Stadtleben

Wolkenkuckucksheim

Das Haus Cramer in der Dahlemer Pacelliallee ist eine architektonische Ikone. Als Landhaus wurde es von Hermann Muthesius 1911/13 für die Familie Cramer errichtet. Diese wanderte 1933 aus, was eine andere Geschichte beinhaltet. Das Haus überstand den Zweiten Weltkrieg, wurde später durch eine Gasexplosion zerstört und verfiel. Es ist eine weitere hübsche, Westberliner Geschichte, dass dieses Haus gerettet wurde durch das Engagement von Prof. Julius Posener. Heute ist das Haus der Sitz von „Stanford in Berlin – the German Home of the Bing Overseas Studies Programm„, wo Studenten lernen können.

CocaColadoseEs ist ein feines Haus, das Kultur atmet, vom Keller bis ins Dachgeschoss. Letzte Woche wurde das Haus mit Kunst bestückt, was eine Zierde für das Haus sein und die Atmosphäre  weiter verstärken sollte. Im Keller ist die Bibliothek, und jeder darf nun die Kunst mit Füßen treten, haben doch Burkhardt Fischer und Peer Nettelbeck eine „Hommage а Jean- Luc Godard: The Children of Marx and Coca-Cola“ als Fußboden verlegt. Der besteht aus 10.000 plattgeschlagenen Cola-Dosen.

So weit, so gut. Fürs Treppenhaus im Dachgeschoss wollten die Betreiber unbedingt eine Arbeit von Susanne Weirich haben: „Cloudbubbles„. Das sind Wolkenscheiben, die eine wechselnde Ansicht in sorglos dahintreibende Schönwetterwolken bieten.
Man könnte zur Erholung die Gedanken fliegen lassen, wären dort nicht Banausen am Werk. Nicht nur haben sie Energiesparlampen in die Wand geschraubt, schlimmer noch ist ihre Lichtwirkung, mit der sie die Erhabenheit der Wolken zerstören. Etwas mehr Sensibilität hätte ich dann schon erwartet.   

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