Musik & Party in Berlin

Tame Impala: Currents

Kevin Parker hat mit seiner Band schon einiges zu diesem Musikjahrzehnt beigetragen.

Tame Impala: ?CurrentsGleich das erste Album „Innerspeaker“ überzeugte 2010 in vollem Maße. Parker tauchte tief in den Rock der späten 60er ein und verarbeitete Garagenrock, Psychedelia, etwas Hardrock und die Melodien der Beatles. Er präsentierte sich nicht als Classic-Rocker, der kommentarlos zitiert. Nein, er hatte mithilfe seines üppig bestückten Equipments nach aufregenden Details und Grooves geforscht. Das war aber nichts im Vergleich zu dem, was man jetzt serviert bekommt.
Gegen Ende des fast achtminütigen Disco-Openers „Let It Happen“ krächzt die Gitarre kurz, aber insgesamt dominiert jetzt der Synthesizer das Geschehen. Beat und Bass kommen hinzu und verstärken den Eindruck von Aufbruchstimmung. Nun sagt ein Song zu Beginn nicht immer etwas über das gesamte Album aus, hier aber schon. In „The Moment“ geht die Hinwendung zum Synth-Sound so weit, dass man an Parkers australische Landsleute Real Life denken muss, die vor mehr als 30 Jahren große Hits feierten. Diese ein­gängigen Akkorde und hektisch bedienten Drums – das erinnert doch sehr an „Catch Me I‘m Falling“.
Persönliche Augenblicke gehören jetzt auch zu Parkers Psych-Pop. „I know I’ll be happier and I know you will too“, singt er in „Eventually.“ Man darf munter spekulieren, ob er auf die Trennung von seiner Partnerin Melody Prochet von der Band Melody’s Echo Chamber anspielt. Zur Sicherheit schiebt er in „Cause I‘m a Man“ stolz ein Macho-Statement hinterher. Der Mann ist selbstbewusst geworden und darf das auch sein. Wo sich andere Upstarts seiner Generation mit der Zeit nur noch abquälen, hat man bei Parker den Eindruck, dass sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist.

Text: Thomas Weiland

Tame Impala Currents (Fiction/Caroline/Universal)

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