Stadtleben

Zombiefizierung der Menschheit

Dreharbeiten im philippinischen Dschungel. Bösewicht Dr. Wu strebt die Zombiefizierung der Menschheit an. Es gibt Schlammringkämpfe, Lesbo-Gangbangs, Hauptdarstellerin Pussy Stanton wird von Asiatenzombies vergewaltigt. Exploitation eben. Etwas ratlos macht einen das mit dem ARD-On­line-Award 2007 ausgezeichnete, als „skurrile B-Movie-Persiflage“ bezeichnete Hörspiel „Walk of Fame“ schon. Denn inszenierter Trash, das ist die Trashregel schlechthin, ist per se nicht witzig –?nur wer nicht ahnt, wie schlecht das ist, was er macht, ist trashig. Dass „Walk of Fame“ wegen dieser Regelmissachtung schlecht funktioniert, müssen wohl auch die Macher selbst geahnt haben. Sie engagierten deshalb als Voice-over-Sprecher die Hor­ror-Trash-Experten Jörg Buttgereit und Thilo Gosejohann, die das Hörspiel kommentieren. Und das ist ein echter Spaß. Wir erfahren:

walk of fame

– Es gibt Zombies (wie in den amerikanischen Filmen so geschrieben) und Zombis (die Italo-Variante).

– alles zum Thema Nazi-Exploitation, von den „Ilsa – She Wolf of the SS“-Filmen bis zu „Beast in Heat“, in dem ein Neandertaler Frauen vergewaltigt.

– Die Computerspielfigur Lara Croft sollte ursprünglich ein Mann sein. Dann fiel den Machern auf, dass der Hintern ihrer Figur während des Spiels ständig im Bild sein wird. Dann lieber eine Frau.

– Ballernde Frauen sind sexy, weil beim Rückstoß alles wackelt. Schwarzeneggers Brüste wackeln bei seiner Ballerorgie „Phantom-Commando“ auch.

– Realismus muss nicht sein. Wer mokiert, dass Raumschiffgeräusche im All nach den Gesetzen der Physik nicht hörbar sein können, kann ja die Lautstärke runterdrehen.     

Ulrich Bassenge: „Walk of Fame“
Der Hörverlag,  CD, ca. 53 Minuten, 14,95 Ђ

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