Groteske

„Suburbicon“ im Kino

Schlecht geplant: „Suburbicon“ dekonstruiert das Vorstadtidyll

Foto: Concorde Filmverleih GmbH / Hilary Bronwyn Gayle

Das Eigenheim in der Vorstadt war der große Traum junger US-amerikanischer Familien in den 1950er-Jahren: Dem Chaos heruntergekommener Großstädte wollte man entkommen, entsprechend aufgeräumt und adrett sah die Zukunft in Suburbia aus. Dass dieses Leben in der Vorstadtsiedlung jedoch alles andere als idyllisch war, will uns George Clooney in „Suburbicon“ erzählen.

Die Mischung aus makabrem Krimi und Sozialsatire bedient sich dazu zweier nicht gleichberechtigter Handlungsstränge: Vor dem Hintergrund massiver rassistischer Ausschreitungen gegen eine schwarze Familie, die es gewagt hat, in die ansonsten „weiße“ Suburbicon-Siedlung zu ziehen, entspinnt sich ein ebenso absurder wie moralfreier Kriminalfall rund um die Familie Lodge.

Vater (Matt Damon) und Tante (Julianne Moore) des kleinen Nicky haben einen Raubüberfall fingiert, bei der Nickys seit einem Unfall gelähmte Mutter (ebenfalls Julianne Moore) gezielt ums Leben gebracht wird. Der Fluch der schlecht geplanten Tat zieht in der Folge immer neue abstruse Todesfälle nach sich. Doch wirklich funktionieren tut das alles nicht, vor allem, weil die Geschichte derart brav vor sich hin dümpelt, dass man den bösen Humor der Coen-Brüder, die hier am Drehbuch mitgeschrieben haben, allenfalls noch in den Zuspitzungen der letzten Viertelstunde spüren kann.

Letztlich macht auch „Suburbicon“ erneut deutlich, dass George Clooney nur ein sehr mittelmäßiger Regisseur ist, der das Potenzial seiner Drehbücher regelmäßig nicht ausschöpft.

Suburbicon USA 2017, 104 Min., R: George Cooney, D: Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac, Start: 9.11.

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