Gründerhauptstadt Berlin

Start-up-Hauptstadt Berlin – erfolgreiche Unternehmensgründung in bestem Umfeld

Berlin ist Deutschlands Hauptstadt, wenn es um FinTech-Start-ups geht. Mit dieser Aussage zitiert das Fachmagazin WirtschaftsWoche die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. Anlass ist die Eröffnung eines neuen FinTech-Hubs in Berlin. Auch wenn der Stadt nicht unbedingt das beste Händchen im Zusammenhang mit den Finanzen nachgesagt wird, hat sie sich in den letzten Jahren kontinuierlich zu einer soliden Basis für viele Start-ups entwickelt. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Revolution im Internet, mit der hippe Entrepreneure erfolgreich sein wollen. Berlin mausert sich zu einem Standort, der Neugründungen in ganz unterschiedlichen Bereichen fördern will.

Berlin gilt mittlerweile als Hauptstadt für Start-Ups. Unter anderem zählt die IHK als wichtige Anlaufstelle für Gründer.Foto: Pixabay, © 3093594, CC0 Public Domain

Der neue Fintech-Hub H:32 – welcher sich selbst als Europas größter Vertreter seiner Art bezeichnet – ist nur ein Beispiel für die Bündelung frischer Ideen rund ums Thema Finanzen. Berlin hat auch die Naturwissenschaften im Blickfeld. So soll zum Beispiel auf dem Campus der TU Berlin ein neues Gründerzentrum errichtet werden. Die Bezeichnung: Chemical Invention Factory. Mit dem Vorgründerzentrum wird das Ziel verfolgt, grüne Chemie zu fördern. Hierzu soll Akademikern – mittels vollausgestatteten Laboren – Raum für die Entwicklung neuer Ideen gegeben werden. Die Initiatoren des Projekts wollen auf diese Weise den Transfer von Wissen Richtung Wirtschaft stärken.

Berlin mausert sich offensichtlich zu einem Mekka für junge Gründer. Ist diese Sichtweise nur Fassade oder steckt unter der Oberfläche auch Potenzial?

Start-up-Mekka Berlin in Zahlen

Endlich der eigene Chef sein – dieses Klischee ist im Zusammenhang mit einer Existenzgründung immer wieder zu hören. Allerdings ist die Chefrolle für viele Gründer eines Start-ups ein eher nebensächlicher Aspekt. Eine PWC (PricewaterhouseCoopers) Umfrage zur Gründungssituation in Berlin deckt einige überraschende Aspekte auf. So ist der Wunsch, sein eigener Chef zu sein, 2017 für weniger als die Hälfte der Umfrageteilnehmer von Interesse gewesen.
Wesentlich stärker war dagegen der Wunsch, eigene Geschäftsideen zu verwirklichen. Mit 70 Prozent hat dieser Aspekt die Liste unangefochten auf Platz eins angeführt. Weitere Motivationen für die Gründung des Start-ups waren:

  • die Chance, eigene Interessen umzusetzen
  • der Glaube an den Erfolg
  • eine überzeugende Geschäftsidee

Im Vergleich zu 2016 ist das Abschneiden des letztgenannten Aspekts eine Überraschung: 2017 gaben 57 Prozent an, von ihrer Geschäftsidee überzeugt zu sein. 2016 lag deren Anteil noch bei 79 Prozent. Wie sieht das Gründungsgeschehen in Berlin aktuell aus?

Neugründungen in Berlin – die Zahlen

Berlin sieht sich selbst als Hauptstadt der Start-ups. Lässt sich diese Aussage anhand von Zahlen bestätigen oder ist dies am Ende nur Ausdruck einer etwas eigenwilligen Selbstwahrnehmung? Statistiken sprechen in diesem Zusammenhang eine recht deutliche Sprache. Berlin gehört in jedem Fall zu den Spitzenreitern im bundesdeutschen Vergleich. Doch welcher Platz im Ranking eingenommen wird, ist gar nicht so einfach zu beantworten.

Foto: Fotolia, © Freedomz

Hintergrund: Je nach Quelle liegt Berlin auf Platz eins oder Platz zwei. Der KfW Gründungsmonitor 2017 betrachtet beispielsweise einen Zeitraum von drei Jahren. Zwischen 2013 und 2015 lag Berlin hier deutlich an der Spitze – vor Hamburg. Der Dreijahreszeitraum 2014 bis 2016 sieht hingegen anders aus. Hier erreicht Hamburg eine höhere Gründungsrate als Berlin. Allerdings sehen Statistiken, auf welche sich die Hauptstadt beruft, Berlin 2017 wieder an der Spitze.

