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Gratis-Konzert und Freibier: Teuterekordz feiern Album-Release

Text: Daria Rabes
Veröffentlicht am: 26.09.2025
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Die Hip-Hop Crew aus Prenzlauer Berg ist am 26. September wieder auf ihrem Stammplatz anzutreffen: Der Teutoburger Platz in Prenzlauer Berg, Schauplatz ihrer Jugend, ist auch Namensgeber ihrer Rap-Gruppe: Teuterekordz. Um 17 Uhr startet das Release-Konzert zu ihrem Album „Club 28”. tipBerlin hat die Jungs zu einem Gespräch getroffen: über ihr altes Zuhause, ihr neues Album und die anstehende Tour.

Am 26. September erscheint das neue Teuterekordz-Album „Club 28″. Foto: Teuterekordz/Manuel Lossau

Überall in Deutschland sehnen sich junge Menschen nach einer Jugend wie ihrer. Jedenfalls hört man in der ganzen Republik die Tracks über ihr Leben hier in Ost-Berlin. Teuterekordz machen vor, wie man diese Jugend lebt: viel Party, ein bisschen Melancholie. Mit treibenden Techno-Beats unterlegt machen sie Musik zum Feiern, aber auch für nächtliche Ringbahnfahrten, die einen alles hinterfragen lassen. Nach dem letzten Mixtape, das auch durch Features mit Admiral Klatsch sehr schnell und partylastig war, ist das neue Album etwas ernster. Erwachsener?

„Club 28” – neues Teuterekordz-Album

Der Titel wird kein Zufall sein. Als Club 27 wird schließlich eine Reihe von Musiker:innen bezeichnet, die mit 27 Jahren verstarben – darunter Jimi Hendrix, Kurt Cobain und später Amy Winehouse. Eine Hommage an diese Musiklegenden? „Club 28“ ist wohl ein Zeichen der Dankbarkeit. Vielleicht auch eine Mahnung, zumal viele der in den Club27 eingegangenen Künster:innen unter den Folgen von Drogenkonsum oder psychischen Störungen starben. Teuterekordz, die ihren alkohol- und drogenlastigen Alltag traditionell auch in ihren Liedern nicht verheimlichen, scheinen vernünftiger zu werden, womöglich aus Demut, die 27er-Marke überstanden zu haben: „Trinke auf Gesundheit, Club 28; Gleichgewicht bewahr’n, akrobatisch”. 

Das Album ist geprägt von Zerrissenheit, mit Ende 20 sind sie, besonders in Berlin, umgeben von Widersprüchen. Und die enden nicht damit, dass „ein Atze Papa wird und ein andrer bis 18 Uhr feiert”, wie es in „Randale vor Boutiquen” heißt. Es geht um mehr. Um die Gleichzeitigkeit von Unbeschwertheit und Hass, um eine Partyhauptstadt voller rechter Jugendlicher. Das sind keine neuen Themen, auch frühere Tracks sind politisch. Kritisieren Immobilien-Spekulation, AFD-Wähler:innen, Polizeigewalt und Rassismus. Inzwischen sind sie mehr als P-Berg-Botschafter, die nur vom Sprayen an der Eberswalder erzählen.

Teuterekordz, die „Atzen aus dem Bonzenviertel“

Nicht, dass sie das gar nicht mehr tun. Doch die Zeiten des stumpfen Lokalpatriotismus seien vorbei, erzählen sie im Gespräch: „Eigentlich kommen wir ja alle von hier” sagt Lucky, Jugenderinnerungen verschwimmen zwischen Helmholtz- und Teutoburger Platz. Doch inzwischen wohnen sie in anderen Gegenden, haben gemerkt, dass Berlin auch anderswo coole Ecken hat. Zumal sie sowieso hier im Kiez keine bezahlbaren Wohnungen gefunden hätten. Doch es hätten auch nicht alle von ihnen bleiben wollen. 

P-Berg hat sich im Laufe der Jahre drastisch verändert: Modus erzählt von den verschiedenen Phasen, die man als Prenzlauer Berger im Zuge dieses Wandels schon durchlebt haben. Die Parallele zu den klassischen Trauerphasen ist dabei kaum zu übersehen: Anfängliche Verleugnung, danach die Wut. „Du kannst zurück in deine Stadt, weil dich meine nicht liebt” singen sie 2023 im Feature mit Luvre47 aus Neukölln, im Versuch, die Schuld an Touris und Zugezogenen festzumachen. Später erst kommt die Akzeptanz. Dass es nicht mehr wird, wie es war. Doch ihr Zuhause bleibt der Bezirk weiter, zumindest kommen sie immer wieder zurück. 

Zur Veröffentlichung steht heute ein Release-Konzert auf dem Teutoburger Platz an, um 17 Uhr geht’s los. Für Freibier ist gesorgt, es dürfte daher voll werden. Wer danach auf den Geschmack gekommen ist: Schon im Oktober gehen Teuterekordz auf Tour. 


Berlin im Oktober 2025

Mehr über Teuterekordz lest ihr unserer aktuellen Print-Ausgabe: Denn Prenzlauer Berg – oder auch P-Berg, wie ihn mittlerweile viele kennen – erlebt einen spannenden Wandel: Die Kinder der „Mütter vom Kollwitzplatz“, Sinnbild für ein ganzes Kiez-Klischee, sind mittlerweile erwachsen und haben viele Ideen und Ambitionen. Was macht es mit einem Stadtteil, über den mal ganz Berlin lachte? ­„Pregnancy Hill“ und „Biedermeier-Bionade“ sind die Vorurteile, von denen P-Berg sich befreien musste. Heute hat ein 24-Jähriger die Traditionskneipe Willy Bresch übernommen. Lässige Fine-Dining-Restaurants poppen auf. Die HipHop-Crew Teuterekordz steuert den Soundtrack bei, auch wenn die Jungs keine Wohnung im Kiez finden können. Und auch Traditionsorte wie das Ballhaus Ost und die Galerie Parterre profitieren davon, dass Prenzlauer Berg endlich wieder erwacht. Hier könnt ihr die Ausgabe bestellen.

Mehr zum Thema

Ein weiteres Berliner Album-Release: Das neue Album von Nina Chuba – so finden wir es. Eine ebenfalls sehr erfolgreiche Popsängerin aus Berlin ist Zsá Zsá. Die Kinderdarstellerin aus dem Film „Wilde Hühner“ ging im Frühjahr mit „bad bunnies“ viral. Außerdem setzt sie sich für mehr Frauen im Songwriting ein. Wir waren beim von Warner Chappell Music organisierten „She Camp“ dabei. Lust auf Konzerte aber wenig Geld? Hier sind 12 Gratis-Tipps für den Oktober in Berlin. Alles andere als kostenarm: Der Berliner Flughafen warum der BER für Berlin eine wirtschaftliche Katastrophe ist. Deutlich positiver: Am ehemaligen Flughafen Tempelhof wird gefeiert. Unsere Empfehlungen für eure Ohren: Konzerte in Berlin. Was Berlin täglich zu bieten hat, erzählen euch unsere Tagestipps. Jede Woche neu: Den tipBerlin Newsletter könnt ihr hier abonnieren.

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