Stadtleben

Wir machen Neukölln

Betten-Mier_Herr-Mier-&-Frau-Prinz_c_Christina_Stivali_Photography… wo Sie auch Ihre Bettwäsche oder Oberbetten kaufen, dann ist die Chance eher klein, dass Sie den beiden schon mal begegnet sind. Wolfgang und Monika Prinz (Foto) betreiben in dritter Generation „Betten Mier“ in der Karl-Marx-Straße 236 (Werbespruch: „Brauchst Du Betten, komm zu Mier“), einen Laden, der 1926 in Neukölln gegründet wurde und der neben dem Verkauf von Produkten rund um die menschliche Schlafstätte auch so seltene Dienstleistungen wie die Federbettenreinigung oder das Auffüllen von Federbetten anbietet. Ein Service, der in dieser schnelllebigen Zeit oft durch den Neukauf von Billigware ersetzt wird. Doch auch andere Kleingewerbetreibende, das haben die Filmemacher Louis P. Huard und Marie Wilz festgestellt, kämpfen in Neukölln um ihr Überleben.

Erst haben die großen Handelsketten ihnen das Wasser abgegraben, indem sie zu einem Preiskampf bliesen, bei dem die kleinen Händler nicht mithalten konnten. Dann kam die Gentrifizierung – und mit ihr steigende Mieten, die viele Gewerbetreibende zum Aufgeben zwingen. Dabei, das finden Huard/ Wilz, sind es gerade die kleinen, oft alteingesessenen Läden, die den besonderen Charme Neuköllns ausmachen. Um dies der Öffentlichkeit vor Augen zu führen, ließen sie zwölf Ladeninhaber aus der Karl-Marx-Straße von der Fotografin Christina Stivali porträtieren. Zu sehen nun in einer Open-Air-Ausstellung.?

Text: Eva Apraku

Foto: Christina Stivali Photography

Wir machen Neukölln Ausstellungsort: Karl-Marx-Straße?/?Ecke Kirchhofstraße (an der Kirchenmauer), Neukölln (bis 6.1.2012)

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