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Vatertag in Berlin: So macht ihr euch den „Männertag“ hübsch – ganz ohne Saufen

Himmelfahrt ist für viele eine Entschuldigung, sich mal so richtig einen zu saufen. Vatertag nennt sich der Brauch, der je ländlicher das Gebiet, umso beliebter wird. Regional eher als „Männertag“ bekannt, ziehen marodierende Horden durch die Gegend, gern bebollerwagt und mit einigen Fußpils (und immer öfter auch nicht strikt geschlechtergetrennt). Aber es muss nicht immer der Absturz sein – wir haben 12 Möglichkeiten, wie ihr den Tag sinnvoll nutzt.

Radtour durch Brandenburg

Radtour an der Panke nach Brandenburg: Tolle Natur, am Vatertag endlich mal den Kopf freikriegen. Foto: Imago/Schöning
Radtour an der Panke von Berlin nach Brandenburg: Tolle Natur, am Vatertag endlich mal den Kopf freikriegen. Foto: Imago/Schöning

Brandenburg ist groß genug, dass ein paar Ausflugs-Berliner reinpassen. Und das Bundesland, das uns so liebevoll umgibt, hat mehr zu bieten als ein bisschen Potsdam und freies Land. Wie wäre es denn zum Beispiel mal mit der Strecke vom Alexanderplatz an der Panke bis nach Bernau? Die 30 Kilometer auf dem Berlin-Usedom-Radweg dauern als Durchschnittsradler rund drei Stunden, das kann man mal machen. Zumal man irgendwann genau am Bahnhof Bernau ankommt – ab und die S-Bahn und zurück! Wer es gern etwas länger mag: Diese schönen Radtouren von Berlin nach Brandenburg sind auch klasse.


Auf den Spuren der Geschichte

Dieses Jahr haben die Berliner mal einigermaßen Glück mit den Feiertagen. Denn auch der 75. Jahrestag des Kriegsendes war dem Senat einen freien Tag wert (zumindest für alle, die nicht auch an diesen Tagen pflegen, putzen, retten, verkaufen, fahren etc.). Der 8. Mai war entsprechend ideal, um sich mit der Geschichte der Stadt im Krieg zu beschäftigen. Wer doch lieber ausruhen wollte, aber nun neue Energie für die Historie der Stadt hat, gehe auf Spurensuche: Berlins Mitte – damals Trümmerfeld, heute Ort des Gedenkens.

Das Brandenburger Tor im Wandel der Zeit. Oben nach der Schlacht um Berlin im Mai 1945 und unten das Brandenburger Tor heute. Fotos: Imago
Das Brandenburger Tor im Wandel der Zeit. Oben nach der Schlacht um Berlin im Mai 1945 und unten das Brandenburger Tor heute. Fotos: Imago

Essen gehen, endlich wieder essen gehen

Klar, es ist merkwürdig: Die Karte ziehen wir uns in manchen Restaurants nun per QR-Code aufs Handy, der freundlich grinsende Kellner ist nun Mund-Nase-beschützt, und standen damals nicht mal Salz und Pfeffer auf dem Tisch? Jaja, die neuen Hygieneregeln für Restaurants wegen Corona sind erstmal irritierend. Trotzdem können wir endlich wieder in die Restaurants, die wir lieben – also hin, schlemmen, und den krisengebeutelten Gastronomen der Stadt helfen.

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Lesen bildet!

Lesen bildet, und auch den vielen schönen Buchhandlungen in Berlin geht es wegen Corona nicht wirklich besser. Jetzt ist die Zeit, die guten Vorsätze mal wirklich umzusetzen – und anstatt einfachmal schnell beim Versandhändler online irgendwas zu bestellen, wirklich beim kleinen Buchladen des Vertrauens vorbeizuschauen. Viele haben angesichts der Krise mal eben Lieferdienste eingerichtet, Abholung geht natürlich auch – oder einfach nur Stöbern. Und Dussmann hat auch am Tag vor Himmelfahrt bis 22 Uhr geöffnet. Wer also für den freien Tag noch einen der besten 100 Romane über Berlin kaufen will – es ist wirklich noch nicht zu spät.


Berlin, die Hauptdarstellerin

Keine Lust auf lesen? Dann eben Film. Besonders schön ist es, wenn man in einem Film plötzlich seine Heimatstadt entdeckt – Berlin ist beliebter Drehort für viele Filme und Serien von Avengers bis Operation Walküre, eine Tour zu den Schauplätzen macht erst richtig Lust aufs Filmerlebnis. Ganz frisch in der Liste der Filme, die unserer Stadt ein Denkmal setzen? Der neue „Berlin, Berlin“-Film. Nach vielen Jahren hat Felicitas Woll ihre Lolle wiederbelebt. Sollte im Kino laufen, landete aber online, wegen Corona.

Auch in Berlin gedreht: Die Serie „Homeland“, Staffel 5.