Letztlich spielt es für den einzelnen Gründer keine Rolle, wo Berlin in den Statistiken rangiert. Es handelt sich um Zahlenspielereien. Viel wichtiger sind die Rahmenbedingungen, unter denen Gründer daran arbeiten, ihren Traum vom eigenen Unternehmen und der innovativen Geschäftsidee Gestalt annehmen zu lassen. Welche Branchen profitieren von den Gegebenheiten vor Ort besonders?

Bau und Handel treiben Gründungen an

Start-ups – jeder denkt hier an trendige Ideen im Bereich eCommerce oder Medien und Kommunikation. Die Realität in Berlin sieht – zumindest in Anbetracht der Zahlen zum Gründungsgeschehen – etwas anders aus. Zu den wesentlichen Motoren des Gründungsgeschehens gehören in Berlin die Bereiche Bau und Handel. So entfallen etwa 15.700 Neugründungen im Jahr 2017 auf:

  • Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe
  • Handel mit Kfz
  • Instandhaltung/Reparatur von Kfz
  • Großhandel und Einzelhandel

Deutlich weniger stark machen sich andere Bereiche bemerkbar. Beispiel Werbung und Marktforschung: 2017 sind in Berlin in diesem Bereich knapp 1.300 Unternehmen neu entstanden. Insgesamt kommen:

  • IT-Branche
  • Kommunikationsdienstleistungen
  • Finanzdienstleister
  • Unternehmensberater/Unternehmensverwalter

zusammen mit der Werbebranche auf rund 5.800 Gründungen im Jahr 2017.

Unternehmen gründen in Berlin – die Formalitäten

Eine Geschäftsidee entwickeln und einfach loslegen – schön, wenn es so einfach wäre. In der Praxis herrscht in Deutschland zwar die sogenannte Gewerbefreiheit (jede Person kann ein Gewerbe eröffnen). Komplett ohne Regeln geht es hier aber nicht. Wer in Berlin ein Start-up gründet, muss sich mit den formalen Rahmenbedingungen auseinandersetzen. Und hier gibt es den einen oder anderen Aspekt zu beachten.

Muss jeder Gründer in Berlin die Gewerbeanmeldung im Auge behalten? Nein! In Deutschland gelten einige Berufsbilder als sogenannte freie Berufe. Diese sind von der Pflicht zur Gewerbeanmeldung ausgeschlossen. Aber: Wer in Berlin einem freien Beruf nachgehen will, muss mitunter andere Voraussetzungen erfüllen. So sind zum Beispiel Tätigkeiten als:

  • Arzt
  • Steuerberater
  • Rechtsanwalt

an eine besondere Erlaubnis gebunden. Für alle Gründer, die nicht in die Gruppe der Freiberufler fallen, ist die Anmeldung des Gewerbes unausweichlich. Ausschlaggebend ist in diesem Zusammenhang § 14 GewO (Gewerbeordnung). Diese bundesweit geltende Rechtsverordnung legt im Wesentlichen Regeln für einzelne Gewerbezweige fest und umreißt allgemeine Vorschriften – eben wie die Pflicht zur Anmeldung des Start-ups als Gewerbe.

Ein Start-up gründen – die Rechtsform

Trotz des allgegenwärtigen Internets setzen viele Kommunen immer noch darauf, dass Gründer bei der zuständigen Behörde persönlich vorstellig werden, um das Gewerbe anzumelden. Berlin präsentiert sich als moderne Verwaltung, in der sich ein Start-up auch einfach online gründen lässt. Heißt: Gründer können sowohl Anmeldungen als auch Ummeldungen einfach mithilfe eines Onlineformulars vornehmen.

Foto: Fotolia, © Vasyl

Damit vereinfachen sich die Formalitäten der Gründung erheblich. Aber: Einige Punkte müssen für die Gewerbeanmeldung klar sein. Hierzu gehören die Besonderheiten der gewählten Rechtsform, welche das Start-up hat. Relativ einfach haben es in diesem Zusammenhang Einzelunternehmen. Wird eine GbR gegründet, ist die Angabe der einzelnen Gesellschafter erforderlich. Sofern Gründer sich für die GmbH entscheiden, muss jeder Gesellschafter jeweils eine eigene Gewerbeanmeldung abgeben. Was gibt es in Bezug auf die einzelnen Rechtsformen noch zu beachten?

