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Stefan Canham/Nguyen Phuong-Dan: „Die deutschen Vietnamesen“

Nguyen Phuong-Dan, Sohn vietnamesischer Einwanderer, und der Fotograf Stefan Canham trafen "deutsche Vietnamesen" in ihrem Geburtsland.

deutsche_vietnamesenIhre Migrationsrouten schrieb die Weltgeschichte: Vietnamkrieg, Ost-West-Konflikt, Wiedervereinigung. In der Bundesrepublik waren es oft Flüchtlinge, „Boat People“ aus Südvietnam. In der DDR meist Vertrags­arbeiter aus der sozialistischen Republik. Viele gingen zurück. Oft auch, weil sie abgeschoben wurden: „Die Deutschen Vietnamesen“. Nguyen Phuong-Dan, Sohn vietnamesischer Einwanderer, und der Fotograf Stefan Canham trafen in Vietnam 13 Rückkehrer. Sie ließen sie reden, porträtierten sie, mischten private Erinnerungsbilder dazu. Menschen, die deren Geschichten in Deutschland allzu oft hinter Stereotypen verborgen blieben. Wie Truong Trinh, 1979 Kontingentflüchtling, dem deutsche Behörden einen „vernünftigen Vornamen“ empfahlen, weshalb er sich Theodor nannte und der nun sagt: „Ich sehe mich selbst als einen Deutschen, der nach Vietnam gegangen ist, um Gutes zu tun.“ Oder Binh, der bei jeder Verlängerung der Duldung hörte, er müsse bald zurück. Bis es so weit war: „Alles war fremd, es war ja so lange her.“

Text: rik

Stefan Canham/Nguyen Phuong-Dan: „Die deutschen Vietnamesen“. Mit einem Essay von Kristin Mundt, Peperoni Books, 204 Seiten, 34 Ђ 

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