Stadtleben

Wandernreiten: Ausritte ins Umland

Es gibt keine Sporen, keine Gerte und keine Befehle. Wer mit „All the white Horses“ unterwegs ist, kann entspannen – das gilt für Reiter wie für Pferde. Im März gründete die ausgebildete Geländerittführerin Kecia Holtzendorff den kleinen Wanderreitbetrieb. Mit dabei: ein Araber, ein Andalusier und eine Connemarastute – alle weiß. „Ich wollte nie einen Schimmel haben, aber als das zweite Pferd unerwartet auch weiß war, dachte ich, dann muss ich das zum Programm machen“, erklärt Holtzendorff den Namen ihrer Exis­tenzgründung.
Zusammen mit Andrй Heubaum und Vera Kraft bietet sie individuell angepasste Tages- und Wochenritte an. Zum Beispiel in den Krämer Forst. Das Waldgebiet liegt unweit des heimischen Weidelandes. Dort, in Wansdorf, nördlich von Berlin zwischen Velten und Nauen, stehen die Tiere das ganze Jahr über artgerecht draußen. Bei Regen können sie sich in einem offenen Stall unterstellen. „Die Pferde sind entsprechend robust und ausgeglichen“, so Heubaum.

Die weißen Pferde kann man aber auch im Hohen Fläming oder im Naturpark Stechlin reiten. Gemächlich im Schritttempo legt man so 25 bis 30 Kilometer pro Tag zurück. Aber nicht immer im bequemen Westernsattel. „Beim Wanderreiten ist es wichtig, die Pferde zu entlasten und auch mal eine Strecke zu Fuß zu gehen. Schließlich gehen die Touren über drei bis fünf Tage, da sollen die Pferde fit bleiben“, erklärt Heubaum. Und dem ungeübten Reiter kommt das Absteigen auch sehr entgegen. Der Muskelkater ist dann nicht ganz so schlimm. Am Ende eines solchen Tages steht dann das Abendessen und die Übernachtung in einem guten Landhotel an.
Der Erholungseffekt ist enorm. Die Entschleunigung macht sich sofort bemerkbar. Man genießt die Natur, wächst zusammen mit dem Pferd, und man ist sofort raus aus dem Alltag. So wird bereits ein Tagesritt zu einem langen Urlaub. Das liegt zum einen an den sicheren und ruhigen Pferden. Zum anderen hat es mit den Rittführern zu tun. Mit Karten und GPS-Technik ausgerüstet, finden sie auch in unbekannten Gegenden immer den richtigen Weg durch Wald und Wiese – „auch wenn mal ein Weg oder eine Brücke gesperrt ist“, weiß Kecia Holtzendorff. „Ein Risiko gehen wir niemals ein.“

Und ganz nebenbei erfährt man während so einer Reise auch, welche Pflanzen für Pferde giftig sind und was die Vor- und Nachteile von Hufschuhen und Hufeisen sind. Ein schönes rundum-sorglos ­Paket, das übrigens auch hoch zu Ross im Schnee, also im Winter, gebucht werden kann.

Text: Britta Geithe

All the white Horses
Tel. 49 87 35 66, www.allthewhitehorses.de

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