  • Einzelunternehmen: Auf den ersten Blick sind die Voraussetzungen für Einzelunternehmer, die in Berlin gründen wollen, überschaubar. Allerdings gelten für einige Branchen auch hier spezielle Regeln. In Deutschland können einzelne Tätigkeiten speziellen Erlaubnispflichten unterliegen. Diese betreffen etwa Finanzdienstleistungen, welche im Rahmen des KWG (Kreditwesengesetz) erlaubnispflichtig sind. Finanzanlagenvermittler brauchen hingegen eine Erlaubnis nach der GewO.

 

  • Personengesellschaften: Gesellschaften wie eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) müssen darauf achten, dass sich Gesellschafter nicht einfach so zusammenschließen und die Gesellschaft anmelden können. Grundsätzlich müssen auch die einzelnen Gesellschafter ein Gewerbe anmelden (Einzelunternehmer) und können dann im Anschluss die Gesellschaft gründen.

 

  • GmbH: Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung fällt in die Gruppe der juristischen Personen. Um ein Start-up in dieser Form in Berlin gründen zu können, müssen die Gesellschafter ein Gewerbe anmelden. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass – anders als beispielsweise für den Einzelunternehmer – für die GmbH unter anderem ein Geschäftskonto verbindlich vorgeschrieben ist. Natürlich gilt für die Gesellschaften auch die Erlaubnispflicht, wenn entsprechende Branchen bedient werden sollen.

Gründung Schritt für Schritt

Die Gründung eines Start-ups lässt sich in verschiedene Phasen und Schritte unterteilen. Streng genommen ist die Gewerbeanmeldung oder Gewerbeanzeige die Gründung im juristischen Sinn. Aber: Es gehören natürlich gewisse Vorbereitungen dazu. Wie sieht das Ganze als Schritt-für-Schritt-Anleitung aus?

  • Schritt 1 – Entwicklung der Geschäftsidee: Kein Erfolg ohne eine Geschäftsidee. Letztere ist die Basis, auf der alle weiteren Schritte beruhen. Wer mit einem Start-up eigene Wege gehen will, muss zuerst eine Idee entwickeln, die am Markt Erfolg haben kann. Es reicht nicht, etablierte Ideen nur zu kopieren. Die Geschäftsidee sollte innovativ sein und Konsumenten einen Mehrwert bieten. Bestehende Konzepte weiterentwickeln kann ein möglicher Weg zum Erfolg sein.
  • Schritt 2 – Der Businessplan: Eine Idee genügt nicht, es braucht auch einen Businessplan. Dieser umreißt alle wichtigen Aspekte des Start-ups – vom Marktpotenzial über die Konkurrenz bis hin zu Marketing und Personal. Letztlich ist der Geschäftsplan nicht einfach nur die Roadmap fürs Start-up, sondern ein wichtiges Instrument, um Kapital für die Gründung einzuwerben. Der Businessplan legt außerdem fest, welche Rechtsform gewählt wird.
  • Schritt 3 – Finanzierung vorantreiben: Nichts geht bei der Gründung eines Start-ups ohne Geld. Das nötige Kapital für die Gründung speist sich im Regelfall aus mehreren Quellen. Neben Eigenkapital kommen verschiedene Förderungen oder Bankkredite und Wagniskapital in Frage.
  • Schritt 4 – Die eigentliche Gründung: Die Anmeldung des Unternehmens ist der finale Schritt. Hier unterscheidet sich das genaue Vorgehen nach der gewählten Rechtsform. Generell ist im Vorfeld zu klären, inwiefern für den Geschäftsbetrieb eine Erlaubnis erforderlich ist. Sollte dies der Fall sein, muss diese vor der eigentlichen Anmeldung des Gewerbes vorliegen. Gleiches gilt für die Tatsache, dass ein Start-up ins Handelsregister einzutragen ist und ein Geschäftskonto braucht.

