Hawaii? Aber klar!

Taimane: Ukulele-Crossover

Unter den virtuosen Händen von Taimane verliert die Ukulele ihre Drolligkeit

War früher ein Kinderstar: Taimane Gardner Foto: Adam Jung

Die Ukele ist eine ur-hawaiianische Sache. Denkt man so, stimmt aber nicht ganz. Die Ursprünge der kleinen, vierseitigen Gitarre sind nämlich anderthalb Weltmeere weiter zu finden, auf der Atlantikinsel Madeira. Erst vor knapp 150 Jahren wurde das Instrument von einem portugiesischen Einwanderer nach Hawaii gebracht und entwickelte sich dort zur Ukulele weiter – die ihren exotischen Klang übrigens einer eine Oktave höher gestimmten vierten Saite verdankt, aber auch in fünf-, sechs- oder achtseitigen Varianten existiert.

Für die Geschichte der Ukulele-Performerin Taimane Gardner, die sich der Einfachkeit halber nur noch Taimane nennt, ist das irrelevant, denn die 30-Jährige ist tatsächlich ein durch und durch haiwaiianisches Geschöpf. Schon als Zehnjährige spielte sie abends auf den Straßen des Touristenviertels Waikiki, mit Strandjungs als Backingband. Entdeckt und gefördert wurde sie von der Entertainerlegende Don Ho, der vom Hawaii-Fieber der 1960er-Jahre profitiert hatte. In dessen eigener Show trat Taimane regelmäßig auf.

Mittlerweile ist sie zu einer Virtuosin geworden und spielt ihre Ukulele so leidenschaftlich, als gelte es, einen Luftgitarren-Wettbewerb zu gewinnen. Offenbar will sie nicht zuletzt die klangliche Vielseitigkeit ihres oft als drollig wahrgenommenen Instruments unter Beweis stellen. In ihre Musik – zuletzt erschien das Album „Elemental“ – hat sie so viele Einflüsse untergebracht (Klassik, Flamenco, Pop und Tribal-Sounds), dass ihr Sound wie ein eklektizistischer Kessel Buntes wirkt – fast ein bisschen beliebig.

Privatclub Skalitzer Str. 85/86, Kreuzberg, So 5.1., 20 Uhr, VVK 18,70 € zzgl. Gebühren

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