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Zwischen Disko und Dispo, Folge 202: Heiraten, jetzt!

Endlich Frühling und ich hab einen Vorschlag: Lasst uns alle heiraten! Fahren wir in einen Park an den See und tun es. Ernsthaft, warum eigentlich nicht? Als ich dies zuletzt in übermütiger Stimmung in einer Bar vorschlug, wurde es in der Gesprächsrunde ganz still. Es ist ja offensichtlich, dass viele meiner Bekannten an einer schweren Heiratsphobie leiden. Sie sind chronisch unentschlossen und die Angst ist groß, das Allerheiligste, also die eigene Freiheit, zu verlieren. Und dann stehen da auch noch schwerwiegende Fragen im Raum. Wozu brauchen Liebende ein Standesamt? Ist die Ehe überhaupt noch zeitgemäß? Und wie bitte kann man lebenslange Liebe schwören, wenn Biochemiker diese längst als Hormonverwirrung enttarnten?  Aus aktuellem Anlass -geplante Eheschließung- habe ich nun folgende Argumente für eine Heirat recherchiert.

Punkt 1: Geld. Heiraten in Zahlen sieht am Beispiel Jackie A. so aus: 170 Euro Krankenversicherung entfallen (über Partner versichern) + zirka 300 Euro zusätzlich jeden Monat wegen neuer Steuerklasse (stellen sie sich hier bitte Jubelschreibe aus dem Off vor)

Punkt 2: persönliche Weiterentwicklung. Mutig sein. Dinge festmachen und staunen über die Möglichkeiten. Zusammen an einem großen Ganzen zu arbeiten und gemeinsame Ziele zu verfolgen, macht Sinn. Ob nun Kinder großziehen, Tierpflegestation oder Swingerclub eröffnen, eine eigene Partei gründen, Buchprojekt oder alles zusammen – ein Ehepaar, das sich einig ist, ist wie Godzilla – unbesiegbar! (Also fast.)

Punkt 3: Eine spektakuläre Hochzeitsfeier gehört in jede Biografie. Daher gilt: Drama, Baby! Viel Weiß, viel Sahne, viel Liebe, viele Freunde, viel Aufregung, viel, viel, viel! An freudlosen Ehetagen kann man dann von den Erinnerungen zehren: „Weisst du noch, als sich Tante Brigitte mit der Seidenhose in die Torte setzte?“  „Seufz.“

Punkt 4: Tschüss Frau Meier, hallo Frau Schönwald! Heiraten ist die Gelegenheit, unkompliziert an einen neuen, wunderbaren Nachnamen zu geraten.

Punkt 5: Freiheit. Wer hätte das gedacht? Eine einmal getroffene Entscheidung  schafft neue Freiräume im Kopf – enorm gutes Gefühl!

Finales Argument: Liebe. Egal was Biologen und Neurologen sagen, Betroffene wissen es besser! Denn der Hormonirrsinn ist nach spätestens drei Jahren durch. Was bleibt, sind zwei Menschen, die sich fragen können: Haben die Hormone uns richtig beraten? Tun wir uns gut? Haben wir uns noch viel zu erzählen? Ist es immernoch ein tolles Gefühl, wenn ich sie/ihn zum Lachen bringen kann? Ist er/ sie bereit, mir im hohen Alter Sachertorte und Fernbedienung ans Krankenbett zu reichen? Wenn die Antwort ja lautet: sofort heiraten!  

Wir sehen uns auf dem Standesamt.

Ihre Jackie A.

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