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Vom Schnuller zur schicken Lebenshilfe: Der Gameboy wird internetfähig

NINTENDO Lange her ist es, als Gameboy-Gedaddel noch aufs Kinderzimmer beschränkt war – seit Nintendo vor fünf Jahren den DS als neue Handheld-Konsole einführte, sieht man immer öfter auch junge Frauen in der Öffentlichkeit damit, die populäre Denksport-games wie „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ spielen. Mittlerweile überwiegen neben Klassikern wie „Pokйmon Platin“ fast sogar schon Titel, die sich an Erwachsene wenden – sei es nun mit Fitnesstipps, interaktiven Kochrezepten, Astrologie („Astrologie DS“ von Kochmedia) oder Sudoku. Vom Schnuller zum Gehirntrainer verläuft die Entwicklung, deren jüngstes Beispiel ein Werbefilm mit Beyoncй für das neue Musikspiel „Rhythm Paradise“ ist.

Da das neu anvisierte Publikum zahlungskräftiger als Kids ist, kann es sich auch leisten, das Gerät regelmäßig zu erneuern – nicht aus Verschleißgründen, sondern weil neue Versionen mit zusätzlichen Optionen erscheinen. So folgte dem spürbar leichteren DS Lite von 2006 Anfang April nun der DSi, der allein schon mit seinem Namen das i-Tüpfelchen auf seine stark verbesserte Internetfähigkeit setzt. Man kann mit einer neuen und nicht mehr kos­tenpflichtigen Ausgabe des Opera-Browsers weit flüssiger als beim Vorgänger auch über gesicherte WLAN-Verbindungen mobil im Internet surfen, außerdem neu ist eine Fotofunktion mit zwei Kameras, die jedoch nur eine Auflösung von 0,3 Megapixel haben. Um sein Bild in Games zu verwenden, reicht es jedoch.

NINTENDO Ein großer Nachteil ist jedoch, dass man im Gegensatz zu den früheren Modellen nicht mehr die alten Gameboy-Advanced-Spiele nutzen kann, dafür können Speicherkarten geladen werden. Fühlbar verbessert sind die um 17 Prozent gewachsene Größe und intensivere Beleuchtung der Displays sowie die Klangqualität, mit der nun auch eigene Musik­stücke abgespielt werden können. Die Webfähigkeit hat für Hersteller natürlich auch ganz unmittelbare Vorteile: So hat Nintendo einen DSi-Shop eingeführt, mit dem man sich zusätzliche Spiele, Updates und Features mobil kaufen kann. Bisher ist das Angebot dort jedoch mit Highlights wie Tetris noch sehr überschaubar. Vor allem lässt sich mobil allerdings der auch bei Älteren vorhandene kindliche Ehrgeiz so richtig anheizen, wenn man sich in High­score-Listen eintragen kann – doch besser als im stillen Kämmerlein …

Text: Claudia Wiegand

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