Punk-Hard-Rock

The Amazons im Musik und Frieden

Gitarre vorm Knie: The Amazons sind die Band, die man 2017 im Blick haben sollte

Foto: Dan Harris

Keine engen Hosen, keine Retro-Leder-Boots, keine Frise, wie frisch aus den 1970ern entsprungen. Nein, The Amazons sind nicht die typischen englischen Indie-Boys. Sie sind eher so der Typ: Metallica-Shirt, zerrissene Jeans und Zottel-Haare. Dazu die Gitarre immer schön auf Kniehöhe, weil die leicht nach vorne gebeugte Haltung, die dadurch entsteht, einen besser headbangen lässt. Metal machen The Amazons zwar nicht, dafür peitschenden, rauen Alternative Rock, den sie immer wieder mit Punk- und Hard-Rock durchtränken.
Während einer ihrer früheren Songs „Junkfood Forever“ noch ein wenig jugendlich und Power-Chord-schrabbelig daherkam, zeigen sie sich auf ihrer aktuellen Single deutlich gereift. „Little Something“ besticht durch alarmierende Gitarren, brachiale Drums und düstere Dringlichkeit. Dabei verfällt die Band an keiner Stelle in Rock-Pathos oder aufgeblasene Refrains, was sicher auch an Sänger Matt Thomson liegt. Statt seine tiefe, leicht kratzige Stimme (wie in der Populärmusik üblich) auf die krachige Soundkulisse oben drauf zu packen, verwebt er sie mit ihr.
The Amazons erfinden das Rock-Rad zwar nicht neu, drehen an ihm aber mit viel Authentizität. „Wir hatten eine Phase, in der wir uns stark an den Charts orientiert haben und versucht haben elektronischer zu werden“, erzählt Frontmann Matt Thomson. „Irgendwann dachten wir: Scheiß drauf – und spielen jetzt nur noch das, was uns gefällt.“

Musik und Frieden Falckensteinstr. 48, Kreuzberg, Sa 25.2., 20 Uhr, VVK 15,50 €