Stadtleben

Weltberühmt in Neukölln: Fadi Saad

Fadi Saadtip Seit wann arbeiten Sie als Quartiersmanager in Neukölln?
Fadi Saad Seit 2006 im Gebiet Körnerpark.

tip Was hat Sie für diesen Job qualifiziert?
Saad Meine zweijährige Tätigkeit im Nachbarschaftsheim Neukölln, wo ich mir einen guten Überblick über die Situation im Kiez verschaffen konnte. Außerdem meine dreijährige Tätigkeit im Rollbergviertel, wo ich die Möglichkeit hatte, mich mit Problemen von Familien mit Migrationshintergrund auseinanderzusetzen.

tip Was machen Sie anders als andere Quartiersmanager?
Saad Da ich arabisch spreche, habe ich einen guten Zugang zu den nichtdeutschen Familien. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist es, Begegnungsmöglichkeiten zwischen Leuten zu schaffen, die nicht viel miteinander zu tun haben. So veranstalte ich jedes Jahr den KörnerCup, ein Fußballturnier, an dem 16 Mannschaften – unter anderem von der Polizei – teilnehmen.

tip Auf wen sollte man in Neukölln besonders achten?
Saad Auf die Kinder, denn die meisten hier im Kiez beherrschen nicht die deutsche Sprache. Aber auch die Eltern brauchen Unterstützung. Es reicht nicht, ihnen zu sagen, dass sie sich um ihre Kinder kümmern sollen. Es muss ihnen gezeigt werden, wie man dies machen kann.

tip Was ist Ihr Lieblingsort in Neukölln?
Saad Der Körnerpark. Besonders einladend: das Cafй im Park mit seiner Galerie.

tip Was geht gar nicht?
Saad Dass Kiezbewohner nicht in Entwicklungsprozesse einbezogen werden.

tip In welchen Bezirk würden Sie nie ziehen?
Saad Ich selber wohne im Wedding und möchte nicht wegziehen. Aber wenn, dann nach Neukölln, Moabit oder Kreuzberg.

Interview: Eva Apraku

Fadi Saad „Der große Bruder von Neukölln. Ich war einer von ihnen – vom Gang-Mitglied zum Streetworker„, Verlag Herder, Freiburg 2008, 12,95 Ђ

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