Unterlagen für die Gründung in Berlin

Foto: Fotolia, © rh2010

Um in Berlin ein Start-up zu gründen, sind diverse Dokumente erforderlich. Welche dies genau sind, variiert mit der Rechtsform, in welcher eine Neugründung errichtet werden soll. Relativ einfach haben es Gründer eines Start-ups ohne Handelsregistereintrag. Hier reicht der Personalausweis. Eventuell ist die Erlaubnis für den Geschäftsbetrieb vorzulegen. Sofern ein Unternehmen mit Eintrag im Handelsregister gegründet werden soll, ist der entsprechende Auszug einzureichen.

Befindet sich eine Gesellschaft (GmbH) in Gründung, sind:

  • notariell beglaubigter Gesellschaftsvertrag
  • Satzung der Gesellschaft
  • Zustimmungserklärung der Gesellschafter

die notwendigen Dokumente, an welche gedacht werden sollte. Darüber hinaus ist das Beiblatt „Vertretungsberechtigte“, wenn eine Gesellschaft von mehreren Vertretungsbefugten repräsentiert wird, von Bedeutung. Liegen alle Unterlagen bereit, ist die Gründung selbst relativ schnell erledigt.

Finanzierung eines Start-ups

Die Gründung eines Unternehmens ist schon weit vor der eigentlichen Anmeldung bei der zuständigen Behörde in Berlin zeitintensiv. Zudem können in dieser Phase bereits Kosten entstehen. Das Thema Finanzierung spielt für Gründer eine wichtige Rolle. Hier nutzen Start-ups heute heute ganz unterschiedliche Möglichkeiten.

PWC hat im Rahmen seiner Umfrage auch nach diesem Aspekt gefragt – und kommt zu einigen interessanten Erkenntnissen. Spielte Eigenkapital im Jahr 2016 mit 86 Prozent die überragende Rolle, ist dessen Anteil im Jahr 2017 auf unter 80 Prozent gesunken. Dafür haben andere Finanzierungsquellen an Bedeutung gewonnen, darunter:

  • Bankkredite
  • Business Angels
  • Crowdfunding

Venture Capital ist als Geldquelle im im Berliner Gründungsgeschehen deutlich weniger wichtig geworden. Überraschend ist die relativ stabile Position der Förderungen. Wie können sich Start-ups beim Thema Finanzierung ihrer Gründung unter die Arme greifen lassen?

Crowdfunding hat in den letzten Jahren eine erhebliche Aufwertung erfahren. 2016 war diese Finanzierungsform mit gerade einem Prozent vertreten. 2017 gaben Gründer gegenüber PWC bereits an, diese Form zu sieben Prozent zu nutzen. Was ein Teil der zunehmenden Akzeptanz beim Crowdfunding erklärt, ist sicher die Abkopplung von Banken.

Förderungen für Start-ups

Das Thema Förderung scheint mit 21 Prozent auf den ersten Blick nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. In der Praxis machen diese finanziellen Hilfen – zumindest in der PWC-Umfrage – Platz drei aus. Damit liegen Fördermittel hinter Eigenkapital und Krediten. Grundsätzlich können sich Gründer für:

  • Darlehensprogramme
  • Zuschussprogramme
  • Bürgschaften
  • Beteiligungsprogramme

entscheiden.

Dabei besteht die Möglichkeit, Mittel auf Landesebene oder aus Töpfen des Bundes abzurufen. Ein Beispiel für Beteiligungsprogramme ist etwa die mittelständische Beteiligungsgesellschaft Berlin-Brandenburg GmbH. Letztere geht eine stille Beteiligung an Unternehmen ein – auch im Rahmen einer Gründung. Der Mikromezzaninfonds Deutschland ist ein Beispiel für Beteiligungsprogramme, die auf Bundesebene aufgelegt werden. Dahinter steht das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Hinsichtlich der Darlehensprogramme dürfte sicher die Gründerförderung durch die KfW einen besonders hohen Bekanntheitsgrad genießen. Mit den ERP Krediten können Start-ups die Gründungsphase voll finanzieren. Hintergrund: Über den ERP Gründerkredit StartGeld gibt es für eine Existenzgründung bis zu 100.000 Euro. Der Gründerkredit Universell geht in seiner Reichweite sogar noch weiter.

