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Wie überstehen wir die Wespenzeit? NABU gibt Antworten

Wespen: Wir können nicht mit ihnen, aber auch nicht ohne sie. Für viele sind sie der Störfaktor schlechthin, manche haben auch Angst vor den Tieren. Dennoch für unser Ökosystem entscheidend und unverzichtbar. Sie dienen als Jäger für Fliegen, Blattläuse, Raupen sowie weitere Insekten. Und wie Bienen bestäuben sie manche Pflanzen. Wir haben mit Dr. Melanie von Orlow, Sprecherin der Hymenoptera-Schutz-Fachgruppe des NABU Berlin, gesprochen und sie gefragt, wie wir die Wespenzeit überstehen.

Besonders im Spätsommer wirken Wespen aggressiver. Foto: Imago/imagebroker

tipBerlin Warum sind aktuell so viele Wespen unterwegs? Gibt es in diesem Jahr besonders günstige Bedingungen für ihre Vermehrung? 

NABU Natürliche Schwankung der Population ist normal. Doch aktuell haben wir bis jetzt ein gutes Wespenjahr, warum, kann man nicht genau erklären. Es wird wohl an dem guten und warmen Jahresauftakt liegen, den wir hatten. Da waren die Temperaturen ungewöhnlich hoch zu der Zeit. Dass der Frühling ideale Bedingungen hat, ist wichtig für den neuen Lebenszyklus der Kolonie.

tipBerlin Wie unterscheidet man gefährliche Wespenarten von harmlosen? Gibt es in Berlin besonders häufige Arten? 

NABU Grundsätzlich gibt es keine Wespen, die „gefährlich“ sind. Das Wespengift kann lediglich Allergikern gefährlich werden. Es gibt ein paar Arten, die eher entspannter sind im Verhalten als andere. Das Aufdringliche Verhalten hat aber Gründe: Die kommt durch das Beschützen des Nestes und der Kolonie.

Nest der Gemeinen Wespe. Foto: Imago/Klaus W. Schmidt

tipBerlin Warum wirken Wespen im Spätsommer aggressiver? Täuscht das oder gibt es biologische Gründe dafür? 

NABU Grundsätzlich sind Wespen nicht aggressiv. Wenn sie ihr Nest bedroht sehen, sind sie natürlich verteidigungsfreudiger. Im Spätsommer sind die Nester am größten und haben eine hohen Versorgungsbedarf an Proteine und Zucker und somit machen sie sich auf die Suche nach Nahrung. Die finden sie bei uns Menschen und „rücken uns ein wenig auf die Pelle“. Das wird häufig fälschlicherweise bereits als aggressives Verhalten Gedeutet.

Wespen auf einem angebissenem Apfel. Foto: Imago/Sven Simon

tipBerlin Wie kann ich mich und Kinder im Garten oder beim Essen im Freien effektiv, aber tierfreundlich schützen? 

NABU Zum einen kann ich raten, unter einem Schutznetz zu essen. Es gibt große Netzschleier, zum Beispiel wie die gegen Moskitos, da kann nichts passieren. Um die Behausung zu schützen, kann man für kleines Geld Fenster- und Türnetze montieren. Außerdem sollte man regelmäßig den Garten nach Nestern absuchen. Um sich und Kinder zu schützen, sollte man mit Strohhalmen trinken, um das Verschlucken von Wespen auszuschließen. Bei Kleinkindern nach dem Verzehr von Speisen gründlich den Mund und die Hände abwischen. Andernfalls könnte das auch Wespen anlocken. Besonders sollte man aufpassen, wenn man Fallobst aufliest oder essen möchte, denn auch am Obst können Wespen kriechen. Aber letztendlich sollte man einfach achtsam sein, denn Wespenzeit ist Wespenzeit.


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