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Van Bo Le-Mentzel über sein Projekt „Kharma Chucks“

Le_Van_BoWas sind „Karma Chakhs“?  
Van Bo Le-Mentzel Das sind Schuhe, deren Herstellung ich mit 499 Koproduzenten selbst in Auftrag geben möchte. Sie sollen etwa so aussehen wie die bekannten Chucks der Firma Converse. Ich bin seit Jahrzehnten ein Chucks-Fan, musste aber mit Schrecken hören, dass der US-Sportartikelhersteller ­Nike vor ein paar Jahren Converse gekauft hat.

Warum ist das so schlimm?  
Nike hat die Produktionsstätten von Con­verse komplett aus Amerika in Niedriglohnländer verlegt. Damit bin ich nicht einverstanden. Deswegen rufe ich jetzt Chucks-Fans auf, mit mir gemeinsam Schuhe fair zu produzieren, Schuhe mit gutem Karma.

Ist das rechtlich okay, die Produktion von Schuhen in Auftrag zu geben, die so aussehen wie Chucks und die so ähnlich heißen?  
Ich will ja keine Schuhe herstellen, um damit Geld zu verdienen. Die Schuhe sind nur für meinen eigenen privaten Gebrauch – und den der 499 anderen Koproduzenten. Es geht nicht um Gewinn, sondern darum, Converse beziehungsweise Nike dazu zu inspirieren, Produkte anders herstellen zu lassen: Es ist möglich, Chucks auch in einer fairen Art und Weise zu produzieren. Ich würde die großen Konzerne gerne zu einem Umdenken motivieren.

Warum müssen insgesamt 500 Produzenten zusammenkommen?  
Die Zahl 499 entsteht dadurch, dass sich die Schuhproduktion für die Fair-Trade-Firma in Pakistan erst lohnt, wenn mindestens 500 Stück in Auftrag gegeben werden.

Wie kann man Koproduzent für Karma Chakhs werden?  
Das geht über die Webseite www.startnext.de, das ist eine Crowdfunding-Plattform. Für 69 Euro kann man Koproduzent werden. Das heißt, man zahlt für seine Karma Chakhs genauso viel wie für die Schuhe von Converse. Ich nutze diese Crowdfunding-Plattform aber nicht nur, um Koproduzenten zu finden, sondern auch, um Grafiker, Texter oder Redakteure für das Projekt zu gewinnen: Zu den Schuhen soll es auch ein Booklet geben, der Schuhkarton soll gestaltet werden, und auch der Schuh an sich muss noch Form annehmen. Es gibt zum Beispiel die Idee, auf der Sohle einen Abdruck mit dem Slogan „Stop Ausbeutung!“ zu integrieren. Außerdem sollen die Karma Chakhs alle rot sein. Wir wollen schließlich ein Signal setzen.      

Interview: Eva Apraku

Foto: Oliver Wolff

Karma-Chakhs-Koproduktion
www.startnext.de/karma-chakhs

Gutes tun auf startnext.de

 

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