Stadtleben

Temporäre Kunsthalle Berlin

SpatenstichMit dem sogenannten ersten Spatenstich von Constanze Kleiner, Geschäftsführerin der Temporären Kunsthalle, Volker Hassemer, Stiftung Zukunft Berlin, Adolf Krischa­nitz, Architekt der Kunsthalle, und dem Kultursenator Klaus Wowereit tritt die vorübergehende Existenz der Temporären Kunsthalle in die heiße Phase. Es gibt jetzt kein Zurück mehr. Jetzt wird das Ding da hingestellt, im September wird Gerwald Rockenschaub seine computeranimierte Wolke von Industriekletterern auf die Außenhaut malen lassen, im Oktober wird die Halle mit einer Video-Installation von Candice Breitz eröffnet werden. Es steht mittlerweile auch schon fest, dass ihr Katharina Grosse folgen wird und anschließend das Künstlerpaar Jennifer Allora/Guillermo Calzadilla.

Angela Rosenberg, die das vorläufige Ausstellungsprogramm als kuratorische Managerin vorstellte, mochte und konnte auch noch nicht konkreter werden und ließ es bei den blumigen Ausführungen von der Teamarbeit, in der von der Ideenfindung bis zum Konsens diskutiert werde. Sie wagte sich erst einen Schritt vor, indem sie die Kunsthalle als Schaufenster beschrieb, in dem Berlin als Produktionsstandort zur Geltung kommen sollte, und behauptete keck, dass „temporär“ gleichzeitig auch für „radikal“ stehe. Man könnte ganz leicht den Kopf schütteln, wenn man ihr glauben soll, dass das neue verwischte Signet an die in Berlin allseits beliebte wie unbeliebte Graffiti-Kultur verweise. Das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen.

Die ersten Programmpunkte offenbaren  allerdings  nichts Unerwartetes, was aus dem Berliner Kultursumpf überraschenderweise wächst und gedeiht. Das ist ein Schritt zurück.
Vielleicht aber ist ja doch noch ein wenig Anarchie in der Kunst vorhanden. Die Spaten­stecher warfen jedenfalls mit Lust Erde auf die erschreckte Fotografenmeute, die sich immer gern in die erste Reihe drängelte, was die schrei­bende Zunft klammheimlich amüsierte.

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