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Neuer Kiez

Zukunft von Tegel: Flughafen und „Kutschi“ verschmelzen

Mit dem TXL-Ende muss sich der Bezirk neu erfinden. Zum Beispiel am „Kutschi“. Wir geben einen Überblick, wie die Zukunft von Tegel aussieht. Top-Nachricht: Es werden eifrig neue Wohnungen gebaut!

Die Zukunft von Tegel sieht rosig aus: Statt donnernder Flugzeuge entsteht rund um den „Kutschi“ ein neuer Kiez mit 5000 Wohnungen. Foto: Imago Images / photothek

Der „Kutschi“ ist kein Kuschelparadies. Noch donnern die Flugzeuge über den eigenartig leeren Platz, den „Clou“ haben viele nicht verstanden und besuchen das Einkaufszentrum nicht, durch den ganzen Kiez ziehen sich viel zu große, viel zu laute Straßen.  

Dass der „Kutschi“ wirklich kein Kuschelparadies ist, bekam selbst ein Sunnyboy wie Schlager-Ikone Frank Zander zu spüren. Sein Lieblingsimbiss mit dem berlintypisch trashigen Namen „Zum Würfel II“ wurde 2019 binnen kürzester Zeit mehrmals überfallen. 

Zukunft von Tegel: Die Julius-Leber-Kaserne bleibt bestehen

Am 8. November geht um 15 Uhr der letzte Flieger von Tegel ab. Nach Paris. Dann herrscht Ruhe über dem „Kutschi“. Und über der Julius-Leber-Kaserne. Die bleibt nämlich, wo sie ist. „Auch nach Schließung des Flughafens wird die Julius-Leber-Kaserne eine Bestandsgarantie haben, in der Angehörige der deutschen Streitkräfte Dienst leisten werden“, teilt das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr mit. Schöner wohnen sieht anders aus.

Andererseits ist das Gebiet rund um den bald ehemaligen Flughafen Tegel ein Kleingärtnerparadies. Und bald kommen 30 Hektar Grünfläche dazu, was ungefähr zehn Prozent der Fläche des Tempelhofer Feldes entspricht. 

5000 Wohnungen und ein neuer, 30 Hektar großer Park

Auch die sonstigen Pläne für die Nachnutzung von Tegel sind bereits ziemlich konkret. Am östlichen Ende, also westlich des „Kutschis“, entsteht mit dem Schumacher-Quartier ein neuer Kiez mit rund 5.000 Wohnungen. Nördlich und südlich davon werden in der Cité Pasteur und dem Areal „TXL Nord“ weitere 4.000 Wohnungen gebaut. Bauherren sind die landeseigenen Unternehmen, Genossenschaften und private Unternehmer. Leben sollen dort nach dem Willen der Planer vor allem Familien. Locken soll sie ein Bildungscampus mit zwei Schulen, Sport- und Jugendeinrichtungen und sieben Kindertagesstätten. 

In das alte Terminalgebäude wiederum zieht die Beuth-Hochschule. Zudem wird Gewerbe und Industrie angesiedelt, das Projekt reüssiert unter dem Namen „Berlin TXL – The Urban Tech Republic“. 


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