Zusätzlich zu den bereits genannten Programmen hat Berlin eigene Förderprogramme für Unternehmen in der Gründungsphase aufgelegt. Hierzu gehören:

  • Berlin Start
  • Berlin Innovativ
  • Berlin Kredit

Für Existenzgründer dürfte in diesem Zusammenhang die Startförderung besonders interessant sein. Einem Gründungsvorhaben kann hier mit bis zu 250.000 Euro unter die Arme gegriffen werden. Die Mittel für die Finanzierung kommen von der Investitionsbank Berlin (IBB) und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Wie wirkt sich das Start-up-Umfeld auf neue Gründungen aus?

Foto: Fotolia, © spuno

Start-ups profitieren von Rahmenbedingungen, wie sie Metropolen – allen voran Berlin – zu bieten haben. Diese Beziehung funktioniert aber nicht nur in eine Richtung. Schaffen es Kommunen, sich für Gründer interessant zu machen, kann daraus eine Symbiose entstehen. Hieraus lässt sich auch erklären, warum Berlin der Ansiedlung und Entstehung – etwa durch Inkubatoren und Gründerzentren – so viel Aufmerksamkeit schenkt.

Siedeln sich Start-ups an, hat dies gleich mehrere positive Effekte auf die Raumentwicklung. Neue Unternehmen brauchen Mitarbeiter. Dabei setzen die Start-ups auf Fachkräfte. In Kombination mit einer hohen Wachstumsdynamik sorgt dies für einen Zuzug. Für Kommunen wie Berlin verringert sich der Wohnungsleerstand, Neubauten und Sanierungen werden lukrativer. Parallel entsteht hieraus eine Stärkung der bereits vor Ort ansässigen Betriebe und des Handels.

Letztlich hat das Anwachsen der Nachfrage in den verschiedenen Alltagsbereichen eine Sogwirkung. Es wird lukrativer, die Infrastruktur – und hier geht es nicht ausschließlich um den Verkehr – auszubauen. Mit den verschiedensten Einrichtungen, von Coworking Spaces, über Maker Labs und Institutionen zum Wissenstransfer bis hin zu zahlreichen Informationszentren schafft Berlin hier beste Voraussetzungen. Der Staubsaugereffekt macht sich aber noch an anderer Stelle bemerkbar. Eine lebendige Gründerszene führt auch dazu, dass Investoren zunehmend Interesse am Umfeld der Start-ups gewinnen.

Nachteile eines Start-up-Hotspots

Die Vorteile eines Start-up-Hotspots liegen auf der Hand. Es gibt jedoch auch Nachteile. Für die Gründer bedeutet die hohe Attraktivität auch, dass sich Konkurrenten sehr dicht zusammendrängen. Was für Onlinemärkte kein besonders großes Hindernis darstellt, macht sich für Start-ups im stationären Handel wesentlich stärker bemerkbar. Gleichzeitig bekommt Berlin die eigene Attraktivität auch an anderen Stellen zu spüren. Der Bedarf an:

  • Wohnraum
  • Kita-Plätzen
  • Schulen
  • Freizeitbetreuung

wächst rapide an. Entsprechende Probleme können unter Umständen den sozialen Frieden gefährden und somit zzu einer echten Herausforderung bei der Stadtentwicklung für die Wirtschaft, die Politik und die Menschen in Berlin werden.

Fazit: Berlin ist ein Gründer-Mekka

In den letzten Jahren geht der Blick vieler Bundesbürger manchmal etwas mitleidig nach Berlin – etwa in Bezug auf den Hauptstadtflughafen oder den Schuldenberg. Berlin hat aber etwas geschafft, auf das viele Kommunen neidisch sind – es ist auch die Gründerhauptstadt. In kaum einer anderen deutschen Stadt schießen Start-ups so wie Pilze aus dem Boden.

Ein Teil des Phänomens ist die aktive Förderung der Neugründungen. Berlin setzt darauf, Wissen und Wirtschaft intensiv miteinander zu vernetzen, was letztlich optimale Bedingungen für Unternehmensgründungen schafft. Die lebendige und dynamische Start-up-Szene hat für Berlin viele Vorteile, wird an einigen ganz alltäglichen Stellen aber auch zur Herausforderung – etwa, wenn es um Wohnraum geht oder die Kinderbetreuung. Ob sich das dynamische Umfeld auch im nächsten Jahrzehnt halten oder gar ausbauen lässt, ist eine der entscheidenden Fragen für die Hauptstadt.

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