Stadtleben

Crowdfunding für Fassadenporträts

Das Gesicht an der Hauswand, riesengroß. Zwölf mal sechs Meter. Ein fremdes Gesicht. Daneben ein QR-Code. Handy drauf. Web-Video auf dem Display. Der Mann, die Frau beginnt zu erzählen. Von der Flucht vielleicht. Oder vom Hoffen und Bangen um Asyl. Von Heimat: „For me home is where you can turn to.“ Heimat bedeutet für mich, wohin du dich wenden kannst. Und der, die Fremde wird plötzlich vertraut. Auf die Idee, mit großflächigem Plakaten und einer Webseite mit Porträtvideos die Aufmerksamkeit auf die Schicksale von nach Deutschland gekommenen Migranten zu lenken, kam der Schauspieler, Regisseur und Künstler Harald Geil während seiner Arbeit an der Bühne für Menschenrechte („Die Asyl-Monologe“). Via Crowdfunding will er nun als Anschubfinanzierung 5?000 Euro einsammeln. Gespräche mit einer Wohnungsbaugesellschaft über mögliche Plakatorte führt er schon. Bislang gibt es nur Simulationen. Wenn aber alles gut läuft, will er im Sommer die ersten Plakate in der Stadt sehen. Mit Menschen, die ihre Gedankenwelt ausbreiten. Egal, wie. „Wenn jemand sagt: Ich möchte das als Rap ausdrücken“, sagt Geil, „bin ich absolut dafür.“

 Crowdfunding für „Familiar Facades“
 www.startnext.de/familiar-facades (bis 11. Februar)

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