukunftsvision: Flughafen Tegel

Ehemaliger Flughafen Tegel. Foto: Imago/Joko

Es haben sich wohl schon viele Menschen den Kopf darüber zerbrochen, wie eine gleichzeitig nachhaltige und innovative Stadt aussehen könnte. Genau mit dieser Vision entsteht Berlin TXL als eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel. Auch die interaktive Multimedia-Ausstellung „PAST – PRESENT – FUTURE“ auf dem Gelände fokussiert diese Frage. Die Besucher:innen des alten Flughafens erhalten zum Tag des offenen Denkmals zum einen Einblicke in die Technologieentwicklung, zum anderen gänzlich neue Vorstellungen davon, wie wir leben, arbeiten und wohnen könnten.


Großsiedlung Britz: Aus der Wohnungsnot zur Ikone

Hufeisensiedlung Britz. Foto: Imago/Schöning

Aus der Wohnungsnot der 1920er Jahre heraus entstand Britz als die erste deutsche Großsiedlung mit mehr als 1.000 Wohnungen. Trotz der funktionalen Konstruktion zeichnen sich die Wohneinheiten durch verschiedene Farben und veränderte Details aus: Architekt Bruno Taut ließ Rationalität und Eigenheit verschmelzen. Die hufeisenförmige Anlage gehört zum UNESCO Weltkulturerbe der Stadt Berlin und gilt als Ikone des Neuen Bauens. Es gibt verschiedene Führungen zur Auswahl.


Tag des offenen Denkmals 2025: Wilmersdorfer Moschee

Wilmersdorfer Moschee. Foto: Imago/Schöning

Als einen „historischen Moment“ beschrieb der Imam Amir Aziz es, als aufwendige, rund fünf Jahre dauernde Sanierungsarbeiten den Ursprungszustand der Wilmersdorfer Moschee 2022 wieder herstellten. Imam Amir Aziz selbst führt am Tag des offenen Denkmals durch die älteste Moschee Deutschlands und berichtet über Geschichte und Aktivitäten der Einrichtung. Der Berliner Architekt Karl August Herrmann entwarf die Moschee nach dem persisch-indischen Stil des Taj Mahal, der Bau fand 1924 bis 1927 statt.


Genug von Werbung und großem Kunstbetrieb: „Litfass Goes Urban Art“ am Kollwitzplatz

Litfaßsäule der Kunstaktion „Litfass Goes Urban Art“ am Hackeschen Markt. Foto: Imago/Bildgehege

Nicht erst seit der Initiative „Berlin werbefrei“ nimmt die Diskussion um ein Verbot kommerzieller Werbung in Berlin wieder Fahrt auf. In Berlin gibt es über 2.500 Litfaßsäulen mit jener Funktion. Genug von ihnen und dem großen Kunstbetrieb, findet Michael Wismar, der 2019 das Projekt „Litfass Goes Urban Art“ für Kunst auf Litfaßsäulen startete. Am Samstag beklebt er live die denkmalgeschützte Litfaßsäule auf dem Kollwitzplatz mit den Satireplakaten von Klaus Staeck.


Zeitreise auf dem Fahrrad: „Warmes Licht und kühles Bier“ mit AEG am Humboldthain, Brauerei Pfefferberg und Historischem Hafen Berlin

Ehemaliges AEG-Gelände Humboldthain. Foto: Imago/Jochen Eckel

Wer sich schon immer gefragt hat, warum es im Prenzlauer Berg so viele Brauereien gibt, erhält auf dieser Tour Antworten. „Warmes Licht und kühles Bier“, so der Titel, führt als 5-stündige Radpartie mit verschiedenen Stopps zu historischen Industrieplätzen und architektonischen Geistern. Die Fahrt startet und endet am Deutschen Technikmuseum und führt durch Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg. Auf dem Weg gibt es viel zu entdecken: Der rote Backstein des monumentalen AEG-Werks ruft in Erinnerung, dass an diesem Ort der Aufstieg Berlins zur Industriemetropole bestimmt wurde. Und die seelenruhig im Wasser treibenden Museumsschiffe am Historischen Hafen erzählen von der Vergangenheit der Berliner Binnenschifffahrt.


Traditionsfahrt auf alten BVG-Linien zum Tag des offenen Denkmals 2025

Mit diesem historischen Bus geht es zwar nicht durch Berlin, dafür werden aber ein paar andere Linien zum Tag des offenen Denkmals 2025 wieder in Betrieb genommen. Foto: Imago/Petra Schneider

Das heißt Geschichte praktisch erleben: In einem Traditionsbus der Linie 118, 218 oder 316 fahren – und gleichzeitig etwas über den West-Berliner Autobusverkehr von den 1960er bis in die 1990er-Jahre lernen. Die Besucher:innen haben zudem die Möglichkeit, in historische Straßenbahnen des Verkehrsbetriebs Potsdam umzusteigen. Eine weitere Attraktion für Nostalgiefans ist die 8-stündige Bus-Safari zu Kirchenbauten der Nachkriegsmoderne.


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Weitere Denkmäler in Berlin: 12 Statuen, die man kennen sollte. Zwischen Banalität und Beton: 12 Bauwerke des Brutalismus. Wo Berlin aussieht wie Gotham City: Expressionistische Architektur in der Hauptstadt. Die Hochphase des Expressionismus währte nur kurz, der Einfluss blieb: Hans Scharouns Philharmonie nimmt erkennbar Bezug darauf. Zeitgleich mit dem Expressionismus entstanden klarere Stile: Dem Neuen Bauen und Bauhaus in Berlin spüren wir hier nach. Behrens, Mendelsohn, Mies van der Rohe: Was ihr über Architektur der Moderne in Berlin wissen müsst. Mittelalter-Nostalgie im Stadtbild: Ein Blick auf Berlins neugotische Bauten. In Wohnungsanzeigen sieht man es immer wieder. Aber was ist eigentlich das Berliner Zimmer? Ein eleganter Streifzug durch die Stadt: Das sind die wichtigsten Villen in Berlin. Verspielt und verschnörkelt: Jugendstil-Architektur in Berlin nehmen wir hier unter die Lupe. Noch mehr Texte über Bauwerke findet ihr in unserer Architektur-Rubrik.

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