Stadtleben

Talula tanzt uns den Hula

Was haben sich in Deutschland die Gerichte schon gestritten, wenn es um die Namensvergabe neugeborener Erdankömmlinge ging. Wer hat ihn nicht verfolgt, den jahrelangen Rechtsstreit der Eltern, die ihren Sohn „Pumukl“ nennen wollten?
Im Vordergrund bei der Namenswahl sollte dabei doch immer das Wohl des Kindes stehen. Wenn die Eltern „Wurst“ ihren Sohn unbedingt „Hans“ nennen wollen, ist dies sicherlich ebensowenig im Sinne des Sprößlings wie der Vorname „Axel“ beim Nachnamen „Schweiß“. Auch die Kombination aus dem nordischen Mädchennamen „Siv“ und dem englischen „Phillis“ zeugt von wenig Gespür.
Was in Deutschland dann in letzter Instanz die Gerichte regeln müssen, ist den Ämtern in Neuseeland nicht möglich. Hier dürfen die Behörden Namen nur dann ablehnen, wenn sie zu lang sind, jemanden beleidigen oder nach einem offiziellen Titel klingen.
Was dies für Auswirkungen hat, erzählte Familienrichter Rob Murfitt kürzlich in Wellington bei einer Pressekonferenz. Ihm seien Namen wie „Number 16 Bus Shelter“ oder „Sex Fruit“ untergekommen und auch habe er schon Zwillinge mit den Namen „Fish and Chips“ oder „Benson and Hedges“ in seinen Akten gehabt.
Grund für die Pressekonferenz war übrigens der Fall eines neunjährigen Mädchens, das seit seiner Geburt mit den zweifelhaften Vergnügen des Namens „Talula does the Hula from Hawaii“ herumlaufen musste. Richter Murfitt kommentierte den Namen mit den Worten: „Das macht das Kind ja zum Narren und kommt einem sozialen Handicap gleich.“
Da dem Richter von gesetzeswegen jedoch die Hände gebunden waren, griff er schließlich zu einer List. Er entzog den Eltern des Kindes das Sorgerrecht, bis sie ihrer Tochter einen neuen Namen gegeben haben.
Vielleicht ist dies ja auch eine Methode, die in Deutschland durchaus einmal greifen könnte. Oder hätten Sie gedacht, dass es in Deutschland Menschen mit den Vornamen Pepsi-Carola (ernsthaft!), Rapunzel, Rasputin, Winnetou, Gneisenauette, Blücherine, Katzbachine, Napoleon, Waterloo oder Winzbraut gibt?

 

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