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Zwischen Disko und Dispo, Folge 203: Heiraten? Bloß nicht!

Heiraten? Bloß nicht!

Aufmerksamen Lesern ist die letzte Kolumne, Titel „Heiraten, jetzt!“, vielleicht noch im Gedächtnis. Aus aktuellem Anlass habe ich mich dem Thema erneut zugewandt – aber sehen sie selbst.
Es ist Frühling und ich habe einen Vorschlag: Stoppt alle Hochzeitspläne in Berlin und Brandenburg! Schützt die Menschen vor den Folgen hormonell bedingter Fehlentscheidungen und lasst nicht zu, dass durch übereifrige Flügelschläge vereinzelter Schmetterlinge im Gedärm große Teile der Sauerstoffzufuhr zum Hirn abgeschnitten werden! Genauso, wie auf Zigarettenschachteln auf die gesundheitschädigende Wirkung des Rauchens hingewiesen wird, sollten Standesbeamten in Berlin zukünftig T-Shirts mit der Aufschrift tragen: „Heiraten kann Ihr Leben zerstören!“ Aus besagtem aktuellem Anlass – gecancelte Hochzeit mit  Tränen, Tobsuchtsanfall und ritueller Hochzeitskleidverbrennung – habe ich die wichtigsten Argumente gegen die Ehe zusammengetragen.
Punkt 1: Geld.  Es stimmt. Eine Eheschließung bringt satte Steuervorteile. Nur leider gilt dies nicht für einen Großteil der Berliner: selbstständig Arbeitende oder Leute mit Einkommen am Existenzminimum. Für alle gleich hingegen ist das Risiko einer ruinösen, kostspieligen Scheidung.
Punkt 2: Persönliche Weiterentwicklung. Mut haben und der Wahrheit ins Auge sehen: Für die nächsten zwei bis 60 Jahre mit ein und demselben Menschen verbunden zu sein, mag für vor dem Ersten Weltkrieg Geborene eine interessante wie Nachkommen sichernde Option gewesen sein. 2014 ist es vor allem eine zähe Angelegenheit mit langfristig bescheidenen Zukunftsperspektiven – siehe die aktuelle Studie der NASA zum Untergang der Menschheit, nachzulesen im „Guardian“.
Punkt 3: Die Hochzeitsfeier. Fragen Sie mal Paare, die geheiratet haben. Die meisten werden Ihnen bestätigen, dass sie selbst nur wenig von den Freuden der Feierlichkeit mitbekamen. Profiteure von opulenten Hochzeitsbüffets sind Tante Gitta und ihr zweiter Ehemann Heinz, also mehr oder weniger bekannte Verwandte dritten bis zwölften Grades.
Punkt 4: Apropos Tante Gitta. Man heiratet nie einen einzelnen Menschen, sondern immer gleich auch die ganze Familie mit – vielleicht das stichhaltigste Argument von allen.
Punkt 5: Freiheit und Unterhaltungsaspekte: Ich bin jedenfalls nicht über die Prager Botschaft geflüchtet, damit sich zwei Menschen im Modell Ehe bis an ihr Lebensende zusammen langweilen!
Finales Argument: Die Liebe – ein Haufen Hormone, die noch jeden intelligenten Menschen in die Scheiße ritten.

Wir sehen uns im Biergarten. (Lauter Seufzer aus dem Off)                

Ihre Jackie A.

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