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Der U-Bahnhof Französische Straße wird geschlossen – was entsteht dort?

Wegen des neuen U-Bahnhofs der U5 – Unter den Linden – muss der U-Bahnhof Französische Straße noch in diesem Jahr schließen. Damit hat die U6 wieder einen Geisterbahnhof, ganz wie zu Mauerzeiten. Doch wie wird das ausgediente Bauwerk im Herzen der Stadt zukünftig genutzt?

U-Bahnlinie U6 fährt am U-Bahnhof Französische Straße. Foto: Imago/Bernd Friedel
U-Bahnlinie U6 am U-Bahnhof Französische Straße. Foto: Imago/Bernd Friedel

Der Ausbau der U5 ist ein Prestigeprojekt der BVG. Bislang endet die Linie, die aus dem tiefsten Osten der Stadt kommt, am Alexanderplatz. Schon bald geht es aber weiter zum Roten Rathaus, der Museumsinsel, Unter den Linden und dem Brandenburger Tor; von wo man mit der bereits verkehrenden Teillinie U55 zum Hauptbahnhof weiterfahren wird. Irgendwann soll die Strecke bis zum U-Bahnhof Jungfernheide reichen und dort an die U7 andocken. Doch das ist Zukunftsmusik.

Ganz real ist jetzt aber schon, dass mit der Eröffnung des U-Bahnhofs Unter den Linden (U5) ein ehrwürdiger alter Bahnhof der U6 noch 2020 der neuen Situation weichen muss.

Der 1923 in Betrieb genommene U-Bahnhof Französische Straße befindet sich im geschäftigen Zentrum Berlins, direkt an der Kreuzung Friedrichstraße und Französische Straße. Damit liegt er einfach zu nah an dem neuen Bahnhof der U5, Unter den Linden.

Keine neue Situation für den U-Bahnhof Französische Straße

Die Lösung der Verkehrsplaner lautet: Schließung. Keine neue Situation für den U-Bahnhof. Schon zu Mauerzeiten hat man den U-Bahnhof Französische Straße, ebenso wie weitere Stationen der U6 und auch der U8, die unter Ost-Berlin verliefen, vom Netz genommen. Damals aus politischen Gründen.

Dieses Schild hat bald nur noch einen historischen Wert – U-Bahnhof Französische Straße. Foto: Imago/Viennaslide

Die von West-Berlin betriebenen U-Bahnen fuhren noch bis zum Sommer 1990 mit gedrosselter Geschwindigkeit, aber ohne anzuhalten, durch diese Geisterbahnhöfe hindurch. Manchmal konnte man aus dem Waggonfenster einen Wachsoldaten der NVA auf den verwaisten Bahnsteigen erspähen. Ein gespenstischer Anblick, an den sich die West-Berliner schnell gewöhnt haben, mit dem man aber Besucher von außerhalb beeindrucken konnte.

Nach der Wende wurden die alten Geisterbahnhöfe wie Oranienburger Straße und Stadtmitte saniert und erstrahlten im alten Glanz. Für die Französische Straße ist es nach knapp 100 Jahren nun scheinbar wirklich vorbei. Was aus dem Bahnhof in Zukunft werden soll, ist noch nicht entschieden. Als Bauwerk soll er jedenfalls erhalten bleiben. Man munkelt von einem Club, einem Café oder einer Kunstgalerie. Bestätigt ist noch nichts.


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