Stadtleben

Vorschau: Berlin im Februar 2013

Berlin wird leiser. Tut uns echt leid, liebe Finanzausgleich-Geberländer. Dabei geht es nicht um die große Berliner Klappe. Von wegen Demut oder so, weil hier ein oder zwei Bauvorhaben gerade ein wenig stocken. Nein. Die gut beschäftigte Stadtentwicklungsverwaltung hat wahrlich noch eine Aktion gegen den Verkehrslärm aufgetan. Bis 22. Februar können Bürger im Onlinedialog Lärmprobleme in der Stadt melden. Wir sind schon gespannt, wann ein paar meinungsfreudige Flugroutengegner diese Seite hier entdecken: www.leises.berlin.de.

Schenkelklopfer (1). Apropos Routen. Da geht es ja jetzt wieder mal neu los. Kennen Sie den übrigens schon? Klaus Wo­-
wereit, nachdem das Oberverwaltungsgerichtv die BER-Wannsee-Route gekippt hat: „Der Betrieb des Flughafens ist durch den Rechtsstreit um Flugrouten nicht gefährdet.“ War der gut oder war der gut? Haha. Welcher Betrieb? Welcher Flughafen???

Energieleistung. 200?000 Unterschriften. So viele Autogramme benötigt die Initiative Berliner Energietisch ab dem 11. Februar für die zweite Stufe ihres Volksbegehrens. Wenn die Unterschriften zusammenkommen, gibt’s im September womöglich nicht nur eine Bundestagswahl in Berlin, sondern zusätzlich auch einen Volksentscheid für Rekommunalisierung des Stromnetzes und die Gründung eines Stadtwerkes in Berliner Besitz. Ziele der rund 40 beim Energietisch zusammengeschlossenen Organisationen sind zum Beispiel: 100-prozentige Ökoenergie, demokratische Mitgestaltung der Energieversorgung, sozialverträgliche Energiewende. Unter anderem. Diese zweite Stufe des Volksbegehrens endet am 10. Juni. www.berliner-energietisch.net.

Suhrkamps neue Richterskala. Die nächste Erschütterung droht. Am 13. Februar steht vor dem Landgericht Frankfurt am Main wieder einmal die Zukunft des mittlerweile in Berlin ansässigen Verlags auf der Kippe. Auf der einen Seite Ver­legerin Ulla Unseld-Berkйwicz, die über eine Familienstiftung 61 Prozent der Verlagsanteile kon­trolliert. Auf der anderen Seite Minderheitsgesellschafter Hans Barlach, der mit seiner Medienholding Winterthur über 39 Prozent der Anteile verfügt und Ulla Unseld-Berkйwicz im Dezember vom Posten der Verlagsgeschäftsführerin weggeklagt hatte. Nun wiederum verklagen sich beide gegenseitig auf Ausschluss. Eine Verlagsauflösungsklage von Barlach steht ebenfalls zur Entscheidung an. Von wechselseitigen Über­nahmeangeboten war auch mal die Rede. Es könnte also alles sehr unerfreulich für Suhrkamp werden. Zuletzt haben aber beide Seiten Gesprächsbereitschaft signalisiert. Das wäre ja auch wirklich höchste Zeit.

Schenkelklopfer (2). „Jon mer in en andere Kaschämm! Schämm!“ Äh, wie bitte? Das ist Rheinisch. Behauptet jedenfalls die Kollegin, die ursprünglich aus Düsseldorf kommt. Wir Berliner würden ja einwenden, dass inmitten der ersten keinesfalls die fünfte Jahreszeit folgen kann, das geht doch schon mathematisch nicht. Egal. Es gibt jedenfalls auch in Berlin wieder so einige Karnevalsfestivitäten, zum Beispiel am Sonnabend, 9. Februar, ab 21 Uhr im Bi Nuu. Dann spielt die Zentralkapelle gar lustig auf. Das macht sie mittlerweile jedes Jahr. Die werden ja wohl wissen, was der Satz da oben bedeutet. Der steht schließlich auf ihrer Einladung. www.zentralkapelle.de

Bunt statt blau. So heißt der Plakatwettbewerb der DAK für Schüler zwischen 12 und 17 Jahren gegen jugendliches Komasaufen. Falls Sie jetzt übrigens an dieser Stelle auf einen Brüderle-Witz hoffen sollten, kann ja sein: Der fällt leider aus.    

Text: Erik Heier
Foto: Benjamin-Thorn/Pixelio

 

Stadtleben und Leute in Berlin

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