Urlaub planen

Wie wer wann wohin reisen darf, das entscheidet sich erst laut Außenminister Heiko Maas noch vollständig in den kommenden Wochen. Zwar gibt es leise Hoffnung auf Reisen zumindest innerhalb der EU. Wer auf Nummer sicher gehen und ein paar Tage raus will, möge aber im Umland gucken. Urlaub in Brandenburg ist immer eine Option – es gibt besondere Unterkünfte von Herrenhaus über Bahnwaggon bis zur Bio-Ranch zu entdecken. Auch viele Hoteliers litten und leiden enorm unter der Krise, müssen ihre Konzepte umstellen (etwa Frühstücksbüffets vermeiden – in einigen Bundesländern ist diese Art des Speiseangebots derzeit verboten). So ein freier Tag wie Donnerstag eignet sich hervorragend, den nächsten Aufenthalt zu planen. Eine schöne Alternative zum in die Ferne schweifen ist auch immer ein Urlaub an der Spree.


Feiern gehen – zumindest in Gedanken

Ach ja, das mit dem Feiern. Es wird noch eine ganze Weile dauern, Experten rechnen sogar damit, dass Clubs ihren Betrieb im klassischen Sinne 2020 nicht mehr aufnehmen werden. Viele sind akut bedroht, zumindest jene mit Außenanlagen versuchen nun, trotzdem in Kontakt mit ihren Fans zu bleiben – und ein bisschen Geld zu verdienen. Sisyphos und Renate sind zum Beispiel die ersten Clubs, die neue Konzepte entwickelt haben. Allerdings: Vorher informieren, ob noch was frei ist. Denn wo früher eng getanzt wurde, ist heute auch Abstand gefragt. Im „Sisy“ gibt es zum Beispiel Pizza im Sitzen – die Krise schuf das Sitzyphos.

Nicht mehr (ganz) dicht: Das Sisyphos. Foto: Imago/Emmanuele Contini
Nicht mehr (ganz) dicht: Das Sisyphos. Foto: Imago/Emmanuele Contini

Legal sprayen in Berlin

Jesus fuhr laut Bibel an Himmelfahrt zurück in den Himmel auf. Wer ihm – oder irgendwem anders – ein Denkmal setzen will, kann das zum Beispiel in Graffiti-Form tun. Denn auch, wenn die Kunstform oft genug in der Kritik steht, weil illegale Werke in der Stadt platziert werden, heißt das nicht, dass sie nur gesetzesbrecherisch möglich ist. Es gibt Orte zum legalen Sprayen. Im Mauerpark zum Beispiel, der Klassiker. Aber auch an schöneren Orten, wie etwa im Natur-Park Schöneberger Südgelände. Dort sind die Wände am Tälchenweg von Montag bis Samstag ab 15 Uhr zum Sprayen freigegeben. Schön in der Natur. Es gibt noch viele weitere Orte zum Sprayen – ohne Angst vor der Polizei.


Fotos machen für Freunde

Die Verwandten können gerade nicht zu Besuch kommen – und ihr nicht zu Freunden fahren. Das ist nervig. Aber vielleicht auch ein toller Anlass, auf Fotosafari zu gehen. An Motiven mangelt es nicht, angesichts der wenigen Touristen derzeit bieten sich an vielen Orten Möglichkeiten für Fotos ohne viele störende Menschen. An diesen zwölf Orten ist man nicht mal sicher, ob man noch in Berlin ist.

Fachwerk-Idylle in Ilmenau, könnte aber auch in Berlin sein, oder?
Fachwerk-Idylle in Ilmenau. Oder? Vielleicht ja doch Berlin? Foto: Imago/Jürgen Ritter

Kulturinstitutionen, Galerien und Museen wieder auf

Lange ging im Kulturbetrieb fast gar nichts. Das ändert sich endlich wieder, vieles öffnet langsam wieder. Viele tolle Ausstellungen, die in die Zeit der Schließung fielen beginnen oder werden fortgesetzt. Wir haben zusammengestellt, was wieder geöffnet ist an Galerien, Museen, Kulturinstitutionen – und unter welchen Bedingungen. Vorher informieren ist wichtig: Vielerorts erfolgt der Einlass nur noch zu bestimmten Zeiten mit vorab gekauften Tickets.


Neue Klänge entdecken

Berlin ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die deutsche und internationale Musikszene. Clubs haben einige Label, die wichtigen Anbieter der Welt haben ihr eigene Büros und arbeiten selbstständig. Von bisher unbekannten Techno-Produzenten, die irgendwann im (dann wieder offenen) Berghain spielen werden, bis zu Musiklegenden. Und mit Überraschungen: Lana del Rey etwa unterschrieb ihren Vertrag zuerst bei einer deutschen Plattenfirma. Schön, dass einige der besten Berliner Musiklabels, die man kennen muss, inzwischen auch alles online anbieten – sodass wir auch am Feiertag neue Musik entdecken können.


Tiere beobachten

Von den Tropen in die Hauptstadt: Wie groß die Population an Gottesanbeterinnen in Berlin ist, ist unklar.
Von den Tropen in die Hauptstadt: Wie groß die Population an Gottesanbeterinnen in Berlin ist, ist unklar. Foto: imago/Nature Picture Library

Berlin ist kein graues Moloch (nicht nur). Es gibt sogar richtig viel wildes Leben, wenn man weiß, wo. Schon einmal die Gottesanbeterinnen im Natur-Park Südgelände entdeckt? Auch am Tegeler See nahe der Greenwichpromenade lassen sich einige wilde Arten entdecken. Um Tiere zu beobachten, muss man wissen wo: So wild ist die Hauptstadt.

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