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Stadtleben

Zwischen Disko und Dispo, Folge 166: November

Herbst

Novembermenschen bewerfen sich mit Herbstlaub im Park, euphorisiert vom Verzehr erster Marzipankartoffeln, chronischer Lichtverknappung und glücksduseligen Gesichtern, die ihnen unter Laternen und in U-Bahnen scheinbar wortlos zurufen: „Endlich ist er da, der freudespendende November!“
Ohne Frage ist der November der schönste aller Monate und in seiner grauen Brillanz so überzeugend, dass dem Mythos nach in keinem anderen Monat mehr Menschen beschließen, diese Welt für immer zu verlassen. Doch Obacht! – So perfekt, wie alle Welt meint, ist dieser November nicht. Zu kühl zieht es in die Hemdsärmel hinein, Knallerbsen an Sträuchern werden rar, Stefan Raab moderiert eine Polit-Talkshow und Mon-Cheri ist aus der Sommerpause zurück. In Erwartung besserer Tage bleibe ich also zu Hause und beantworte Leserpost aus den letzten 2.000 Jahren. So lange muss es wohl her sein, dass ich ein Passwort vergas, mit welchem ich Emails der Tip- Leser abrufen konnte. Letzte Woche dann half eine Frau beim „Technik-Support“ den Acount zu knacken. Nach erster Durchsicht wurde klar, es gibt kaum Befriedigenderes, als die Gewissheit, mit Kolumnen unmissverständlich aufzuklären, ja sogar Anstöße für weitere Lebenswege zu geben. Zur Verdeutlichung hier die (gekürzte)  Wortmeldung von Leser Florian H.- meine Antwort finden sie am Ende des Textes.


„Sehr Geehrte, Sie schrieben, und das hat mich in seiner Offenheit beeindruckt…von ‚wechselnden Partnern‘. Auch in der…neuen Folge des Magazins berichten Sie ganz und gar unzimperlich. Beispielsweise erwähnen Sie voller Kampfgeist amerikanische Verhältnisse… All das verschafft Ihnen auf’s Neue meine Sympathie, die sich bislang lediglich in der jahrelangen treuen Lektüre… Ihrer Kolumne ausdrückte. Ihrer couragierten jüngeren Berichterstattung nun verdanke ich u. a. eine Erfahrung von Synchronizität. … Seit ca. vier Wochen… stehen mir außer meiner Ehefrau drei Freundinnen zur Seite… es geht mir keinesfalls darum, irgendeine Verantwortung als Inspirationsquelle auf Sie abzuwälzen, im Gegenteil: Eher möchte ich mich bedanken, dass Sie, ohne dies wissen zu können, mir in gewisser Weise bei der Entdeckung von bisher sich als unschädlich, dafür als umso befreiender erweisendem Terrain zur Seite gestanden haben… “

Hallo Florian, danke für ihre Worte! Leider tappe ich völlig im Dunkeln, wann ich von Amerikanischen Verhältnissen oder wechselnden Partnern gesprochen haben könnte und ihnen so die fraglos schöne Erfahrung der Synchronizität verschaffte. Dass ihnen nun neben ihrer Frau drei weitere Freundinnen zur Seite stehen, stimmt mich allerdings nachdenklich! Denn, um mit Ihren Worten zu antworten ‚Propaganda für ein verlottertes Geschlechts- und Liebesleben‘ fällt null in meinen Zuständigkeitsbereich. Mit freundlichen Grüßen, insbesondere an ihre Frau

Ihre Jackie A.

P.S. Gehe in den Park und werfe mit Herbstlaub um mich.

Jede Woche neu! Der Blog von Jackie A. als Podcast! Jackie A. liest Jackie A.

Zwischen Disko und Dispo: Folge 166 – November

 

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