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Warum Wespen genau jetzt so nerven – und was ihr dagegen tun könnt

Den ganzen Sommer war Ruhe, nun ist Angriffsmodus: Die Wespen sind wild geworden und versauen uns fast jedes Freiluftmahl. Weil die Insekten Ende August langsam durch sind mit ihren eigentlichen Aufgaben, haben sie Langeweile. Entsprechend viel Zeit bleibt, die Welt zu erkunden – und uns damit gehörig auf die Nerven zu gehen. Zumal die Fliegenklatsche nicht in Frage kommt: Wespen dürfen nicht getötet werden. Wie ihr mit ihnen umgeht, sie eventuell sogar fern haltet, lest ihr hier.

Die Wespe ist eigentlich ganz interessant anzuschauen. Nur haben wir meistens wenig Geduld – wenn sie uns das Mittagessen versaut. Foto: Imago Images/Star-Media

„Glas drüber und an den Rand schieben“, rät Melanie von Orlow, Sprecherin der Hymenoptera-Schutz-Fachgruppe des NABU Berlin und Imkerin, wenn die schwarz-gelben Insekten auf dem Tisch gelandet sind. Man sollte damit auch nicht zu lange warten, gleich beim ersten Flugobjekt handeln. Damit werde, so von Orlow, die Info-Kette unterbrochen. Die anderen Wespen bekommen tatsächlich mit, dass an eben diesem Tisch Gefahr im Verzug sei.

Es kann nicht schaden, Getränke von Beginn an mit einem Bierdeckel abzudecken und bei Dosen einen Strohhalm zu benutzen. Nach den Wespen schlagen empfiehlt sich nicht, das macht sie oft wütender, wegschieben, zum. Beispiel mit einer Speisekarte, funktioniert oft besser – da es für das Insekt eine natürlichere Gefahr ist. Anpusten ist Mist: Das Kohlendioxid im Atem macht sie nur wütender.

Wespen weglocken: Obst hinstellen, Kaffee abfackeln?

Damit sie gar nicht erst auf die Idee kommen, es sich an dem Tisch, an dem man selbst gerade sitzt, gemütlich zu machen, gibt es diverse Stategien: Es für sie unattraktiv zu machen oder sie wegzulocken. Beispielsweise mit aufgeschnittenen überreifen Weintrauben lassen sie sich gut ablenken. Dies birgt allerdings die Gefahr, dass sie sich den Ort merken und wiederkommen. Was außerdem helfen kann, ist ein mit einer Sprühflasche erzeugter Wassernebel, der die Wespe annehmen lässt, dass es anfängt zu regnen und sie dazu bewegt, sich in ihr Nest zurückzuziehen.

Klassiker sind auch: Kaffeepulver anzünden und glühen lassen sowie Fliedersträuße aufstellen. Kann funktionieren – muss es aber nicht. Jeder später der Sommer, umso tollkühner die Wespen. Zurückhaltung? Nicht mit den kleinen Biestern. Und wenn der Wind den Kaffeegeruch nach Osten treibt, greifen sie eben vom Westen aus an.

Im Fachhandel gibt es zudem Insektenfallen und spezielle Lampenöle, die einen Geruch aussenden, der den Tieren missfallen soll. Auch hier gilt aber: Der Erfolg ist ein bisschen Glücksspiel. Kann funktionieren, muss aber nichnt.

Wespe im Anflug? Stillhalten statt draufhauen

Wespe im Glas
Wespen in Getränken sind zwar nervig, aber vermeidbad: Bierdeckel drauf und gut ist.
Foto: Imago Images/STPP

Ob im Sommer viele oder wenige Wespen unterwegs sein werden, kann selbst die Expertin erst Ende des Frühjahrs beziehungsweise Anfang des Sommers sagen. Dann erst seien die Tierchen auf der Suche nach Plätzen, wo sie ihre Nester bauen können. Landet eine Wespe im Getränk, ist das Pech für alle Beteiligten. „Dass sie auf dem Arm landen, ist selten der Fall“, so die NABU-Sprecherin. „Das A und O ist Stillhalten und nicht draufhauen“, sagt sie. Eine Gewähr, dass sie nicht sticht, gibt es nicht.

Daher ist ein Stichheiler, den man in der (Hand)tasche dabei hat, eine gute Vorsorge. Dieser ist in der Apotheke erhältlich. Alternativ helfen alte Hausmittelchen wie Zitrone, Rhababer oder Zwiebeln. „Die sollten sofort eingesetzt werden. Die Stelle zu kühlen hingegen, ist nicht so sinnvoll“, empfiehlt sie. Wenn der Biergartenbesuch beendet ist, sollte das freche Insekt wieder freigelassen werden. Angst vor Mücken ist oft unnötig. „Mücken gibt es nur an stehenden Gewässern. Wo es Fische im Wasser gibt, sind keine Mücken zu finden“, entwarnt die Expertin.


Nicht nur Wespen können richtige Nervensägen sein – auch andere fiese Viecher gehen richtig auf den Geist. Wer sich trotz nervigen Wespen ins Freie traut, dem empfehlen wir diese Wanderungen durch Brandenburg. Und zum Glück gibt es auch Tiere, die nicht stechen. Hier findet ihr eine Liste mit Orten, an welchen ihr Wildtiere beobachten könnt. Und wer garantiert nicht nervt, sondern einfach nur putzig ist? Der Stadtfuchs.

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