Dokumentarfilm

„System Error“ im Kino

Eigentlich, so sollte man denken, müsste es doch allgemein verständliches Gedankengut sein: dass in einer Welt mit endlichen Ressourcen kein unbegrenztes wirtschaftliches Wachstum möglich ist

Port Au Prince Pictures

Doch jene, die die Wirtschaft im Zeitalter des Spätkapitalismus weltweit lenken, sehen das ganz anders. Für sie ist jährliches Wirtschaftswachstum ein Muss, sie betrachten es als Naturgesetz.

Regisseur Florian Opitz, der sich schon in voran­gegangenen Dokumentarfilmen wie „Der große Ausverkauf“ (2007) und „Speed – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ (2012) mit den Auswüchsen und Auswirkungen neoliberaler Wirtschaftspolitik befasste, hat für seinen neuen Film „System Error“ einige prominente Verfechter dieser Idee getroffen. Vom größten Hühnerproduzenten Brasiliens bis zum Chefinvestor der Allianz-Versicherungsgruppe bekommen sie Raum, ihre Ideen zur Entwicklung unserer Welt vorzutragen. Selbst der dubiose ehemalige Trump-Berater ­Anthony Scaramucci hat einen Auftritt.
Ihnen entgegen stellt Opitz jedoch die vor rund 150 Jahren entstandenen Überlegungen und Analysen von Karl Marx (Foto) zum Kapital, sowie die Ausführungen des Wachstumskritikers Tim Jackson. Der britische Wissenschaftler hat ein Wirtschaftsmodell entwickelt, das gerade nicht auf ungebremstes Wachstum setzt, sondern auf nachhaltig und lokal produzierte Güter. Das alles ist recht anschaulich gehalten und hat den (hinnehmbaren) Nachteil, das man – je nach Standpunkt – nicht eben viel Neues erfährt.

System Error D 2018, 95 Min., R: Florian Opitz, Start: 10.5.

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