Stadtleben

Universität der Künste

Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Nach mehrjährigen Verhandlungen zwischen der Universität der Künste und Olafur Eliasson einigten sich die Vertragspartner auf ein fünfjähriges Experiment. Der Künstler wollte von sich aus keine Professur auf Lebenszeit, wie es hierzulande üblich ist. Nicht, dass nach fünf Jahren mit dem Experiment Schluss sein soll, aber erst einmal wird das Projekt mit einer Million Euro Anschubfinanzierung  aus dem Masterplan gefördert. Zwölf bis 15 Studentinnen und Studenten werden nach dem üblichen Bewerbungsverfahren das Glück haben, in die Denkfabrik von Eliasson einzuziehen.

Sie werden studieren, was es so noch nicht gibt, möchte er doch aus seinem transdisziplinären Ansatz heraus experimentelle Praktiken in der bildenden Kunst mit der Architektur und den Humanwissenschaften vernetzen. Olafur Eliasson sagt dazu: „Ich bin überzeugt, dass sich die Kunst in der Zukunft noch vielfältiger und produktiver in die Gesellschaft einbringen wird. Besonders in Berlin mit seiner großzügigen und heterogenen Kunstszene sehe ich das Potenzial einer solchen Verknüpfung von Kunst, Wissenschaft und Stadt zu einem verantwortungsvollen sozial-politischen Raum.“

Studio_Olafur_EliassonDas Fantastische an dem Studium wird aber seine Öffentlichkeit sein. Einerseits wird man bei vielen Gelegenheiten die Möglichkeit haben, den Studenten zuzuschauen, ihre neu gewonnenen Erkenntnisse zu erfahren, mit ihnen zu diskutieren. Andererseits wird auch die UdK profitieren von dieser neuen Art des Studiums. Sie wird aufmerksam verfolgen, wie sich der Diskurs vollzieht, und letztlich auch sehen, mit was für einem Abschluss die Nachwuchskünstler in die wilde weite Welt entlassen werden.
Und noch etwas anderes ist bei Olafur Eliasson zu bestaunen. Er hat sich vor drei Jahren ein Haus auf dem Pfefferberg gekauft, hat es sanieren, renovieren und denkmalgerecht rekonstruieren lassen. In den ersten beiden Etagen arbeitet seine private Denkfabrik an neuen Kunststücken. In die oberste Etage ziehen seine Studenten ein. So verführerisch angenehm das für beide Seiten ist, wird man aufpassen müssen, dass privates Atelier und Hochschule schön getrennt bleiben.    

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